Politik | 19.02.2020

Ein Sturmtief nimmt keine Rücksicht auf die Region und deren Krankenversorgung vor Ort

Mangelnde Grund- und Regelversorgung beklagt

Die Rettungskräfte waren viel im Einsatz. Foto: privat

Region. Das Sturmtief „Sabine“ fegte am Wochenende mit hoher Geschwindigkeit über große Teile Deutschlands und auch unsere Region, die Verbandsgemeinde Adenau sowie das weite Umland. Es ist im Voraus nie plan- und vorhersehbar, welche Schäden solche, immer häufiger auftretenden, Wetterextreme verursachen. Sämtliche Feuerwehren, natürlich auch Rettungskräfte und Straßenmeistereien, etc. im ganzen Land stehen ständig, und bei vorhergesagten Unwettern im Besonderen, in Alarmbereitschaft, um uns allen im Notfall zu helfen. Unfallopfer bergen, Menschen aus Häusern befreien, Bäume von den Straßen und Schienen räumen, Wasser aus Häusern pumpen, usw. Alle Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren sind Menschen, die ohne Entlohnung und auf rein ehrenamtlicher Basis helfen. In der Verbandsgemeinde Adenau gibt es 23 Feuerwehren (FFW), davon sind neun als Ausrücke-Bereichsfeuerwehren eingerichtet. Insgesamt sind dort ca. 500 Frauen und Männer im Dienst, die mit jedem Einsatz auch ein großes persönliches Risiko eingehen, Verletzungen davonzutragen. Nun stellt es sich leider so dar, dass für diese Helfer, wie natürlich auch alle anderen Bürger in der VG Adenau, im Notfall weder ein nahegelegenes Krankenhaus (lediglich für internistische Fälle), noch eine Notaufnahme für chirurgische Fälle zur Verfügung stehen und tatsächlich dieser uneigennützige Einsatz somit noch bestraft wird, sollte etwas passieren. Nach wie vor fühlt sich niemand für diese unzumutbare und unter Umständen auch lebensbedrohliche Situation zuständig.

Die Marienhaus GmbH hat am 6. November 2019 zum 31. Dezember 2019 den Versorgungsauftrag, ohne Rücksicht auf die daraus resultierenden Gefahren für uns Menschen in der Region, an das Land Rheinland-Pfalz abgegeben. Das zuständige Ministerium unter Führung von Frau Bätzing-Lichtenthäler reagierte viel zu spät darauf, obwohl es deutliche Hinweise schon weit im Voraus auf die Vorhaben der Marienhaus GmbH gab. Es wurden Gespräche mit absolut unbefriedigenden Ergebnissen geführt, die uns jedoch als „toller Erfolg“ verkauft wurden. Fakt ist, eine Grund- und Regelversorgung, wie sie uns per Gesetz zusteht, gibt es seit dem 1. Januar definitiv nicht mehr. Seitdem erleben wir ein unwürdiges und beschämendes Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten zwischen Kreis und Land.

Wenn unsere Feuerwehren genauso wie unsere „Volksvertreter“ agieren und handeln würden, wären Szenarien, wie das folgende Beispiel, an der Tagesordnung: Notruf - ‚Hausbrand z. B. in Adenau mit starker Rauchentwicklung, vermutlich befinden sich noch Personen im Haus‘. Alarm geht ein, der Wehrleiter überlegt kurz und sagt: „Nö, dafür sind wir nicht zuständig, das müsste die Feuerwehr in XY sein.“ Weiterleitung an die Feuerwehr in XY mit der Rückmeldung: „Och nein, wir haben gerade ein Fest im Dorf, da soll bitte eine andere FFW hinfahren und ob wir überhaupt zuständig sind, wissen wir nicht.“ Der Ausgang dieser Geschichte ist jedermanns Fantasie überlassen. Die Feuerwehrleute, die Ersthelfer bei den First Respondern, um jene zu nennen die ehrenamtlich arbeiten, tun alles in ihrer Machtstehende um für unseren Schutz und unser Wohlergehen in Notsituationen zu sorgen. Uneigennützig und ohne jegliche Bezahlung dafür! Bei unseren Politikern hingegen scheinen die Prioritäten konträr gelagert zu sein. Für sie sind wir auf dem Land offensichtlich Menschen 2. Klasse.Pressemitteilung der

Bürgerinitiative Adenauer Land

Die Rettungskräfte waren viel im Einsatz. Foto: privat

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