FDP Neuwied
Mieterbund und GSG Neuwied wollen gutes Miteinander
Neuwied. Carsten Boberg, der seit zehn Monaten die Geschicke der Gemeindlichen Siedlungs-Gesellschaft Neuwied (GSG) leitet, sieht als eine seiner ersten Aufgaben in der neuen Funktion, die verschiedenen Organisationen und Vereinigungen kennen zu lernen, mit deren Aufgaben gemeinsame Berührungspunkte bestehen. Einer dieser Antrittsbesuche galt der Neuwieder Geschäftsstelle des Mieterbundes Mittelrhein, wo er sich mit dessen 1. Vorsitzenden, Dietrich G. Rühle, zu einem Gespräch traf. „Wir sind uns unserer sozialen Aufgabe als kommunale Wohnungsgesellschaft sehr bewusst“, betonte Boberg. Natürlich stünde er in der Verantwortung, dass die GSG wirtschaftlich stabil bleibe und die „schwarze Null“ halte. In diesem Rahmen aber wolle man dazu beitragen, ein bezahlbares Wohnungsangebot zu fördern. Dieser Punkt ist auch für den Mieterbund wichtig. „Man kann zwar nicht davon sprechen“, so Rühle, „dass es in Neuwied flächendeckend Wohnungsmangel gebe. Aber im unteren Preissegment, der für geringe Einkommen noch bezahlbar ist, wird die Luft dünn. Das merken viele unserer Mitglieder.“ Der Mieterbund Mittelrhein, ursprünglich einmal in Neuwied gegründet, beschäftigt fast 20 Volljuristen und vertritt im nördlichen Rheinland-Pfalz fast 10.000 Haushalte. Nahezu überall im Einzugsbereich des Vereins bestehe ein erheblicher Nachholbedarf am Bau bezahlbarer Wohnungen.
Boberg würde auch gerne in Neuwied erreichen, dass ein qualifizierter Mietspiegel geschaffen wird. „Ein solcher Mietspiegel hat Vorteile bei der Mietpreisgestaltung und ermöglicht der GSG auch Fördermittel zu bekommen, die sonst verschlossen sind“, begründet Boberg sein Interesse als wichtigster sozialer Vermieter in Neuwied. In den vergangen Jahren hatte es immer wieder einmal Versuche gegeben, einen solchen Mietspiegel zu schaffen. Letztlich scheiterten diese Versuche stets an den zu erwartenden sechsstelligen Kosten, die die für einen solchen Mietspiegel notwendigen Erhebungen kosten würden. Die politischen Parteien kamen stets zu der Überzeugung, dass man dieses Geld besser einsetzen könne. „Wir sehen das eher leidenschaftslos“, stellte Rühle die Sicht des Mieterbundes klar, „wir kommen in Neuwied bisher auch sehr gut ohne qualifizierten Mietspiegel zurecht und fragen uns natürlich, ob sich die hohen Kosten hierfür wirklich lohnen.“ Andererseits habe man bisher stets konstruktiv an Mietspiegeln mitgearbeitet und werde das auch weiterhin tun. Wenn die Stadt Neuwied zu der Entscheidung komme, einen qualifizierten Mietspiegel aufzustellen, werde man das mittragen.
Jedenfalls, darin stimmten beide Seiten überein, werde man miteinander in Kontakt bleiben. Die Ziele einer sozialen Vermietungsgesellschaft und des Mieterbundes seinen naturgemäß nicht dieselben, aber überschnitten sich doch in dem Ziel, den Wohnungsmarkt füg Geringverdiener zu vergrößern. Boberg und Rühle vereinbarten darum eine konstruktive Zusammenarbeit.
Pressemitteilung
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