Gemeinsame Sitzung von Schulausschuss und Bauausschuss
Multifunktionalen Neubau der Grundschule Odendorf samt Dorfsaal auf Weg gebracht
Das 11,7 Millionen Euro teure Großprojekt in der Flamersheimer Straße soll neben einer Grundschule mit zwölf Klassenzimmern auch einen 250 Quadratmeter großen Dorfsaal umfassen
Swisttal-Odendorf. In einer gemeinsamen Sitzung brachten der Swisttaler Schulausschuss sowie der Bau-, Vergabe- und Denkmalschutzausschuss den multifunktionalen Neubau einer Grundschule samt Dorfsaal in Odendorf einstimmig auf den Weg.
Für das Großprojekt in der Flamersheimer Straße am jetzigen Standort der Grundschule „Am Zehnthof“ schätzt Architekt Christoph Rütter vom Bonner Architekturbüro Königs und Rütter-Awaragi die Gesamtkosten auf 11,7 Millionen Euro.
Diese Summe beinhaltet eine angenommene Kostensteigerung um fünf Prozent im Vergleich zu den heutigen Baukosten, da frühestens im Frühjahr 2022 mit dem Bau begonnen werden könne. Der Bauantrag soll Mitte nächsten Jahres gestellt werden, die Bauzeit dürfte knapp zwei Jahre betragen. Doch vielleicht könnte zumindest die Schule bereits im Sommer 2023 in die neuen Räume einziehen. All das hängt allerdings davon ab, ob der erwartete Zuschuss des Landes in Höhe von 1,5 Millionen Euro tatsächlich fließt.
Die Zeit drängte wegen einer Zuschussfrist
Deshalb drängte auch die Zeit, denn um in den Genuss der Landesförderung zu kommen, muss das Projekt bis zum 30. September als eine Maßnahme im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden. Schließlich handele es sich um ein „Starterprojekt“ im ISEK--Prozess, der das ganze Gebiet der Gemeinde Swisttal umfasst mit Schwerpunkten in Odendorf, Heimerzheim und Buschhoven, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU). Jetzt sei ein Grundsatzbeschluss notwendig, um das Projekt auf den Weg zu bringen und die dringend benötigten Zuschüsse beantragen zu können. Architekt Rütter stellte klar, dass es sich nur um einen weiteren Zwischenschritt handele, der in den kommenden Monaten noch verfeinert werde. Die Fortschreibung der Machbarkeitsstudie sei die Grundlage für die weiteren Entscheidungen. Wegen steigender Schülerzahlen müsse die bestehende Grundschule „Am Zehnthof“ aufgestockt werden, mittlerweile müsse man zwölf Schulklassen dauerhaft unterbringen. Darüber hinaus benötige man auch noch Räume für die Offene Ganztagsschule. Dies habe man nun in der aktualisierten Machbarkeitsstudie berücksichtigt. Dabei werde angesichts der erhöhten Schülerzahl für den Schulhof eine Größe von 1500 Quadratmetern gefordert, die man gerade so habe erreichen können.
Schulverwaltung und Dorfsaal im Erdgeschoss
Die Planung sehe vor, dass die Schulverwaltung komplett im Erdgeschoss untergebracht werde. Neben dem Lehrerzimmer und dem Sekretariat sind hier auch der Schulleiter und sein Stellvertreter untergebracht, außerdem gibt es eine Mensa mit 50 Plätzen samt Küche und Essensausgabe. Daran schließt sich eine Erschließungsteil mit einem Foyerbereich und einem Hausmeisterraum an. Ebenfalls im Erdgeschoss ist der neue Dorfsaal mit einer 71 Quadratmeter großen Bühne, mit Theke, Garderobe, Küche und Nebenräumen. Der Dorfsaal sei auf unterschiedliche Arten nutzbar und bietet auf 250 Quadratmetern bis zu 500 Personen Platz. Bei Bestuhlung können bis zu 400 Sitzplätze eng gestellt werden. Sind auch Tische vorgesehen, so finden hier noch 266 Personen Platz. Auch ein Basar könnte hier stattfinden, mit gut zwei Dutzend Ständen. Darüber hinaus ist der Dorfsaal sowohl in zwei Bereiche wie auch in drei Bereiche teilbar, sodass bis zu drei verschiedene Veranstaltungen gleichzeitig darin abgehalten werden könnten.
Im ersten Obergeschoss sind vier Klassenräume und vier OGS-Räume vorgesehen sowie die dazugehörige Peripherie wie Sanitäranlagen, Besprechungsräume und Räume für die Sonderpädagogik. Im jetzt voll ausgebauten zweiten Obergeschoss sind weitere acht Klassenräume sowie zwei OGS-Räume, ein Fachunterrichtsraum und ein Zimmer für Sonderpädagogik vorgesehen. Im Kellergeschoss schließlich gibt es einen 150 Quadratmeter großen Gymnastikraum, einen Musikraum, einen Mehrzweckraum sowie eine Künstlergarderobe und mehrere Lagerräume.
Massivbau ist günstiger als Holzbau
Da im Vorfeld die Frage aufgetaucht war, ob es nicht günstiger sei, statt eines Massivbaus einen Holzbau zu verwirklichen, hatte Architekt Rütter Mehrkosten in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent für eine Holzkonstruktion ermittelt, die zudem einen höheren Instandhaltungsaufwand nach sich ziehe. Allerdings könnte dadurch die Bauzeit um sechs bis acht Wochen verkürzt werden, und auch die ökologische Seite sei natürlich besser. Für Gebäude dieser Größenordnung sei eine Holzbauweise aber sehr ungewöhnlich, deshalb stellte er sehr infrage, ob die kleine Gemeinde Swisttal ein solches Experiment schultern wolle und könne.
Berücksichtigt werden soll nach dem Willen der beiden Ausschüsse jedoch eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch, eine Pauschale für eine mögliche Erweiterung der Heizungsanlage, falls die vorhandene Fernwärmeversorgung nicht ausreichen sollte, sowie der Einbau einer Lüftungsanlage, wie von der FDP gefordert worden war. Auch alternative Baustoffe sollen noch einmal näher beleuchtet werden in den weiteren Verfahrensschritten.
JOST
