Politik | 15.01.2013

„Mehr Wir - weniger Ich“

Andrea Nahles zu Gast beim Neujahrsempfang der Sozialdemokraten in Oberwinter

Bernd Lang (v.l.), Marcel Hürter, Winne Glaser, Andrea Nahles, Beate Reich und Christine Wießmann. AB

Remagen-Oberwinter. Tradition hat er, der Neujahrsempfang der Oberwinterer Sozialdemokraten im Alten Rathaus. Tradition hat sie, die älteste Volkspartei Deutschlands, die von Ferdinand Lassalle am 23. Mai 1863 ins Leben gerufen wurde. Seit 150 Jahren kämpfen Genossinnen und Genossen für soziale Gerechtigkeit in Deutschland und in der Welt. Als Beispiele, die Geschichte geschrieben haben, nannte Andrea Nahles, die heimische Bundestagsabgeordnete der SPD, nicht zuletzt Erich Ollenhauer und Willy Brandt. Vor dem Bildnis des Friedensnobelpreisträgers, der 1969 zum Kanzler der Bundesrepublik gewählt wurde, sprach Nahles von den großen Erfolgen der SPD für die Menschen. Aber auch von den Hoffnungen. Die Hoffnung, dass die SPD in diesem Jahr erneut den Kanzler stellt, davon will die Generalsekretärin der Partei nicht abrücken. Auch, wenn die Demoskopen zurzeit etwas anderes voraussagen, wie sie freimütig zugab. Damit lief sie bei den Neujahrsgästen, die Ortsvereinsvorsitzender Winne Glaser geladen hatte, offene Türen ein. „Den Dingen ins Auge sehen, sich mit nichts abfinden“, das muss der Wahlspruch sein, um das von Peer Steinbrück ausgegebene Motto „Mehr wir, weniger Ich“ einlösen zu können. Allerdings hätten die Staatssekretärin Beate Reich, der Landtagsabgeordnete Marcel Hürter, Kreischef Bernd Lang, Stadtratsfraktionsvorsitzende Christine Wießmann und die Ratsmitglieder der SPD in der guten Stube des Oberwinterer Rathausvereines sicherlich gerne einige Bemerkungen über den Merkelherausforderer Peer Steinbrück von Andrea Nahles, die in Begleitung ihrer Mutter im Hafenort war, gehört.

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität

Doch die Politikerin aus Weibern konzentrierte sich auf die Themen Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. „Wenn der Lohn der Arbeit nicht ausreicht, um zu leben, dann ist das auch ein Angriff auf die Freiheit“, griff sie die Mindestlohndiskussion auf. Merkel griff sie an, indem sie sagte: „Frau Merkel muss nicht davon reden, sondern handeln. Schließlich hat sie die Mehrheit im Bundestag.“ Auch Gesundheitsminister Philipp Rösler, der einfach die wichtigsten Passagen aus dem Armutsbericht gestrichen hätte, kam nicht gut weg.

Nahles verbat sich dabei jeglichen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit in diesem Lande. Wenn junge Leute keine Aussichten auf eine positive Berufsausübung hätten, dann ist das für die Sozialdemokratin ein Angriff auf die Gerechtigkeit in der Gesellschaft. „Wir müssen Perspektiven für die junge Generation schaffen“, benannte sie als ein Ziel sozialdemokratischer Politik. Solidarität forderte sie ein, eine Forderung, die so alt ist, wie die SPD selbst. Dabei geht es der streitbaren Sozialdemokratin nicht um caritative Gaben, wie sie dankenswerterweise von Christen eingefordert werden, sondern um ein verbrieftes Recht. Sie rief ein altes Wort der Sozialdemokraten in Erinnerung: „Wer den Fahrstuhl nach oben nicht von zu Hause aus geerbt hat, muss immer noch die Treppe nehmen können“. Das gelte vor allem für die junge Generation. Denn nur wer in der Jugend die Möglichkeit habe, zu arbeiten und sich und seine Familie zu ernähren, könne im Alter armutsfrei leben. Und das gelte für alle Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen in Deutschland, sagte Nahles. Für alle forderte sie mehr soziale Gerechtigkeit ein. Dazu bedürfe es der Solidarität und für die stehe nur seit jetzt 150 Jahren die deutsche Sozialdemokratie. „Wenn dieses bei den Menschen im Lande ankommt, ist es mir um die Wahlen im Herbst nicht bange“, meinte die Bundestagsabgeordnete der SPD, Andrea Nahles. Die Neujahrsgäste applaudierten dazu.

AB

Bernd Lang (v.l.), Marcel Hürter, Winne Glaser, Andrea Nahles, Beate Reich und Christine Wießmann. Foto: AB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige - Dauerauftrag
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Stellenausschreibung: Betriebshof
10 Jahre Bella Vita Frauenfitness
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
95

Jugendliche um drei Uhr nachts von Polizei angehalten

11.04.: Bad Ems: 15- und 13-Jähriger unternehmen nächtliche Spritztour mit Auto

Bad Ems. In den frühen Morgenstunden des 11.04.2026, gegen 03:00 Uhr, wurde durch eine Streifenwagenbesatzung nach einem Hinweis von Zeugen ein Pkw im Stadtgebiet Bad Ems, im Bereich der Straße Am Weißen Stein, kontrolliert. Hierbei wurde festgestellt, dass der Fahrzeugführer erst 15 Jahre alt und demnach nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis war. Sein Beifahrer war nochmals zwei Jahre jünger.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Werksverkauf Anhausen
Wohnträume - Wohnen und Garten im Blick
Sachbearbeiter (m/w/d)
Leiter/in (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Anzeige Beratertage Schlafexperte
Titelanzeige
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26