Politik | 15.07.2019

FWG Bad Breisig

Mit ihrer Wahlanalyse heftige Kritik ausgelöst

Bad Breisig. So ganz dürfte die quellenstädtische CDU ihre krachende Wahlniederlage wohl noch nicht überwunden haben. Im Gegenteil: Zwar lässt ihr ehemaliger Stadtverbandsvorsitzender und nun auch Ex-Fraktionschef Norbert Heidgen die Bürger über die Medien wissen, seine Partei respektiere den Wählerwillen. Und genauso werde auch die verpatzte Wiederwahl der Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch hingenommen. Ohne Gegenkandidaten erhielt sie dennoch nur 43 Prozent der Wählerstimmen. „Tatsächlich sind die Spitzenleute der CDU emsig bemüht, die Schuld an diesem spektakulären Debakel anderen zuzuschieben, statt die Fehler zunächst einmal bei sich selbst zu suchen. Aber das kennen wir ja“, sagen Jürgen Sieler und Robert Hoß. Beide sind sie Freie Wähler und gehören der neuen Stadtratsfraktion an, die von vier auf jetzt sechs Sitze angewachsen ist. Über Jahrzehnte hinweg hat die CDU, immer wieder mit einer absoluten Mehrheit ausgestattet, das Politgeschehen in der Quellenstadt geprägt. Ab jetzt müssen drei etwa gleichstarke Fraktionen um die Durchsetzung ihrer jeweiligen Konzepte miteinander ringen. „Für die Bürger und ihre Stadt kann das nur von Vorteil sein“, so Sieler und Hoß. Entschieden weisen die beiden jedoch „Hirngespinste“ christdemokratischer Spitzenleute zurück, insbesondere die FWG sei verantwortlich für eine politische Kultur in Bad Breisig, die von persönlichen Anfeindungen einiger weniger politischer Akteure im Ort geprägt sei“. Das habe dazu geführt, dass so mancher Bürger sich nicht mehr ehrenamtlich in der Politik engagieren wolle. Tatsache sei jedoch, dass vor allem die „Thermen-Politik“ der CDU und ihrer Bürgermeisterin so manchen Bürger, aber genauso auch Gäste der Römer-Thermen auf die sprichwörtlichen Barrikaden trieb. Dass die Öffentlichkeit das Ringen um eine wirtschaftlich bessere Zukunft für diesen städtischen Eigenbetrieb in nahezu allen Phasen mitverfolgen und sich so ein fundiertes Urteil für die Stadtrats- und Bürgermeisterwahl bilden konnte, sei zu einem guten Teil der FWG zu verdanken. Der Bürger mischte sich ein. Eine breite Diskussion erfolgte. Die CDU jedoch setzte weiter auf ihre absolute Mehrheit, drückte Pläne durch, etwa für den Standort einer Stadthalle, was helles Entsetzen auslöste. Aber der Bürger fühlte sich informiert, die CDU legte bei der Stadthallen-Debatte sogar einen Rückwärtsgang ein. Zu spät“, sagen die beiden von der FWG. Dass eine derart breite, kontroverse Debatte Wahlen durchaus beinflussen kann, war „ganz im Sinn einer lebhaften Demokratie“.

Verwundert zeigen sich Sieler und Hoß, wenn Heidgen kritisiert, die anderen politischen Kräfte, allen voran die FWG, hätten im Wahlkampf offensiv für die Abwahl der Bürgermeisterin geworben. „Ja was denn sonst. Wenn wir der Auffassung sind, die Bürgermeisterin sei für dieses Amt nicht genügend geeignet, dann müssen wir dafür eintreten, dass sie dementsprechend auch den Platz zu räumen hat. Oder ist es schon eine Majestätsbeleidigung, wenn die Bürgermeisterin in aller Öffentlichkeit kritisiert wird?“ „Wir haben einen Wahlkampf der Argumente, nicht der Unterstellungen geführt. Klar, es wurde nicht mit Wattebäuschen geworfen. Die Auseinandersetzungen waren hart, aber fair“, finden die beiden FWG-Mandatsträger. Nicht allein ihrer Einschätzung nach, dürfte es „schwierig, aber machbar sein, dass die Bad Breisiger Politik zurückfindet zur normalen, unaufgeregten Arbeit“. Pressemitteilung

FWG Bad Breisig

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Heizölanzeige
Ausverkauf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Innovatives rund um Andernach
Gesundheit im Blick
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
100 Jahre Eifelverein Dernau
Empfohlene Artikel
17

„Saubere Flüsse bieten Schutz vor Hochwasser“ lautete die Überschrift eines Berichts in der Ausgabe 14/2026 des BLICK aktuell. Darin hieß es u.a.: „Während die Verbandsgemeinde Bad Breisig die öffentlich-rechtliche Verpflichtung zur Gewässerunterhaltung wahrnimmt, obliegt den Grundstückeigentümern die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht für Uferbereiche und Bewuchs.“

Weiterlesen

Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
359

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
36

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
10

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
27

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Gesundheit im Blick
Kleinanzeigen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen in Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien
SB Wahlen