Politik | 09.02.2022

SPD-Grafschaft: Lösung für das Unternehmen ZF und deren Mitarbeiter im Visier

Möglicher Alternativstandort in der Grafschaft

Grafschaft. „Nach wie vor lehnen wir ein drittes Gewerbe- und Industriegebiet in der Grafschaft ab. Dennoch arbeiten wir seit Wochen an konstruktiven Lösungen, um dem Werk Ahrweiler des Unternehmens ZF Friedrichshafen AG im nahen Umfeld des jetzigen Standortes eine Perspektive zu ermöglichen. Uns geht es vor allem um eine gesicherte Zukunft für die 292 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Familien“, so Udo Klein für die SPD Grafschaft. „Wir unterstützen daher die Suche nach einer geeigneten Fläche. Immer realitätsnah und unter Berücksichtigung vieler unterschiedlicher Interessen.“

Seit der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer sucht das Unternehmen ZF händeringend einen neuen, sicheren Standort in räumliche Nähe zum bisherigen Gelände in Ahrweiler. In diesem Zusammenhang wurden sehr früh großflächige, neu zu erschließende Gewerbegebiete in der Gemeinde Grafschaft in die Diskussion eingebracht. Unter anderem ein 18,6 ha großes Gebiet am Kreisel in Beller in der Nähe des Innovationsparks Rheinland. Dieses Gebiet sollte nach den Vorstellungen der Grafschafter FDP als interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler für eine Vielzahl von Unternehmen aus der Region, aber auch für Neuansiedlungen seitens der Kreisstadt entwickelt werden.

Die Reaktion auf dieses Ansinnen durch die Grafschafter Politik kam schnell und eindeutig. Alle Ratsfraktionen (außer der zweiköpfigen FDP Fraktion) lehnen ein drittes Gewerbe- und Industriegebiet in der Gemeinde Grafschaft klar ab. Denn ein weiteres großes Gewerbegebiet widerspricht elementar den bisherigen Vorstellungen der großen Mehrheit der Grafschafter Bürgerinnen und Bürger, wie sich bei der Erstellung des Gemeindeentwicklungskonzeptes gezeigt hat. Nach den großen Firmenansiedlungen der letzten Jahre hat sich eine eindeutige Mehrheit für eine moderate und zurückhaltende Entwicklung im Gewerbebereich ausgesprochen. Diesem Votum fühlt sich eine große Ratsmehrheit (außer die FDP) verpflichtet.

„Logische Konsequenz ist zwar die klare Absage an ein weiteres, großes Gewerbegebiet, keineswegs aber eine Absage an die Belange von ZF, ihrer Mitarbeiter und deren Familien“, so die Grafschafter Sozialdemokraten. „Ein großer Teil der ZF- Mitarbeiter wohnt und lebt in Grafschaft und bangt nun um ihren Arbeitsplatz. Diesen Menschen fühlen wir uns verpflichtet. Daher haben wir auf vielen unterschiedlichen Ebenen Gespräche geführt, um eine Lösung für einen neuen Standort für ZF zu finden.“

Das Unternehmen benötigt nach eigenen Angaben eine Fläche von ungefähr 2 ha, die allerdings zeitnah zur Verfügung stehen muss. „Die einzige Fläche, die hier aus unserer Sicht in Betracht kommt, ist die bereits genehmigte Erweiterung am Gewerbepark Gelsdorf mit rund 9 ha Fläche. Hier sollen zwar nach der Vorgabe des Gemeinderates vorrangig Flächen für Grafschafter Unternehmen entstehen, aber in dieser besonderen Härte-Situation möchten wir ZF mit einem Grafschafter Unternehmen gleichstellen. Wir halten dies für angemessen und vertretbar. Wir glauben, dass auch der überwiegende Teil der Grafschafter Bevölkerung diese Position unterstützen wird. Zumal hier nicht zusätzliche

Flächen ausgewiesen werden müssen, sondern lediglich eine andere Verteilung des bereits in der Planung befindlichen Gebietes vorgenommen wird.“

In der Erweiterung des Gelsdorfer Gewerbeparks ist schon eine Fläche für die Firma Frutania in der Entwicklung, die dort eine Apfelsortieranlage errichten möchte.

„Aufgrund der dann noch frei verfügbaren Fläche, wäre eine Baufläche für ZF in Gelsdorf grundsätzlich vorstellbar. Noch im Sommer 2022 könnte das Bauleitverfahren abgeschlossen sein. Das entspricht den Wünschen von ZF und Frutania gleichermaßen“, so die Grafschafter SPD.

„Auch aus landesplanerischer Sicht scheint eine Ansiedlung von ZF an diesem Platz realistisch und umsetzbar. So die Signale, die wir aus Mainz erhalten haben“, ergänzt Fraktionschef Hubert Münch. „Gerne haben wir diesen Vorschlag auch in einem Gespräch unserer Fraktion mit dem Betriebsrat des ZF-Werkes Ahrweiler erörtert. Bevor wir dann gegebenenfalls in die gemeindlichen Entscheidungsprozesse einsteigen, sind natürlich noch viele Details zu klären und zu lösen. Dann wird man sehen, ob es eine politische Mehrheit im Gemeinderat für diesen Vorschlag gibt. Nach unserem Gespräch mit dem ZF Betriebsrat wird die Möglichkeit, nach Gelsdorf kommen zu können, von diesem überaus positiv bewertet.

„Unser Ziel ist es, einen Konsens zu erreichen, in dem sowohl die berechtigten Belange der Grafschafter Bürgerinnen und Bürger und die Interessen der Grafschafter Unternehmen und Landwirte als auch die Vorstellungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und der Geschäftsführung von ZF Berücksichtigung finden. Wenn dies gelingt, würden wir gerne ZF als neues Mitglied der kommunalen Familie der Gemeinde Grafschaft begrüßen. Ein Mitglied, welches auch mit seinem Gewerbesteuerbeitrag seinen Anteil zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens beitragen wird. Bis dahin ist noch einiges zu tun, aber das konstruktive und offene Gespräch mit dem ZF Betriebsrat war ein wichtiger Baustein, sich diesem gemeinsamen Ziel zu nähern“, so die Grafschafter Sozialdemokraten abschließend.

Pressemitteilung SPD-Grafschaft:

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