Zukunft Bolzplatz Westerwald
Nachhaltige Nutzung des Bolzplatzes Westerwaldstraße in der Gemeinde prüfen
Rheinbreitbach. Seit einiger Zeit frage ich mich, welchen Zweck die Fläche an der Westerwaldstraße neben der Kita eigentlich noch erfüllt. Sie ist als Bolzplatz ausgewiesen, doch wenn ich täglich daran vorbeifahre, sehe ich dort so gut wie nie Kinder spielen. Richtige Tore gibt es meines Wissens ebenfalls nicht. Gleichzeitig wächst die Fläche immer wieder zu und die dort stehenden Mülltonnen sind teilweise überfüllt.
Dabei gibt es in der Gemeinde bereits einen großen Fußballplatz, der wesentlich bessere Möglichkeiten für den Fußballsport bietet.
Vielleicht wäre es deshalb an der Zeit, einmal grundsätzlich über die Zukunft dieser Fläche nachzudenken.
Nach meiner Einschätzung umfasst der Platz etwa 465 Quadratmeter. Bei einer naturnahen Aufforstung könnten dort rund 100 bis 110 junge Bäume Platz finden. Mit einer Mischung aus beispielsweise Eiche, Buche und Ahorn könnte sich daraus über die Jahrzehnte ein kleines Waldstück entwickeln.
Das wäre natürlich kein Ersatz für einen gut genutzten Spiel- oder Sportplatz. Aber wenn eine solche Nutzung an dieser Stelle tatsächlich kaum stattfindet und gleichzeitig bereits eine größere Sportfläche vorhanden ist, könnte man überlegen, ob die Fläche nicht langfristig sinnvoller genutzt werden kann.
Ein kleiner Wald hätte einen dauerhaften ökologischen Wert: Er könnte Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen, das lokale Kleinklima verbessern, Wasser im Boden halten und über Jahrzehnte Kohlenstoff binden. Aus einer heute wenig genutzten Fläche könnte so etwas entstehen, das auch in 50 oder 100 Jahren noch einen Nutzen für den Ort hat.
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, Kindern eine Spielfläche wegzunehmen. Wenn der Bolzplatz tatsächlich gebraucht wird, sollte er selbstverständlich erhalten und vernünftig ausgestattet werden.
Ich würde mir lediglich wünschen, dass die Gemeinde einmal offen prüft, wie stark die Fläche tatsächlich genutzt wird und ob eine ökologische Umgestaltung möglicherweise die sinnvollere langfristige Lösung wäre. Auch mögliche Fördermittel für kommunalen Klimaschutz und die ökologische Aufwertung von Flächen könnten dabei geprüft werden.
Vielleicht muss nicht jede Fläche, die einmal für einen bestimmten Zweck vorgesehen wurde, für alle Zeiten genau so bleiben.
Manchmal kann aus einem wenig genutzten Stück Ascheplatz etwas entstehen, das für den Ort sehr viel länger Bestand hat.
Thomas Napp, Rheinbreitbach-Breite Heide