Wachtberger Bauausschuss entschied einstimmig
Neubau der Brücke in der Pecher Hauptstraße rückt näher
Der Knick im Godesberger Bach unter der Brücke entlang soll begradigt werden – wahnsinniger Abstimmungsbedarf mit dem Rhein-Sieg Kreis bei der Planung
Wachtberg-Pech. Der Neubau der Brücke über den Godesberger Bach in der Pecher Hauptstraße, die beim Starkregenereignis vom 4. Juni 2016 weggerissen worden war, rückt näher. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Bau stellte Diplom-Ingenieur Thomas Becker (Bad Neuenahr-Ahrweiler) die Pläne für das neue Bauwerk vor. Einstimmig befürwortete das Gremium die Entwurfsplanung und beauftragte die Gemeindeverwaltung, den Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung beim Amt für Technischen Umweltschutz des Rhein-Sieg Kreises einzureichen. Außerdem wurde sie ermächtigt, die Vergabe der notwendigen Bauarbeiten vorzubereiten. Wenn alles gut laufe, könne Mitte des Jahres mit dem Bau begonnen werden, so hofft man. Dabei räumte der Erste Beigeordnete Jörg Ostermann ein, dass die Vorplanungen zum Neubau der Brücke aufgrund der komplexen Randbedingungen weitaus mehr Zeit in Anspruch genommen hätten als ursprünglich geplant. Eigentlich hätte schon Ende 2016 mit dem Bau der Brücke begonnen werden sollen, so hatte man zumindest bei der Vergabe der Planung gehofft. UWG-Sprecher Joachim Mittweg hatte sich gewundert, wieso es acht Monate gedauert habe, bis nun ein entscheidungsreifer Entwurf vorliege.
Gemeindeverwaltung war etwas zu blauäugig
„Es gab einen wahnsinnigen Abstimmungsbedarf, vor allem mit dem Rhein-Sieg-Kreis“, erläuterte Becker. Abgesehen davon fand er den ursprünglichen Zeitplan ohnehin sehr optimistisch, denn aller Erfahrung nach müsse man ein Jahr für die Planung und ein weiteres Jahr für den Bau einer Brücke rechnen. „Wir waren wohl etwas zu blauäugig“, gab auch Ostermann zu. Schließlich gehe es bei einem solchen Bauwerk nicht um Schnelligkeit, sondern um die Funktion und die dauerhafte Sicherheit. Dadurch, dass außerdem der doppelte 90-Grad-Knick des Baches unter der Brücke hindurch entzerrt werden sollte, sei die Planung noch komplexer geworden.
Der Entwurf sieht nun vor, den Bachlauf an dieser Stelle deutlich zu begradigen. Die bisher zweimal im 90-Grad-Winkel rechteckig abknickenden Kurven werden auf nur noch jeweils 40 Grad aufgezogen. Der Durchlass unter der Brücke wird viermal so groß wie bisher bei einer Breite von fünf Metern und einer Höhe von 3,50 Metern. Damit werde erreicht, dass die aktualisierte Vorgabe der Kölner Bezirksregierung erreicht werde, dass dort nämlich 29 Kubikmeter Wasser pro Sekunde problemlos durchfließen können und sogar noch ein halber Meter „Reserve“ für den Wellengang vorhanden ist. Unter der alten Brücke passten nur sieben Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch, die Durchflussmenge habe sich somit vervierfacht, rechnete Becker vor. Zu den Kosten der Brücke konnte er allerdings noch nicht sagen.
Sorgfältige Arbeit braucht Zeit
„Sorgfältige Arbeit braucht Zeit, zumal viele Behörden einbezogen werden müssen“, musste auch Volker Gütten (CDU), und Joachim Lengrüsser (Grüne) zeigte sich ebenfalls „sehr zufrieden mit der Vorgehensweise, wir sind auf dem richtigen Weg.“ JOST
