Forderung des Opferbeauftragen der Landesregierung
Mehr Sensibilität und Hilfsbereitschaft für die Situation der Flutgeschädigten
Bad Neuenahr. Seit Beginn des Jahres wurde der Opferbeauftragte der Landesregierung, Detlef Placzek, in verschiedenen Fällen von Flutgeschädigten aus dem Ahrtal um Unterstützung im Umgang mit einem großen bundesweiten Stromanbieter gebeten. Einem Betroffenen, dessen Mietshaus seit der Flut im Juli 2021 größtenteils unbewohnbar ist, droht dieser nun aufgrund angeblicher Zahlungsrückstände mit einem Inkassounternehmen.
Ein Betroffener wandte sich im Februar dieses Jahres hilfesuchend an den Opferbeauftragten. Er besitzt ein Wohngebäude in Bad Neuenahr, das mehrere Mietwohnungen, zwei Ladengeschäfte und einen Handwerksbetrieb beherbergte. Er berichtete, das Haus sei in der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 stark beschädigt worden, Stromzähler und die zugehörige Infrastruktur der Geschäftsbereiche seien irreparabel zerstört, sodass dort kein Strom mehr genutzt werden konnte. Nach der Flut habe er dies seinem Stromanbieter umgehend gemeldet. Dennoch forderte das Unternehmen weiterhin monatliche Abschläge für einen Stromverbrauch ein, der gar nicht entstanden sei. Das Haus stehe seit der Flut mit Ausnahme einer Mietwohnung leer, wobei der Mieter dieser Wohnung seinen Strom selbst abrechne. Erst im Spätsommer 2022 sei mit Beginn der Sanierung des Hauses ein Baustromzähler installiert worden.
„In diesem sowie in einem weiteren ähnlichen Fall wurde mehrfach auf verschiedenem Wege versucht, mit dem bundesweiten Stromanbieter Kontakt aufzunehmen, um den Sachverhalt aufzuklären. Es ist brüskierend, dass all diese Versuche bisher scheinbar kein Gehör gefunden haben,“ erklärt Placzek. Stattdessen erhielt der Flutgeschädigte zwei Jahre lang immer wieder Mahnungen. Nun droht der Stromanbieter mit einem Inkassounternehmen, sollten die in Rechnung gestellten Stromkosten nicht bezahlt werden.
„Die Betroffenen der Flutkatastrophe haben bis heute mit den Folgen der Zerstörung zu kämpfen. Es braucht die Unterstützung aller – auch der Energieanbieter –, um den Wiederaufbau erfolgreich voranzubringen. Dabei sollten die individuellen Umstände und Bedarfe der Menschen vor Ort im Fokus stehen,“ betont der Opferbeauftragte.
Pressemitteilung des
Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung
