Politik | 16.03.2016, 11:46 Uhr

2.400 Leiharbeiter im Rhein-Sieg-Kreis - NGG will Gesetz gegen „Jobs 2. Klasse“

MdB-Appell gegen „Wildwuchs im Job“

Leiharbeit und Werkverträge per Gesetz regeln

Mohamed Boudih.privat
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Rhein-Sieg-Kreis. „2. Klasse-Jobs“ in der Kritik: Heimische Bundestagsabgeordnete sollen sich für die rund 2.400 bei der Arbeitsagentur registrierten Leiharbeiter im Rhein-Sieg-Kreis stark machen – und sich in Berlin für ein Gesetz gegen ungleiche Bezahlung einsetzen. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gefordert.

„Nach dem Veto von CDU und CSU in der Bundesregierung steht das Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen wieder auf der Kippe“, sagt Mohamed Boudih. Der Geschäftsführer der NGG Köln warnt davor, dass „Billig-Jobs“ ohne ein Gesetz zum Dauerzustand werden könnten. Zudem stehe die Einhaltung des Koalitionsvertrags auf dem Spiel. Darin hatten sich Union und SPD darauf geeinigt, klare Regeln gegen den „Wildwuchs“ bei diesen Beschäftigungsverhältnissen einzuführen.

„Bei Werkvertrag und Leiharbeit machen die Beschäftigten oft denselben Job wie die Stammbelegschaft – bekommen dafür aber viel weniger Geld. Zudem sind Leiharbeiter und Werkvertragsbeschäftigte bei der Altersvorsorge und beim Urlaub deutlich schlechter gestellt“, kritisiert Mohamed Boudih. Auch im Rhein-Sieg-Kreis gebe es Chefs, die das zur „Lohn-Drückerei“ nutzten. Dagegen helfe langfristig nur ein Gesetz, so der Gewerkschafter. „Die Bundestagsabgeordneten aus der Region sollten in ihren Fraktionen Druck machen, damit die geplante Regelung wirklich kommt.“

Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sieht vor, dass Leiharbeit künftig auf 18 Monate begrenzt wird. Schon nach neun Monaten sollen Leiharbeiter den gleichen Lohn bekommen wie das Stammpersonal. Außerdem sollen Werkverträge stärker darauf geprüft werden, ob dahinter nicht tatsächlich eine normale Beschäftigung steht. Die NGG fordert darüber hinaus eine bessere Mitsprache von Betriebsräten.

„Der Vorschlag des Arbeitsministeriums ist bereits ein Kompromiss. Aber er würde für Tausende Beschäftigte in der Region Verbesserungen bringen“, ist sich Mohamed Boudih sicher. Die Regierungsparteien sollten jetzt geschlossen hinter der Zusage aus dem Koalitionsvertrag stehen – und dafür sorgen, dass gleiche Arbeit auch gleich viel wert sei.

Pressemitteilung der

NGG-Region Köln

Mohamed Boudih.Foto: privat

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