Politik | 14.05.2019

FDP legt Diskussionspapier zu Ahrtalbahn und ÖPNV vor

Mobilität im Kreis Ahrweiler im Jahr 2030

Überraschende Ergebnisse und weitreichende Forderungen

Matthias Bertram (Zweiter von links), Karl-Heinz Kreuzberg (Dritter von links) und Rolf Deissler (Zweiter von rechts) überreichen das Konzept zur Verbesserung der Ahrtalbahn an die Kreistagsmitglieder Ulrich van Bebber (Vierter von links) und Christina Steinhausen. Mit dabei sind die Vertreter der FDP in Altenahr, Sebastian Czernik und Berthold Phiesel.Foto: privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ein umfassendes Mobilitätskonzept 2030 hatte die FDP bereits bei ihrem Parteitag gefordert. Im Kreistag hatten Ulrich van Bebber und Christina Steinhausen als Vertreter der FDP-Fraktion gefordert, eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe Mobilität 2030 einzurichten. Jetzt legt eine FDP-Arbeitsgruppe ein Papier vor, in dem besonders die Ahrtalbahn und deren Perspektiven im Kontext des ÖPNV betrachtet werden. Diskutiert wird das Thema „Sicherung der Ahrtalbahn“ bereits seit Sommer 2018, ebenso wurden Gespräche mit dem Verkehrsministerium in Mainz geführt. Aus Mainz wurde Unterstützung für wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Konzepte im Ahrkreis signalisiert.

Grund genug für die FDP des Kreises Ahrweiler, eine Arbeitsgruppe von Fachleuten einzurichten, die zunächst unter dem Arbeitstitel „Sicherung, Ausbau und Vernetzung der Ahrtalbahn“ ihre Arbeit aufnahm. Unter der Leitung von Dipl. Ing. Matthias Bertram aus Ahrweiler begann die Arbeitsgruppe (Rolf Deissler aus Bad Neuenahr und Karl Heinz Kreuzberg, aus Altenahr) Anfang des Jahres mit den Arbeiten. In internen Workshops stellte sich bald heraus, dass das Thema Ahrtalbahn in keiner Weise isoliert und erst recht nicht nur unter dem Schlagwort „Elektrifizierung“ betrachtet werden darf, wie es von manchen Parteien in den vergangenen Monaten lautstark propagiert wurde. „Die Elektrifizierung ist eine Option von vielen, die eventuell langfristig greifen kann. Sollte dieses Schlagwort allerdings dazu genutzt werden, von den eigentlichen, schneller zu realisierenden kurzfristigen Arbeiten abzulenken, so wäre dies fatal,“ erläutert Matthias Bertram. Das wesentliche Thema für die Ahrtalbahn sei: Wie ist eine höhere Auslastung und eine bessere Akzeptanz für die Ahrtalbahn und den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis und der Region zu erreichen?

Unter dieser Prämisse wurde die Zielsetzung der Arbeitsgruppe abgeändert in: „Sicherung, Ausbau und Vernetzung der Ahrtalbahn (RB39 und RB30) mit dem ÖPNV im Kreis Ahrweiler unter Berücksichtigung des massiv zunehmenden Fahrrad- und E-Bike-Aufkommens“. Jetzt wurde der Bericht der Arbeitsgruppe vorgelegt. „Ziel ist es, das Konzept im neugewählten Kreistag einzubringen und zu diskutieren und möglichst bald einen überparteilichen Konsens zu erzielen“, erläutert der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber.

Höhere Auslastung

Die wesentlichen Aussagen des Konzeptes mit dem Ziel einer besseren Mobilität sind: Langfristig wird die Ahrtalbahn nur zu sichern sein durch eine höhere Auslastung (unabhängig davon, ob diese diesel- oder elektrisch-betrieben ist). Diese Auslastung kann erreicht werden durch ein gut vernetztes System von Bahn mit ÖPNV und anderen Verkehrssystemen, wie zum Beispiel dem stark wachsenden Radverkehr. Dafür sind die baulichen und verkehrsleittechnischen Voraussetzungen (inclusive Anbindung der Bahnhöfe, Haltestellen, Schulen, Gewerbegebiete) zu schaffen. Der qualitative Ausbau der Bahn hat nichts/wenig mit einer möglichen zukünftigen Elektrifizierung zu tun. Ein niedriges, einfaches und preiswertes Tarifsystem wird zu einer höheren Akzeptanz für Busse und Bahnen führen. Voraussetzung sind natürlich eine gute Qualität der Busse und eine gute Ausbildung und Sprachkompetenz der Busfahrer. Zu unterstützen ist dieses System durch ein geeignetes Parkraummanagement, das den individuellen Pkw-Verkehr möglichst vor der Stadt hält, um von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch Leihfahrrädern beziehungsweise Elektrorollern in der Stadt unterwegs zu sein. Die von der FDP des Kreises Ahrweiler eingebrachte Initiative zu einem forcierten Ausbau der Digitalisierungsinfrastruktur kann eine große Hilfe für die Umsetzung einiger dieser Maßnahmen sein, denn erst sie schafft die Voraussetzung für eine umfassende Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger. Im Rahmen der Vorbereitungen zur Landesgartenschau sollten einige der angesprochenen Punkte schon einmal getestet werden. Vorreiter kann hier die Öffentliche Verwaltung mit ihren Mitarbeitern sein oder auch kommunale Betriebe wie zum Beispiel die Ahrtalwerke.

Konzept begrüßt

Christina Steinhausen, Spitzenkandidatin der FDP für den Kreistag, begrüßte das Konzept ausdrücklich: „Das ist eine hervorragende Diskussionsgrundlage für den nächsten Kreistag. Wir müssen im Bereich der Mobilität deutliche Fortschritte erzielen. Wir wollen dies parteiübergreifend erreichen.“ Der Bericht der Arbeitsgruppe kann beim FDP-Kreisverband (www.fdp-aw.de/positionen/) eingesehen werden.

Pressemitteilung der

FDP des Kreises Ahrweiler

Matthias Bertram (Zweiter von links), Karl-Heinz Kreuzberg (Dritter von links) und Rolf Deissler (Zweiter von rechts) überreichen das Konzept zur Verbesserung der Ahrtalbahn an die Kreistagsmitglieder Ulrich van Bebber (Vierter von links) und Christina Steinhausen. Mit dabei sind die Vertreter der FDP in Altenahr, Sebastian Czernik und Berthold Phiesel.Foto: privat

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