Politik | 23.02.2021, 08:20 Uhr

Parents for Future regen Baumsatzung für Wachtberg an

Mit Bäumen natürliche Lebensräume schützen

Wachtberg. Mit einem „ Plädoyer für Bäume“ möchten die Parents for Future in Wachtberg ihre Wertschätzung für Bäumen zum Ausdruck bringen. Eine Möglichkeit dazu kann eine Baumschutzsatzung sein, die sich die Initiative auch für Wachtberg wünscht. Bei kaum einem anderen Projekt kommt die Generationenverantwortung so bewusst zum Ausdruck, wie bei dem Schutz von Bäumen, deren Lebensalter in aller Regel mehrere Genrationen überdauern kann.

Bäume bieten einen Lebensraum für unzählige Tierarten. Sie halten das Grundwasser auch für die Vegetation um den Baum herum auf geländehohem Niveau. Des Weiteren spenden sie an den heißen Sommertagen sehnlich benötigten Schatten, produzieren Sauerstoff und verbessern das örtliche Mikroklima. „Dabei leisten sie einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz, indem sie das CO2 aus der Atmosphäre speichern und sehr viel Feinstaub aus der Umgebungsluft aufnehmen“, so Kristian Lempa von den Wachtberger Parents, der bereits im September letzten Jahres in Wachtberg zusammen mit den Parents die Öffentlichkeit mit einer Plakataktion auf die Bedeutung von Bäumen hingewiesen hatte. Dabei prägen sie ganz nebenbei auch noch durch ihre vielfach imposante Erscheinung das Ortsbild, wo immer sie stehen.

Vorurteile beseitigen

Beim Thema Baumschutzsatzung gelte es aber auch, durch sachliche Öffentlichkeitsarbeit mit vielen Vorurteilen aufzuräumen. Dabei ist es das Ziel einer Satzung, dazu beizutragen, allgemeingültige Standards für Ersatzmaßnahmen festzulegen und die Entwicklung des gesamten gemeindlichen Baumbestandes zu begleiten. Die Erfahrungen aus anderen Städten und Gemeinden zeigten zudem, dass die Angst vor Vorsorgefällungen unbegründet sei, so Lempa weiter. Die Anwendung bestehender fachlicher Normen für den Umgang mit Bäumen hat in der Praxis ganz erheblich durch Baumschutzsatzungen gewonnen, wie das Feedback aus anderen Kommunen weiter gezeigt hat. Das würde auch Wachtberg zugutekommen, ist sich Lempa sicher.

Keine Bauvorhaben und Investitionen verhindern

Wichtig sei es, dass Baumschutzsatzungen keine Bauvorhaben oder Investitionen verhindern. Sie dienten vielmehr dazu, eine willkürliche und unkontrollierte Beseitigung oder Schädigung von Großgrün zu verhindern. Mit einer Baumschutzsatzung könne es gelingen, den funktionell wirksamen Baumbestand auf einem bestimmten Niveau beizubehalten. Eine ganz wesentliche Funktion einer Baumschutzsatzung sei dabei die geordnete Festsetzung und Durchsetzung von schützenden und erhaltenden Maßnahmen an Bäumen, vor allem im Zusammenhang mit Bauarbeiten oder Landschaftseingriffen jeder Art, heißt es in der Pressemitteilung.

Hierbei gehe es sowohl um den Schutz des Wurzelraums bzw. um Wurzelsanierung bei Tiefbauarbeiten, als auch um den Schutz von Stamm und Kronenbereich. Die Anwendung bestehender fachlicher Normen für den Umgang mit Bäumen habe in der Praxis ganz erheblich durch Baumschutzsatzungen gewonnen, wie auch hier Beispiele von anderen Kommunen gezeigt haben. Das würde auch Wachtberg zugutekommen. Die Gestaltungsfreiheit einer Baumsatzung sei dabei recht groß. Selbstverständlich könnten in dieser Satzung auch Ausnahmeregelungen aufgenommen werden, um unbillige Härten zu vermeiden oder wenn ein öffentliches Interesse Ausnahmen gebietet. Es könnten neben satzungsmäßigen Ausnahmen auch Befreiungen erteilt werden.

Herausforderungen des Klimawandels annehmen

Die Parents for Future fühlen sich durch die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und den Grünen für diesen Antrag ermuntert, heißt es doch darin: „Wir wollen die Stärken unserer Gemeinde, das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger und die Chancen einer zukunftsweisenden Weiterentwicklung nutzen, um das Leben für alle noch besser zu machen. Diese bessere Zukunft ist jedoch nur denkbar, wenn wir die Herausforderungen des Klimawandels annehmen und uns diesem heute schon stellen. (...). Das bedeutet, dass alle wesentlichen Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit geprüft werden.“

Zum Thema Umweltschutz beabsichtigen CDU und Grüne auch, von sich aus ein Baumschutzkonzept zu entwickeln, das nicht nur den Erhalt des Baumbestands, sondern auch den zielgerichteten

Ersatz fehlender Bestände beinhaltet.

Deswegen ist Lempa sicher, dass mit dem Antrag zum Erlass einer Baumschutzsatzung „offene Türen“ eingerannt werden und der Rat diese Anregung zu einem gemeinsamen Konsens zusammenführen könnte.

Ausgangspunkt für die Beratungen im Rat der Gemeinde Wachtberg kann die Musterbaumschutzsatzung des deutschen Städtetages sein: Musterbaumschutzsatzung (galk.de).

Pressemitteilung

Parents for Future Wachtberg

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