Politik | 16.03.2016

Gründung eines Kindergartenzweckverbandes zur Errichtung einer gemeinsamen zweigruppigen Kindertagesstätte in Müden

Moselkern und Müden gehen in Sachen Kinderbetreuung gemeinsame Wege

Die Ortsbürgermeister Kratz und Thönnes tauschten die Verbandsordnung im Beisein von Bürgermeister Helmut Probst, Pfarrer Flöck, Christina Ostermann (Kindergartenleiterin) sowie Mitgliedern der Gemeinderäte aus.privat

Moselkern/Müden. Die Gemeinderäte von Moselkern und Müden haben in den letzten Monaten in vielen Sitzungen über das zukünftige Betreuungsangebot der örtlichen Kindergärten beraten. Im Vordergrund stand der jeweilige Umbau der Kindergärten Moselkern und Müden zu Ganztagseinrichtungen mit den dazu geforderten notwendigen Nebenräumen. Die Erweiterung des Betreuungsangebotes ist notwendig, da immer mehr Ganztagsplätze gefordert werden. Viele Kinder werden bereits heute in anderen Einrichtungen mit Ganztagsangebot betreut.

Die Sanierung und Erweiterung der Kindergärten Müden und Moselkern in eingruppige Ganztagseinrichtungen würde jeweils Kosten von rd. 500.000 Euro verursachen. Nach einer Kostenschätzung belaufen sich die Gesamtkosten für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Müden in eine zweigruppige Ganztagseinrichtung, in der dann auch die Kinder von Moselkern und Müden gemeinsam betreut werden, auf 578.000,00 Euro. Der Umbau des Kindergartens Moselkern in eine zweigruppige Ganztagseinrichtung würde dagegen Kosten von 740.000,00 Euro verursachen. Bei allen Alternativen wäre ein Umbau bzw. eine Erweiterung im Bestandsgebäude vorgesehen.

Auch die jeweiligen Kirchengemeinden als Bauträger der Kindergärten wurden über die Baukosten für die einzelnen Vorhaben informiert und in den Entscheidungsprozess miteinbezogen.

Pfarrer Flöck appellierte an die Ratsmitglieder beider Gemeinderäte, eine gemeinsame Lösung zu suchen und einen von beiden Kindergärten bedarfsgerecht zweigruppig auszubauen. Nur so können die notwendigen Voraussetzungen für die Zukunft, dies seien Ganztagsplätze, geschaffen werden. Es sollte jedoch innerhalb der Ortsgemeinden eine Einigung auf einen Kindergartenstandort gezielt werden. Dies würde grundsätzlich auch vom Bistum Trier so gesehen.

Auch in einer Gemeinderatssitzung in Moselkern formulierten anwesende Eltern einen dringenden Handlungsbedarf und forderten den Gemeinderat auf, sich wegen der Standortfrage mit dem Gemeinderat von Müden zusammenzusetzen. Hierbei hielten die Eltern aus Moselkern nicht zwingend am Kindergartenstandort Moselkern fest.

Die Ortsbürgermeister mit ihren Beigeordneten haben etliche Gespräche über eine gemeinsame Einrichtung geführt. Im Vordergrund dieser stand eine mögliche Schließung des Kindergartens Moselkern und die Errichtung einer zweigruppigen Kindertagesstätte am Standort Müden. Alle Beteiligten sahen hierin für beide Ortsgemeinden über Jahre die wirtschaftlichste Alternative.

Die Angelegenheit wurde Anfang Januar an zwei aufeinander folgenden Tagen in den Gemeinderäten ausführlich diskutiert. Der Gemeinderat Moselkern war bereit, den Kindergarten Moselkern aufzugeben und die Kinder in der Kindertagesstätte Müden betreuen zu lassen. Voraussetzung war die Gründung eines gemeinsamen Kindergartenzweckverbandes mit der Ortsgemeinde Müden. Der neue Kindergartenzweckverband könnte auch die Bauträgerschaft der Kindertagesstätte übernehmen, sollte die Kath. Kirchengemeinde Müden diese abgeben wollen. Die Betriebsträgerschaft soll nach wie vor bei der bistumseigenen Kita-gGmbh Trier verbleiben.

Für die geplante Baumaßnahme können noch Bistumszuschüsse von bis zu 35 Prozent in Höhe von rd. 202.000 Euro beantragt werden. Landeszuschüsse sind aufgrund von Ausstattungsförderungen für Kinder unter drei Jahren in den vergangenen Jahren nicht mehr zu erwarten. Der Zuschuss des Landkreises Cochem-Zell könnte sich auf rd. 104.200,00 Euro belaufen.

Bei den Ortsgemeinden Moselkern und Müden verbleiben Baukosten von rd. 271.800,00 Euro. Aufgrund der derzeitigen Kinderzahlen und den Standortvorteil wird die Ortsgemeinde Müden hiervon 80 Prozent und die Ortsgemeinde Moselkern 20 Prozent, max. 60.000,00 Euro, übernehmen. Die späteren Unterhaltungs-, Sach- und Personalkosten werden nach Kinderzahlen auf die jeweiligen Ortsgemeinden aufgeteilt.

In einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte Moselkern und Müden Anfang Februar haben die beiden Räte übereinstimmende Beschlüsse zur Gründung eines Kindergartenzweckverbands der Ortsgemeinden Moselkern und Müden gefasst und die Verbandsordnung beraten. Diese legt unter anderem fest, dass jede Ortsgemeinde drei stimmberechtigte Mitglieder in die Verbandsversammlung entsendet. Die Mitglieder werden in der nächsten Gemeinderatsitzung der jeweiligen Ortsgemeinde gewählt.

Bürgermeister Helmut Probst, der sich in den letzten Wochen und Monaten intensiv in die Gespräche eingebracht hat, begrüßte die gefundene Lösung ausdrücklich. „Der Kompromiss entlastet die angespannten Haushalte der beiden Ortsgemeinden und die Aufwendungen des Bistums und des Landkreises um mehrere hunderttausend Euro. Letztlich wird zudem der Grundschulstandort Müden gestärkt,“ so der Bürgermeister.

Im Anschluss an die Sitzung tauschten die Ortsbürgermeister Wolfgang Kratz, Moselkern, und Franz Josef Thönnes, Müden, die beschlossene Verbandsordnung im Beisein von Bürgermeister Helmut Probst, Pfarrer Flöck, Frau Christina Ostermann (Kindergartenleiterin Müden) sowie einigen Mitgliedern der Gemeinderäte Moselkern und Müden aus.

Pressemitteilung

Verbandsgemeinde-

verwaltung Cochem

Die Ortsbürgermeister Kratz und Thönnes tauschten die Verbandsordnung im Beisein von Bürgermeister Helmut Probst, Pfarrer Flöck, Christina Ostermann (Kindergartenleiterin) sowie Mitgliedern der Gemeinderäte aus.Foto: privat

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