Politik | 29.07.2015, 13:41 Uhr

Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg

Mit Praktikum Flücht- lingen eine Zukunft geben

Berufliche Einstiegsqualifizierung für Flüchtlinge mit Aufenthalt und Duldung möglich

Bonn. Eine Ausbildung ist und bleibt die Eintrittskarte in eine berufliche Zukunft und sichert Unternehmen motivierte und qualifizierte Arbeitskräfte. Auch unter den Asylsuchenden und Flüchtlingen sind eine Reihe hochmotivierter junger Menschen, die nur auf eine Chance warten.

Die Einstiegsqualifizierung

Eine Brücke in die Ausbildung kann zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung (EQ) sein. Das betriebliche Langzeitpraktikum orientiert sich an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe. Eine EQ dauert mindestens sechs bis maximal zwölf Monate und geht bis zum Ausbildungsbeginn. Es hat in den letzten Jahren bereits einige Erleichterungen beim Arbeitsmarktzugang von Flüchtlingen gegeben, aber eine gleichberechtigte Förderung auf dem Weg in eine Ausbildung war aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen kaum möglich. Durch eine Globalzustimmung entfällt nunmehr die Vorrangprüfung auch bei der Einstiegsqualifizierung, sodass sie nach 3-monatigem erlaubten Aufenthalt von Asylbewerbern mit einer Aufenthaltsgestattung und von geduldeten Personen angetreten werden kann.

Gute Erfahrungen mit den Langzeitpraktika

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sind sich Manfred Kusserow, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg und Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, einig. „Wir haben auch bei einheimischen Jugendlichen bereits gute Erfahrungen mit den Langzeitpraktika gemacht. Wir möchten Jugendlichen, die aus persönlichen Gründen, wegen schwacher Noten oder anderen Gründen Probleme haben, eine Chance bieten. Es ist eine gute Möglichkeit, Rohdiamanten zu entwickeln. In dem Langzeitpraktikum kann die Eignung dafür geprüft werden“, erläutert Kusserow. „Selbst wenn die Übernahme nicht im gleichen Betrieb möglich ist, erhalten die Jugendlichen ein betriebliches Zeugnis und ein Zertifikat der Kammer über die erfolgreiche Teilnahme. Damit können sie bei anderen Arbeitgebern nachweisen, dass sie Durchhaltevermögen haben und ihre erworbenen Grundkenntnisse einbringen. Teilweise ist auch die Anrechnung der EQ-Zeit auf die Ausbildung möglich“, ergänzt Hindenberg.

Jugendliche ohne Ausbildung fehlen später als Fachkraft

„Das Angebot an Ausbildungsstellen in unserer Region ist gut. Dennoch gibt es viele Jugendliche, Deutsche wie auch Ausländer, die diese zweite Chance über EQ brauchen. Deshalb möchten wir Arbeitgebern Mut machen, Jugendlichen mit schwierigem Vermittlungshintergrund eine Chance zu geben. Jeder Jugendliche, der ohne Ausbildung bleibt, wird später als Fachkraft fehlen. An Jugendliche richte ich den dringenden Hinweis, nicht zu lange zu warten. Je früher man sich bei uns meldet, umso größer sind die Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Mit der Berufsberatung können dann auch rechtzeitig Berufsalternativen besprochen werden“, empfehlen die Fachleute. Jugendliche, die sich für eine Einstiegsqualifizierung interessieren, können sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit vor Ort wenden. Ein Termin kann auch telefonisch unter der Service-Rufnummer Tel. (08 00) 4 55 55 00 (gebührenfrei vom Festnetz und vom Mobiltelefon), per EMail oder direkt über das Internet unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch vereinbart werden. Arbeitgeber, die eine Chance zu vergeben haben, wenden sich an den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit vor Ort, unter der Servicenummer Tel. (08 00) 4 55 55 20 (gebührenfrei vom Festnetz und vom Mobiltelefon). Alle Informationen auf www.arbeitsagentur.de.

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit

Bonn/Rhein-Sieg

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