Politik | 28.07.2017

CDU Vinxtbachtal hatte zur Informationsveranstaltung eingeladen

Neues Abfallwirtschaftskonzept diskutiert

Sascha Hurtenbach stellte sich kritischen Fragen der Bürger in Königsfeld

Eine Übersicht zeigt ganz genau welcher Abfall in welche Tonne muss. www.awb-ahrweiler.de

Königsfeld. Trotz Ferienzeit nahmen knapp 40 Bürgerinnen und Bürger aus den Gemeinden Dedenbach, Königsfeld und Schalkenbach an der Informationsveranstaltung, zu der die CDU Vinxtbachtal eingeladen hatte, teil. Die wesentlichen Neuerungen, die der Werkleiter des AWB, Sascha Hurtenbach vortrug, waren den Teilnehmern, nicht zuletzt aus Berichterstattungen ähnlicher Veranstaltungen, bekannt. Der Termin im Königsfelder Bürgerhaus wurde intensiv genutzt, befürchtete Begleiterscheinungen mit dem Fachmann zu diskutieren und die persönlichen Verhältnisse anzusprechen. Skeptischen Bemerkungen zur vorgesehenen individuellen Papiervergütung begegnete Sascha Hurtenbach mit Hinweisen auf die Anwendung eines grundstücksgenauen Messverfahrens. Über einen Chip an der Tonne werde der Inhalt präzise gewogen und dem Grundstückseigentümer vergütet. Dieses Verfahren erfordere Disziplin sowohl hinsichtlich möglicher Missbrauchspraktiken als auch bei etwaigen Beistellungen. Beigestellte Kartons würden zwar mitgenommen, der Erlös werde jedoch der Allgemeinheit zufließen, da eine Zuordnung der Kartons auf die Grundstücksinhaber nicht vorgenommen werde. Weiterer Diskussionspunkt war der vorgesehene vier-Wochenrhytmus für das Abholen der grauen Tonne. Auch hier führte Hurtenbach überzeugende Argumente an. Erfahrungen belegen, dass für den normalen Haushalt dieser Rhythmus vollkommen ausreiche, vorausgesetzt, es werde alles ordnungsgemäß und richtig in die entsprechenden gelben, blauen und Biotonnen gefüllt. Sonder- und Mehrbedarfe werden im Konzept berücksichtigt. So gibt es eine PlusTonne, im Sprachgebrauch auch als Pflegetonne bezeichnet, die für alle Abfälle der grauen Tonne genutzt werden kann und zweimal wöchentlich geleert wird. Außerdem können für den Bedarfsfall nach wie vor Abfallsäcke gekauft und beigestellt werden. Die Befürchtung, dass eine verstärkte illegale Müllentsorgung auf unerlaubte Art und Weise, wie etwa an Parkplätzen oder am Wegesrand eine Folge der reduzierten Abfahrtszeiten sein könnte, wurde entgegengehalten, dass das zu beklagende Fehlverhalten einer Minderheit nicht als Maßstab für ein neues ausgewogenes Konzept angelegt werden sollte. Änderungen für Mietshäuser wurden von anwesenden Vermietern angesprochen. Sie können zukünftig durch die freie Wahl der Müllgefäßgröße Vorsorge dafür treffen, dass die vorgesehenen regelmäßigen Leerzeiten ausreichend sind. Aus der Zuhörerschaft wurde angeregt, dafür Sorge zu tragen, dass die Mülltonnen nach der Leerung auch wieder ordnungsgemäß auf dem Grundstück platziert werden und nicht irgendwo auf der Straße stehen bleiben. Außerdem beklagte der Königsfelder Ortsbürgermeister die falsche Sortierung auf dem Friedhof. Er bat die Anwesenden, zukünftig ein Augenmerk darauf zu richten, beispielsweise Biomüll nicht in die graue oder gelbe Tonne zu werfen und diese Botschaft auch an andere Friedhofsbesucher weiterzugeben.

Abschließend kündigte der Werkleiter des AWB den Austausch der Restmüll- und Biotonne an. Die Haushalte würden in Kürze von der Kreisverwaltung über die konkreten Austauschtermine informiert.

Pressemitteilung

CDU Vinxtbachtal

Eine Übersicht zeigt ganz genau welcher Abfall in welche Tonne muss. Foto: www.awb-ahrweiler.de

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Kommentare
28.07.201719:06 Uhr
Michael Daum

Zur "wilden" Müllentsorgung: "..das zu beklagende Fehlverhalten einer Minderheit nicht als Maßstab für ein neues ausgewogenes Konzept angelegt werden sollte." Mir hat der Landrat geschrieben, dass man den Restmüll nicht nach Gewicht abrechnen könne, da dann, nach siedlungsabfallwissenschaftlichen Studien, der Drang zur systemfremden Entsorgung zunähme. An diesem Beispiel kann man sehr schön sehen, wie sich die Argumente immer schön passend zurechtgebogen werden. Aus meiner Sicht ist es völlig sinnlos, (nicht nur) bei solchen Veranstaltungen grundsätzliche Fragen zu stellen. Es ist doch schon alles entschieden und Fehler wurden und werden natürlich keine gemacht. Der Bürger soll nicht mitdenken oder Wünsche äußern, sondern die Erleuchtungen der Obrigkeit wohlwollend zur Kenntnis nehmen und....zahlen! Aber damit scheint die Mehrheit der Bürger ja immer noch zufrieden zu sein.

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