Politik | 11.09.2020, 10:28 Uhr

DGB-Kreis Neuwied, Amnesty International Neuwied und Kath. Arbeitnehmer-Bewegung Engers gestalten Antikriegstag

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Entschiedene Stellungnahmen gegen Krieg, Faschismus und Rechtsradikalismus

An der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus in Neuwied fand eine Kundgebung zum Antikriegstag statt.Fotos: Jürgen Grab
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Neuwied. „Mit dem kriegerischen Überfall auf Polen rissen Adolf Hitler und die deutsche Wehrmachtsführung am 1. September 1939 die Welt in den Abgrund eines bestialischen Krieges, der unermessliches Leid brachte und 60 Millionen Tote forderte“, erinnerte DGB-Kreisvorsitzender Rüdiger Hof an die Diktatur des Despoten zu Beginn seiner Ansprache anlässlich des Antikriegstages an der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus in Neuwied.

„Es ist unsere Aufgabe, die Erinnerung an die zahllosen Kriegstoten an der Front und in der Heimat sowie an die Millionen Juden und andere Minderheiten, die von den Nazis erbarmungslos umgebracht wurden, wachzuhalten. Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! So lautet unsere unumstößliche Lehre, die wir Gewerkschaften aus der Geschichte gezogen haben und für die wir uns mit all unserer Kraft stark machen“, erklärte Rüdiger Hof vor mehr als 40 Kundgebungsteilnehmer an der Holocaust-Gedenkstätte. „Unser Kampf gegen Rechts, also auch der Kampf gegen Krieg und Terror, aber auch für Frieden, Freiheit und Menschenrechte muss kompromisslos und konsequent geführt werden. Es ist wichtig, ein deutliches Nein zu sagen, wenn rechtsreaktionäre Kräfte versuchen, in Deutschland nach der Regierungsgewalt zu greifen“, gibt Manfred Kirsch zu erkennen, der an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnte und dessen Anmerkungen von AI-Kollegin Inge Rockenfeller verlesen wurden.

„Ein in dauerhafter Frieden ist nur in einer demokratischen, freiheitlichen und die soziale Gerechtigkeit betonenden Gesellschaft zu verwirklichen“, betonte Kirsch ausdrücklich.

Für Amnesty International Neuwied gedachte Susanne Kudies der Tragweite dieses 1. September 1939, wobei sie gleichzeitig auch an den Atombomben-Abwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 erinnerte, bei dem damals 140.000 Menschen auf schrecklichste Weise getötet wurden. „Kriege sind immer Menschenrechtsverletzungen schlimmster Art und Weise und verletzen Menschenrechte auf besonders infame Weise. Deshalb müssen wir Lehren ziehen und entsprechend handeln. Hierfür gibt es durchaus entsprechende Maßnahmen. Eine funktionierende Rüstungskontrolle sollte aber nicht nur nach außen- und sicherheitspolitischen Kriterien, sondern ebenso nach Menschenrechtskriterien vollzogen werden. Wir gedenken heute auch all der Opfer, die Kriege erlebt und durchlitten haben und auch der Flüchtlinge, die überall in der Welt unterwegs waren und heute noch auf der Flucht sind.“

Schließlich war es Günter Salz von der Engerser Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, der mit seinen Ausführungen konkret Stellung zum Thema Gewalt während der Zeit des Nationalsozialismus nahm und anhand von authentischen Berichten von Schicksalen deutscher Nazi-Gegner und denen jüdischer Mitbürger in Engers berichtete. „Ich bin froh, dass wir heute mit dem DGB und Amnesty International den diesjährigen Antikriegstag begehen können. Denn Gemeinsamkeit macht stark und diese Stärke werden wir auch in Zukunft brauchen“, betonte Günter Salz.

Der Engerser Sänger und moselfränkische Mundartpoet Manfred Pohlmann umrahmte die Veranstaltung mit poetisch-politischen Liedern in würdiger Weise.

-jg-

v.l.: Manfred Pohlmann, Rüdiger Hof, Günter Salz, Inge Rockenfeller und Susanne Kudies.

v.l.: Manfred Pohlmann, Rüdiger Hof, Günter Salz, Inge Rockenfeller und Susanne Kudies.

An der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus in Neuwied fand eine Kundgebung zum Antikriegstag statt. Fotos: Jürgen Grab

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