Mehr als 1600 Unterschriften
Rheinbacher Stolpersteine werden am 31. Januar im Ausschuss beraten
Rheinbach. „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist. Das Verlegen dieser Steine ist reiner Geschichtsunterricht.“ Sagte der Kölner Künstler Gunter Demnig 2008 in Meckenheim bei der Verlegung der Stolpersteine. „Sie sind ein Zeichen an die Überlebenden, dass wir sie nicht vergessen haben“, betonte Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles. In zehn Ländern Europas wurden 32.000 dieser Mahnmale in den Bürgersteigen von 750 Orten eingelassen. Initiator Demnig mauerte die Steine ein. Überall in Europa gab es wie in der Rosenstadt große Mehrheiten in den Stadtparlamenten, meist wurde einstimmig beschlossen, durch diese Messingplatten an die ermordeten Juden zu erinnern. Die Steine liegen vor den Häusern, in denen Juden gelebt hatten, bis die Nazis sie 1942 deportierten und umbrachten. Rheinbach tat sich im März 2009 schwer damit. Ein Antrag, der 34 in Rheinbach vom Naziterror umgebrachten Juden auch in dieser Form zu gedenken, fand im städtischen Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur keine Gnade. Man habe mit jüdischem Friedhof, Mahnmal an der Schweigelstraße und im Rathaus sowie dem alljährlichen Gedenken zur Reichspogromnacht genug Hinweise auf die Gräueltaten der Nazis, hatte es in der Ablehnung geheißen. Das haben knapp 100 Rheinbacher Bürger nicht hingenommen und die Initiative „Rheinbacher für Stolpersteine“ gegründet - überparteilich und überkonfessionell. In wenigen öffentlichen Veranstaltungen haben die engagierten Bürger auf die Bedeutung der Stolpersteine hingewiesen. Und inzwischen mehr als 1600 Unterschriften gesammelt. „Wir setzen uns mit den Mahnmalen gegen das Vergessen ein. Es ist sehr erfreulich, wie viele Bürger sich hinter unser Anliegen gestellt haben. Vor allem auch viele junge Rheinbacher“, freut sich Initiativ-Sprecherin Daniela Roggendorf. Am Donnerstag, 31. Januar, 18 Uhr, wird der von der Bürgerinitiative gestellte Antrag auf Verlegung der Steine im städtischen Ausschuss für Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur erneut beraten. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt im Rathaus um 18 Uhr. Besucher sind willkommen, dürfen aber nicht mitdiskutieren.
WM
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