Neue Bauprojekte entstehen im Gewerbegebiet A61/B262 und in der Mendiger Innenstadt
Mendiger Stadtrat tagte virtuell
Mendig. Der vom Mendiger Stadtrat in einer Videoschaltung am 23. November von Forstamtsleiter Stefan Braun vorgestellte und einstimmig beschlossene Forstwirtschaftsplan 2022 weist gegenüber dem vorläufigen Ergebnis für 2021 einen Überschuss von 380,00 Euro auf. Dies ergibt sich hauptsächlich aus den Mehrerträgen beim Holzverkauf und bei den Landeszuweisungen.
Im Focus der Stadtratssitzung standen gleich zwei bemerkenswerte Bauprojekte. Zunächst beschlossen die Ratsmitglieder mit Stimmenmehrheit, bei vier Gegenstimmen von Bündnis 90/Die Grünen, einem Antrag auf Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans „Gewerbepark an der A61/B 262“ zu entsprechen.
Erfreut wies Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel darauf hin, dass es sich dabei um die Neuansiedlung von zwei Firmen aus dem Bereich der Zukunftstechnologien handelt. So besteht das Interesse eines der führenden Hersteller von Elektrofahrzeugen auf dem Flurstück 4, westlich des Plangebiets ca. 24 Stellplätze mit Schnell-Ladesäulen zu errichten. In dem entsprechenden Antrag heißt es u.a., die Lage an der A61 wäre ideal, da im Umkreis keine größere Ladesäuleneinrichtungen, insbesondere zum Schnelladen vorhanden seien. Abstimmungen mit dem Stromversorger wurden vom Antragsteller bereits geführt und die Versorgung kann hergestellt werden.
Für den Bereich südlich des Plangebietes möchte sich ein Betrieb aus der IT-Branche mit Schwerpunkt IT-Sicherheit mit seinen ca. 35 Mitarbeitern ansiedeln. Der Stadt Mendig entstehen im Zusammenhang mit der Blauleitplanung keine Kosten, da diese vereinbarungsgemäß zu Lasten der Grundstücksverwaltungsgesellschaft (Entwickler des Geländes) gehen.
Auf dem seit vielen Jahren brachliegenden Gelände eines ehemaligen Landhandels an der Ecke Blumenstraße/Bahnstraße sollen nun ein Wohn- und Geschäftsgebäude (Café mit zusätzlichen Wohneinheiten) sowie zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.
Jörg May, Investor aus Kaisersesch, der gemeinsam mit dem Eigentümer der betreffenden Grundstücke bereits bei der Stadt Mendig vorstellig geworden war, stellte dem Stadtrat nunmehr gemeinsam mit dem Planungsbüro Faßbender die entsprechenden Pläne vor. Man habe bereits gemeinsam mit der Stadt überlegt, wie man das Ganze „aufhübschen“ könne, allerdings müsse es sich auch rechnen. Sein Ziel sei es, den bisher eher unschönen Bereich durch den Bau von zwei Acht-Familienhäusern, eines Cafés, eines Parkdecks sowie einiger Stellplätze, aufgelockert durch eine Begrünung der Fläche zu verschönern. Da das Parkdeck sich hinter einer Basaltmauer befinde, sei es von der Blumenstraße aus nicht einsehbar. Außerdem überschreite das Angebot von insgesamt 48 Parkplätzen die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Anzahl. Durch die Ausstattung der Dächer mit Fotovoltaik-Anlagen sowie den Einsatz von Luft-Wärme-Pumpen sei die Nachhaltigkeit gewährleistet und für die Mieter verringerten sich dadurch die Nebenkosten, so Jörg May, der hinzufügte, dass man in Mendig an dieser Stelle dank der Zukunftstechnologien und des Baus förderfähiger Effizienzhäuser „einen Mercedes zum Preis eines VW-Golf“ bekomme.
Erfreut zeigte sich Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel von der „guten Entwicklung eines ansprechenden und modernen Objektes. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Plitzko sah in der Planung „eine gelungene Maßnahme, die den Bereich in Höhe der Blumen-/Bahnstraße belebt!“ Helmut Selig (Fraktionschef der SPD) schloss sich dem an und unterstrich: „Die Grünen sollten sich darauf freuen, dass alles so schön grün aussehen wird“. Stephan Retterath (Fraktionsvorsitzender der Grünen) sprach dagegen von einer „mangelhaften Ästhetik“, fügte jedoch hinzu, das Bauvorhaben sei sinnvoll, weil es neuen Wohnraum biete.
Jörg Lempertz, Bürgermeister der VG-Mendig dankte dem Investor für die Schaffung von neuem Wohnraum. Außerdem schaffe das Café in Kombination mit moderner Architektur ein gutes Entwicklungspotential für das Mendiger Geschäftsleben.
FRE
