Politik | 04.05.2020

Arbeitskreis Heimat und Tourismus Engers

Mobiles Bürgerbüro gefordert

Neuwied-Engers. Das Neuwieder Bürgerbüro bei der Stadtverwaltung ist eine gute Einrichtung, denn dort kann man alle Angelegenheiten, die Bürgerinnen und Bürger betreffen, an einer Stelle erledigen und muss nicht nach den zuständigen Ämtern in Verwaltung suchen.

Doch in vielen Städten in der Bundesrepublik geht man noch einen sinnvollen Schritt weiter. Und zwar haben dort die Verwaltungen diese Einrichtung in die jeweiligen Stadtteile getragen und die dort Wohnenden müssen nicht von ihrem Wohnort zur zentralen Stadtverwaltung fahren, sondern können jeweils etwa einmal im Monat dies in ihrem Stadtteil erledigen, weil die Verwaltung zu ihnen kommt.

Dies hat viele Vorteile, denn, abgesehen von dem perfekten Service, den die Verwaltung zu ihnen bringt, wird zum einen der PKW-Verkehr in der Innenstadt reduziert und den Bürgerinnen und Bürgern werden Fahrtkosten erspart.

Auch der Arbeitskreis Heimat + Tourismus Engers schlägt vor, dass ein solcher Dienst in Neuwied eingerichtet wird. Sein Vorschlag ist es, dass, mit Hilfe der Ortsbeiräte in den jeweiligen Stadtteilen Örtlichkeiten gesucht werden, wo in einem festgelegten Rhythmus eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Bürgerbüros eine Sprechstunde abhält und mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Technik auch alle die Vorgänge erledigt werden können, die sonst im Bürgerbüro der Verwaltung in der Innenstadt abgearbeitet werden. Nach Auffassung des Arbeitskreises ist es ökonomischer und ökologischer wenn ein Mitarbeiter in einen Stadtteil fährt, als dass für ca. 30.000 Bürgerinnen und Bürger aus den Stadtteilen diese Angelegenheiten jeweils nach Neuwied getragen werden. Doch die Verwaltung sieht das anders, denn die an Oberbürgermeister Jan Einig gerichteten Schreiben werden jetzt vom zuständigen Dezernenten Ralf Seemann mit einer Absage beantwortet. Als Begründung führt dieser an, dass man schon 2010 einen ersten Versuch in diese Richtung gestartet hätte mit dem „Bürgerbüro im Koffer“. Dies war von der Landesregierung inszeniert, jedoch mit vielen Mängeln und Einschränkungen belastet. Zum einen wurde es in Neuwied nur unzureichend bekannt gemacht und der angesprochene Personenkreis war so eingeschränkt auf Mobilitätsbehinderte, dass die geringe Nachfrage, die jeweils vor einem Einzelbesuch geleistet werden musste, den Aufwand nicht lohnte. Dieser Versuch hat nichts mit dem Anliegen des Arbeitskreises gemein, der sich für alle Bürgerinnen und Bürger in allen Stadtteilen einsetzt. Zudem ist auch noch ein weiteres Erschwernis in der letzten Zeit hinzugekommen, denn die jeweiligen Ortsvorsteher dürften nicht mehr, wie in der Vergangenheit, Unterschriften beglaubigen. Jetzt muss man auch wegen einer solchen Lappalie in die Innenstadt fahren. Auch hatte der Arbeitskreis in dieser Sache die SPD-Stadtratsfraktion um Unterstützung gebeten. Doch von dort kam noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung der umfangreich zugestellten Unterlagen und Informationen aus anderen Städten. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Josef Kretzer, hat in einem Antwortschreiben an Beigeordneten Seemann die ablehnende Haltung der Verwaltung bedauert und stellt hierzu fest, dass Neuwied damit eine Chance Bürgernähe wirksam zu praktizieren, wieder einmal verspielt hat.

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und Tourismus Engers

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