Öfters mal Danke sagen
Als Schutzmann möchte ich an dieser Stelle mal den Fokus auf diejenigen richten, die sich am zurückliegenden Wochenende sicherlich eine schönere Beschäftigung hätten vorstellen können: Die Polizistinnen und Polizisten, die aus Anlass der Veranstaltung der ENF-Fraktion des Europaparlaments im Einsatz waren. Obwohl diese Veranstaltung am Samstag begann, war ein Großteil der Beamten bereits am Freitag vor Ort. Nicht wenige Besucherinnen und Besucher des Neujahrsempfangs der IHK Koblenz waren erstaunt, wie weiträumig das Gelände bereits abgesperrt war. Teilweise mussten die Gäste drei jeweils mit mehreren Polizisten besetzte Sicherheitssperren durchschreiten. Und auch nach Beendigung des Neujahrsempfangs, zu später Stunde, standen die Polizistinnen und Polizisten bei der Kälte im Außenbereich. Nein, ich möchte und werde hier nicht bewerten, ob diese frühzeitige Polizeipräsenz richtig oder falsch war. Eine Antwort hierauf gibt es meines Erachtens nämlich nicht. Denn meistens ist es so: Egal, was die Polizei macht, man kann immer etwas daran aussetzen. Kommt es bei solchen Veranstaltungen wie am Wochenende zu Krawallen und Problemen, dann heißt es direkt, es wären zu wenige Beamte anwesend gewesen. Verläuft alles reibungslos, dann wird hinterfragt, ob nicht zu viele Polizisten im Einsatz waren. Anstatt dieses oder jenes zu behaupten, sollten wir den Menschen, die sich um die Sicherheit kümmern, öfters einmal Danke sagen. Der Job war für die Beamtinnen und Beamten am zurückliegenden Wochenende mit Sicherheit nicht vergnügungssteuerpflichtig, nicht zuletzt wegen der schon erwähnten Kälte.
Mir geht es nach dieser langen Zeit mit Minustemperaturen sicherlich genauso, wie vielen Leserinnen und Lesern von „Blick aktuell Koblenz“: Ich bin völlig untersommert. Auch wenn uns der diesjährige Januar extrem kalt vorkommen mag, so gab es in der Vergangenheit jedoch bereits durchaus kältere Winter-Monate. So beispielsweise der Dezember 1946. Der strenge Nachkriegswinter sorgte in unserer Region für Temperaturen von bis zu minus 28 Grad Celsius. Damals trieben große Eisschollen über den Rhein. Die extreme Kälte begann kurz vor Weihnachten und hielt bis Ende Februar 1947 an. Dem extrem kalten Winter vor 70 Jahren folgte ein sehr heißer Sommer mit Temperaturen von bis zu 38 Grad im Schatten. Hitze und geringe Niederschläge führten damals zu großen Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Wie der Sommer 2017 wird, kann von uns noch niemand vorhersagen. Aber eines ist bereits jetzt sicher: Die fünfte Jahreszeit wird mit Sicherheit großartig. Die vielen tollen Sitzungen der letzten Tage und Wochen im Stadtgebiet lassen uns erwartungsfroh auf den Straßenkarneval blicken. Womit wir wieder beim Thema Sicherheit sind. Übrigens: Die aus Köln bekannte „Armlänge Abstand im Karneval“ nennt man bei uns in Koblenz „Polonäse“...
Euer Kowelenzer Schutzmann

Ja, Recht hat er, der Schutzmann. Dem kann ich mich voll u. ganz anschließen und sage: "Danke" - nicht nur für das vergangene Wochenende.
Aber, wie sieht es denn speziell mit Herrn Lewentz aus, dem die Polizei aus einer für ihn nicht angenehmen ANTIFA-Situation geholfen hat und dem es unter anderem zu verdanken ist, dass neben erheblichen Mehr-Aufgaben u. Überstunden On-Mass die Polizeistärke auf dem niedrigsten Stand seit Menschgedenken ist? Aber auf ein Danke kann man, glaube ich, gerne verzichten, da es an der bestehenden prekären Situation doch nichts ändert. Bewundernswert jedoch, dass sich angesichts der stetig wachsenden Aufgaben u. der sich immer mehr verschärfenden Sicherheits- u. Gefahrenlage immer noch Menschen finden, die sich dieser Aufgabe stellen.