Gemeinsame Forschung am RheinAhrCampus: FH und Fraunhofer-Gesellschaft
Mit dem Tragschrauber auf Erkundungsflug
Remagen. Er war unbestritten der Star des Tages, der weiße Tragschrauber, der im Innenhof des RheinAhrCampus (FH) die Aufmerksamkeit zahlreicher Besucher auf sich zog. Und um ihn geht es auch eigentlich. Der kleine Schrauber, der aussieht, als könne er für die Kinder zum Spielen mit heimgenommen werden, soll an der FH weiter entwickelt werden. Er hat eine große Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Flugsystemen und wird zur Vegetationsuntersuchung im Weinbau, in der Land- und Forstwirtschaft und als Lasermesssystem für 3D-Aufnahmen an der Erdoberfläche eingesetzt. Remagens Bürgermeister Herbert Georgi freute sich bereits im November vergangenen Jahres, dass er im Wirtschaftsförderungsaussschuss die Mitteilung machen konnte, dass sich ein Anwendungszentrum des Fraunhofer-Institutes am Hochschulstandort Remagen angesiedelt hat. Gemeinsam mit der FH wird nun an der Weiterentwicklung des Tragschraubers gearbeitet. Für die Hochschule liegt die Verantwortung in den Händen von Professor Jens Bongartz. Zur offiziellen Eröffnung am Campus waren zahlreiche Gäste erschienen. Unter ihnen als Vertreterin des Landes, die Staatssekretärin des Bildungsministeriums Vera Reiß, die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (CDU), der Präsident der Koblenzer FH Kristian Bosselmann-Cyran, Professor Dr. Ulrich Buller, für Forschungsplanung zuständiges Mitglied des Vorstandes der Fraunhofer-Gesellschaft, Remagens Bürgermeister Herbert Georgi, Exbürgermeister Lorenz Denn, der Vorsitzende des Fördervereines der FH, Thomas Wolff und der Vorsitzende der Konrad-Zuse-Stiftung Kurt Pauli.
Der Vize-Präsident der Koblenzer Hochschule Dietrich Holz begrüßte die zahlreichen Gäste und verlor auch einige Worte über Sinn und Aufgabe der Hochschulen. „Die Koblenzer FH, der auch Remagen angehört, hat sich der praxisorientierten Lehre verschrieben und macht zudem mit bemerkenswerten Aktivitäten im Bereich der angewandten Forschung von sich reden.“ Nun konnte gefeiert werden, dass gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft am Hochschul-Standort Remagen das „Anwendungszentrum für multimodale und luftgestützte Sensorik (AMLS)“ eröffnet wurde. Das Fraunhofer-Anwendungszentrum am RheinAhrCampus ist eines der ersten seiner Art in Deutschland und ist als Abteilung an das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) in Wachtberg angebunden. Professor Jens Bongartz, der das neu gegründete Anwendungszentrum leitet, erläuterte noch einmal die gemeinsame Planung: Ziel der Arbeit sei es, basierend auf einem Tragschrauber eine fliegende Sensorplattform zu entwickeln, die für zivile Beobachtungs- und Umweltüberwachungsaufgaben eingesetzt werden könne. Der Tragschrauber, der in Remagen „stationiert“ ist, konnte von der Hochschule 2011 über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn angeschafft werden. Die Landesregierung fördert den Aufbau der ersten Fraunhofer-Einrichtung im nördlichen Rheinland-Pfalz mit einer halben Million Euro. Staatssekretärin Vera Reiß unterstrich: „Die Fraunhofer-Gesellschaft ist für das Land ein verlässlicher Partner, wenn es darum geht, die anwendungsorientierte Forschung in Rheinland-Pfalz voranzutreiben. Mit dem neuen Anwendungszentrum lässt sich diese Erfolgsgeschichte auch im Norden unseres Landes fortschreiben.“ Die Staatssekretärin ergänzte: „Unsere breite Basisförderung in Forschung und Lehre kombinieren wir mit der gezielten Unterstützung zukunftsorientierter und innovativer Forschungsgebiete innerhalb und außerhalb der Hochschulen.“ Traditionell besteht schon seit Jahren ein intensiver Kontakt zwischen dem RheinAhrCampus und dem FHR sowie dem Wachtberger Schwesterinstitut FKIE, erläuterte der Präsident der Hochschule Koblenz, Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran. Er betonte: „Das Fraunhofer-Anwendungszentrum in Remagen dokumentiert beispielhaft, dass Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft und Wissenschaft uns als leistungsfähige Forschungspartner sehen.“
Dass unterstrich auch Bürgermeister Herbert Georgi, der sich gerade mit Wirtschaftsförderer Marc Bors für die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen am Standort Remagen einsetzt. „Die Forschungsarbeit an der FH soll auch unseren Unternehmen in Remagen zugute kommen, das war auch ein Sinn der Ausgleichszahlung. Manch ein Studierender der FH ist heute bereits ein guter Steuerzahler“, hatte Georgi bereits im Ausschuss schmunzelnd verkündet.
AB
