Politik | 08.09.2016

Thema Flüchtlinge beschäftigte den Rheinbacher Hauptausschuss

Mehrzweckhallen sollen bald wieder für Dorfleben zur Verfügung stehen

Containeranlage am „Schornbuschweg“ wurde bereits teilweise belegt – Stadtverwaltung rechnet mit 700 Flüchtlingen am Ende des Jahres

Rheinbach. Das Thema „Flüchtlinge“ stand einmal mehr im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Rheinbacher Haupt- und Finanzausschusses. Dort stellte Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) zunächst den aktuellen Stand bei der Unterbringung der Flüchtlinge dar. Demnach bezogen Ende Juli 446 Flüchtlinge Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, 512 Flüchtlinge wurden von der Verwaltung mit einer Wohnung versorgt.

53 Personen seien mittlerweile anerkannte Asylbewerber, doch trotz personeller Verstärkung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) liefen die Asylverfahren unverändert langsam. Sehr erfreulich sei es, dass die Termine für die Interviews der Rheinbacher Flüchtlinge noch in dieser Woche beginnen sollen, am Donnerstag und Freitag werden dafür jeweils mehr als 100 Flüchtlinge in die Außenstelle des BAMF nach Bonn gebracht. Danach dauere es noch bis zu sechs Wochen, bis der Bescheid zugestellt werde, ob jemand anerkannt werde oder auch nicht. Bei den anerkannten Asylbewerbern komme auf die Stadt übrigens ein finanzieller Mehraufwand zu, was bereits deutlich sei. Denn diese fielen dann aus dem Asylbewerberleistungsgesetz heraus und würden in die „normale“ Sozialhilfe übernommen, für die Stadt und Kreis verantwortlich seien.

Zaun zum Schutz der Flüchtlinge errichtet

Mittlerweile sei auch die Containeranlage am „Schornbuschweg“ schon teilweise belegt mit rund 40 Personen, die bisher in den drei Mehrzweckhallen untergebracht waren. „Die Begeisterung hielt sich anfangs sehr in Grenzen, aber nach der ersten Aufregung hat sich alles beruhigt“, so Raetz. Die Tatsache, dass die Anlage eingezäunt sei, habe ebenfalls für Irritationen gesorgt. Man habe den Flüchtlingen aber klargemacht, dass es sich nicht um ein Gefängnis handele, sondern dass der Zaun zu ihrem eigenen Schutz errichtet worden sei. Mittlerweile sei auch die Zusammenarbeit mit dem Helferkreis weiter intensiviert worden, was die Integration in die Stadt deutlich nach vorne bringe, so der Bürgermeister. Auch die Sprachförderung sei schon sehr gut angelaufen, die sowohl von der Volkshochschule wie auch vom Kreis organisiert werde.

In dieser Woche sollen die ersten beiden Mehrzweckhallen in Augenschein genommen werden, um zu entscheiden, mit welchen Maßnahmen sie wieder auf Vordermann zu bringen seien. „Die Ortschaften brauchen diese Mehrzweckhallen für ein funktionierendes Dorf- und Vereinsleben“, wusste Raetz. Deshalb werde die Stadt alles tun, sie so schnell wie möglich wieder zur Verfügung zu stellen, und zwar in einem noch besseren Zustand als vor der Nutzung als Flüchtlingsunterkunft.

Neubau in der Keramikerstraße beginnt

Nicht zuletzt sei auch der Neubau einer Flüchtlingsunterkunft in der Keramikerstraße auf einem guten Weg. Diese werde so gebaut, dass sie künftig auch als Studentenwohnheim nutzbar sei. Es handelt sich um zwei Mehrfamilienhäuser mit 24 kleinen Wohnungen von jeweils 54 Quadratmetern. Um Flüchtlinge zukünftig einfacher in eine Beschäftigung zu bringen, habe die Verwaltung in den vergangenen Wochen kleine Gruppen arbeitswilliger Flüchtlinge zur Unterstützung des Betriebshofs mit Arbeitsgelegenheiten versorgt. Hier hätten sie unter der Anleitung eines Mitarbeiters bei der Pflege von Grünflächen auf dem Friedhof oder Spielplätzen behilflich sein können.

