Politik | 14.12.2018

Cornelia Weigand begrüßt Breitbandausbau in Berg und Kirchsahr

Nicht alle bekommen Glasfaser bis ins Haus

Cornelia Weigand verweist daraufhin, dass weitere Stufen folgen müssen, um Anforderungen wie Telemedizin oder Industrie 4.0 zu genügen. Privat

Berg/Kirchsahr. Wie brisant das Thema ist, war schon am Andrang zu erkennen. Die Vischeltalhalle in Freisheim war voll besetzt als Winfried Moser, Regio-Manager der Deutschen Telekom, über den Breitbandausbau in den Ortsgemeinden Berg und Kirchsahr informierte. Dort soll das Internet bis nächsten Sommer deutlich schneller werden, allerdings nicht überall in gleichem Maße. Denn es werden zwei unterschiedliche Verfahren eingesetzt. Die Bewohner von Berg, Krälingen, Kirchsahr, Burgsahr und Binzenbach, gut die Hälfte der Haushalte, können Glasfaser bis ins Haus (FTTH, „Fibre-to-the-Home“) bekommen. FTTH gilt als derzeit optimales System, weil es wenig störanfällig und fast unbegrenzt leistungsfähig sein soll. Kunden der Telekom, die damit ausgestattet sind, können dann Tarife bis 1Gbit Download und 500 Mbit Upload abonnieren. Ultraschnelles Internet kann den Alltag wesentlich erleichtern und ist für viele Unternehmen künftig unverzichtbar. Mit seiner Hilfe können in einem „intelligenten“ Haus zum Beispiel verschiedene Geräte miteinander vernetzt und gesteuert werden. In Unternehmen bildet Glasfaser die Grundlage für das, was man Industrie 4.0 nennt: eine weitgehend sich selbst organisierende Produktion, bei der es einen permanenten Informationsfluss zwischen Mensch, Maschine, Werkstück und Kunden geben kann. Häselingen und Winnen bekommen jedoch kein FTTH, sondern FTTC („Fibre to the Curb“, also „Faser an den Randstein“). Dabei werden Glasfaserkabel bis zum nächsten Kabelverzweiger gelegt. Da dieser Knotenpunkt „von einem anderen Netzbetreiber blockiert“ sei, könne in diesen Fällen die Glasfaser nicht bis ins Haus geführt werden. Die „letzte Meile“ zu den einzelnen Haushalten werde weiterhin mit den vorhandenen Kupferkabeln bewältigt. Mit FTTC steigt die mögliche Übertragungsrate zwar deutlich an. Sie bleibt aber weit hinter jener zurück, die FTTH bietet. Auch Cornelia Weigand, parteiunabhängige Kandidatin für das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde, war unter den Besuchern in der Vischeltalhalle und diskutierte im Anschluss mit den Bürgern. Sie begrüßt den jetzigen Ausbau, verweist aber nachdrücklich darauf, dass weitere Stufen folgen müssen, um Anforderungen wie Telemedizin oder Industrie 4.0 zu genügen. Unmut wurde laut, weil Freisheim in den Ausbau-Plänen der Telekom nicht vorkommt. Dort, so Verbandsbürgermeister Achim Haag, sei schon jetzt eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 30 Mbit pro Sekunde gegeben. Nur schlechter versorgte Orte können im Rahmen des Bundesförderprogrammes an das ultraschnelle Netz angeschlossen werden. Den Kritikern mochte das nicht einleuchten. „Die Glasfaser geht an meinem Haus vorbei, warum bekomme ich keinen Zugang“, fragte ein Zuhörer. Andere, die von den Plänen ausgenommen sind, beklagten, ihr Internet sei langsamer als von ihrem Anbieter versprochen. Haag empfahl ihnen, die Übertragungsraten zu dokumentieren und diese Beschwerden gesammelt bei der Verbandsgemeinde einzureichen. Die wolle sich dann an die Bundesnetzagentur wenden. Bürger müssen für FTTH bei den lokalen Telekom-Läden einen Antrag stellen. Die einmalige Installation koste 800 Euro, so Moser. Die monatlichen Kosten richten sich nach der gewünschten Datenübertragungsgeschwindigkeit. Beim letzten Digitalgipfel im Sommer hatte die Bundesregierung ein flächendeckendes Gigabit-Angebot – also Übertragungsraten von mehr als 1000 Mbit je Sekunde in ganz Deutschland – bis 2025 angekündigt. Nur 2,3 Prozent aller stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland waren im Dezember 2017 mit einem Glasfaserkabel verbunden. Fast nirgendwo in den Industriestaaten ist der Anteil so niedrig. Absolute Weltspitze sind Korea und Asien mit rund 77 Prozent. In Deutschland kommt der Ausbau bislang nur schleppend voran. In Berg allerdings geht es los. „Überall werden die Straßen aufgerissen“, sagt Bürgermeister Erwin Kessel. Und das klingt nicht so, als fände er das wirklich schlimm.

Pressemitteilung

Cornelia Weigand

Cornelia Weigand verweist daraufhin, dass weitere Stufen folgen müssen, um Anforderungen wie Telemedizin oder Industrie 4.0 zu genügen. Foto: Privat

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