Politik | 17.11.2023

Stadtrat der Deichstadt verabschiedet Klimaschutzkonzept

Neuwied soll in den kommenden 15 Jahren treibhausgasneutral werden

Die Stadt Neuwied und ihre Töchterunternehmen haben sich in Sachen Klimaschutz schon lange auf den Weg gemacht. Mit dem neuen Klimaschutzkonzept soll zielgerichteter vorangegangen werden. Das Bild zeigt die mit dem „Deutschen Solarpreis“ ausgezeichnete Faltdach-Fotovoltaikanlage der Servicebetriebe (SBN) über der Neuwieder Kläranlage.  Foto: SBN / Dennis Steinhardt

Neuwied. Der Klimaschutz hat Priorität: Die Stadt Neuwied will zwischen den Jahren 2035 und 2040 treibhausgasneutral werden. Dieses ehrgeizige Ziel setzt das neue Klimaschutzkonzept, das der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. „Die breite Zustimmung ist ein wichtiges Signal für den Klima- und Umweltschutz“ freut sich Oberbürgermeister Jan Einig über den Ratsbeschluss. Er sieht damit eine gute Grundlage dafür geschaffen, dass Neuwied auf dem bereits begonnenen Weg noch konzeptioneller und zielgerichteter fortschreiten kann.

Im Zentrum des Konzeptes stehen eine nachhaltige Stadtentwicklung, eine klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung, eine klimaneutrale Stadtverwaltung sowie eine nachhaltige Liegenschafts- und Wohnbauentwicklung. Anders ausgedrückt bedeutet das, „dass wir unsere Energieeffizienz steigern, unseren Energieverbrauch senken und an möglichst vielen Stellen auf erneuerbare Energien umstellen müssen“, wie es der Beigeordnete und Umweltdezernent Ralf Seemann formuliert. Wichtig ist ihm außerdem der Hinwies, dass in dem von der Transferstelle Bingen und dem Fachbüro Sweco erarbeiteten Papier festgeschrieben ist, dass die Stadt Neuwied und ihre Töchterunternehmen künftig bei allen relevanten Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigen müssen. Schon in der Ausschreibung eines Projektes soll darauf hingewiesen werden.

Die Stadt Neuwied, die deutlich von hohen Erdgasverbräuchen zur Wärmeerzeugung geprägt ist, hat im Jahr 2019 einen Endenergieverbrauch von rund 1,4 Millionen Megawattstunden ausgewiesen. Daraus resultierten Treibhausgasemissionen von fast 430.000 Tonnen Kohlendioxid. Die Potenzialanalyse im Rahmen der Konzepterarbeitung ergab, dass bis zum Jahr 2040 rund 83 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen eingespart werden können. Lediglich in den Bereichen Wärmeversorgung und Mobilität bleiben danach unvermeidbare Reste.

Um diese Ziele zu erreichen, ist ein Katalog mit 29 Maßnahmen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern entwickelt worden. Bei einem öffentlichen Workshop konnten die Bürgerinnen und Bürger hier Priorisierungen vornehmen. Eine breite Befürwortung zeichnete sich dabei ab für die Überdachung von Parkflächen mit Photovoltaik, die Nutzung von Windkraftpotenzialen, die Schaffung energieautarker Neubaugebiete sowie die Einführung eines Klimachecks bei Beschlussvorlagen.

„Wir sind über die ersten Schritte schon hinaus und bereits mitten im Prozess und in der Umsetzung. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Ralf Seemann mit Blick auf bereits angestoßene Projekte wie „Nachhaltige Kitas“, „Kommunale Wärmeplanung“ oder die Schaffung von Freiflächen-Photovoltaik mit Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger durch die Stadtwerke. Er verhehlt aber auch nicht, „dass wir als Stadt Neuwied im Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit noch Nachholbedarf haben“. Daher gelte es, mehr personelle Ressourcen zu schaffen und alle künftigen Entscheidungen auf ihre Klimawirkung zu überprüfen. „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Wir müssen unsere Anstrengungen weiter intensivieren“, hält er fest.Pressemitteilung

der Stadt Neuwied

Die Stadt Neuwied und ihre Töchterunternehmen haben sich in Sachen Klimaschutz schon lange auf den Weg gemacht. Mit dem neuen Klimaschutzkonzept soll zielgerichteter vorangegangen werden. Das Bild zeigt die mit dem „Deutschen Solarpreis“ ausgezeichnete Faltdach-Fotovoltaikanlage der Servicebetriebe (SBN) über der Neuwieder Kläranlage. Foto: SBN / Dennis Steinhardt

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