Nach internen Berechnungen geht die Stadtverwaltung laut Bürgermeister Raetz unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung des ersten Halbjahres davon aus, dass zum Jahresende 2016 insgesamt 700 Flüchtlinge in Rheinbach leben werden. Dies sei damit begründet, dass viele Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung oder mit einer Duldung weiterhin in Rheinbach untergebracht werden müssten. Zusätzlich sei nach den Ankündigungen der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg mit weiteren Zuweisungen in diesem Jahr zu rechnen. Sollte das der Fall sein, werde die Platzkapazität Ende des Jahres bis auf eine Reserve von etwa 50 Plätzen erschöpft sein, sagte Raetz voraus. Insofern müsse weiterhin Vorsorge für ausreichenden Umbau getroffen werden. Deshalb würden die Planungen für weitere Standorte gemäß dem Ratsbeschluss vom 2. Mai fortgesetzt. Darüber hinaus sollen weiterhin Mietverträge für die dezentrale Unterbringung im Sinne einer besseren Integration der Flüchtlinge abgeschlossen werden.

Sozialarbeiter soll sich um die Betreuung vor Ort kümmern

Einstimmig befürwortete der Ausschuss einen Bürgerantrag des Flüchtlingshelferkreises Rheinbach, wonach die Stadtverwaltung sämtliche Gebäude, in denen Flüchtlinge untergebracht sind, daraufhin überprüfen soll, ob deutlich erkennbare Hausnummern angebracht und ausreichend große Briefkästen vorhanden seien. Dies sei notwendig, damit die behördlichen Schreiben an die Flüchtlinge auch zeitnah an die richtige Adresse zugestellt würden, und dass etwa bei Sammelunterkünften der Briefkasten für alle Bewohner ausreiche.

Zum Schluss wurde auch noch beschlossen, möglichst bald einen Sozialarbeiter einzustellen, der sich um die unmittelbare Betreuung der Flüchtlinge vor Ort in allen Unterkünften im Stadtgebiet kümmern soll. Damit könne die Stadtverwaltung noch mehr Einfluss auf das Geschehen vor Ort ausüben, insofern trage die Einrichtung einer solchen Stelle zur weiteren Verbesserung der Integration der Flüchtlinge in das gesellschaftliche Leben in Rheinbach bei. JOST

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
neue Heizung?
Heizölanzeige
Lava Grill Buffet
Anzeige Reinigungskraft
Anzeige KW 16
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Kooperationsgeschäft
Empfohlene Artikel
Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
329

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
21

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Flutschäden im Juli 2021.  Foto: ROB
1003

Als Bürger dieses Landkreises fühle ich mich nicht gut beraten und auch nicht sonderlich beschützt, wenn man beim lesen des Artikels, in dem der Leiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler Stellung bezieht. Man könnte den Eindruck erhalten, dass die PR-Maßnahme der Verwaltung auf jeden Fall eines bewirken soll – und zwar zu Beschwichtigen. In dem Artikel war besonders und in erstaunlicher Weise zu erfahren, was alles nicht geht oder länger dauern wird.

Weiterlesen

Weitere Artikel
11

Kostenlose Beratung und Unterstützung

Beratungsleistungen der Gemeindeschwesterplus

Kreis Neuwied. Die Gemeindeschwesterplus bietet kostenlose Beratung und Informationen zu gesundheitlichen Themen wie Sturzprävention, Ernährung, Bewegung und vielen weiteren Aspekten - auch bei Hausbesuchen.

Weiterlesen

Symbolbild.
37

Astrologische Vorschau für die KW 18: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 27. April bis 3. Mai 2026

Mit dem Übergang vom April in den Mai beginnt eine Woche, die von Aufbruch, Begegnungen und kleinen Wendepunkten geprägt ist. Rund um den 1. Mai rücken Feste, Traditionen und zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt. Das Feiern in den Mai hinein sorgt für Leichtigkeit, während alte Bräuche wie das Aufstellen des Maibaums für romantische Zeichen und neue Impulse stehen. Gleichzeitig fordert die Woche dazu auf, auf die eigene Balance zu achten und Chancen bewusst zu nutzen.

Weiterlesen

10

Jiddische Musik und Märchen

Klezmer märchenhaft

Koblenz. Klezmer märchenhaft - Jiddische Musik und Märchen am Samstag, 2. Mai 2026, 18 Uhr in der Christuskirche Koblenz, Friedrich-Ebert-Ring / Hohenzollernstraße.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Kirmes Polch
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulhausmeister
Handwerkerhaus
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Löhndorfer Kirmes
Werbeplan 2026
Titelanzeige
Titelanzeige
Maibaumstellen in Heimersheim
Kirmes Polch