Politik | 19.02.2018

Heringsessen des SPD-Ortsvereins der Verbandsgemeinde Puderbach im Zeichen des Mitgliedervotums

Offene Debatte, starke Befürworter

Michael Mahlert stellt seine Arbeit als erster Beigeordneter vor. V.re.: Volker Mendel, Bürgermeister der VG Puderbach; Jürgen Trenck, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereines, Thomas Eckart, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, Michael Mahlert und Martin Diedenhofen, SPD-Bundestagskandidat 2017. privat

Raubach. Über 60 Gäste waren auf das traditionelle Heringsessen des SPD-Ortsvereins Puderbach im Gemeinschaftshaus in Harschbach gekommen. Das bevorstehende Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag war sicher ein Grund für die große Teilnahme. Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Eckart begrüßte die Gäste und verwies stolz darauf, dass der SPD-Ortsverein Puderbach mit über 100 Mitgliedern einer der stärksten Ortsvereine im Kreis Neuwied ist. Der Ortsverein konnte durch den Beitritt neuer Mitglieder seine Mitgliederzahl stabil halten. Nach dem Heringsessen, für das die Unterstützungsgruppe viel Lob erhielt, schlossen sich die Berichte von Michael Mahlert, dem ersten Kreisbeigeordneten, Martin Diedenhofen, dem SPD-Bundestagskandidaten und Volker Mendel, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde an. Michael Mahlert berichtete von den ersten Arbeitsschritten in seinen Zuständigkeitsbereichen in der Kreisverwaltung, während Martin Diedenhofen auf die Bundespolitik und die Entwicklung der SPD im Kreis einging. Martin Diedenhofen zeigte sich enttäuscht über die Kommunikation in der Bundes-SPD und mahnte ein faires Umgehen miteinander an. Seiner Ansicht nach kann die SPD stolz auf ihre innerparteiliche Demokratie sein. Während in anderen Parteien einsame Entscheidungen durch einen Parteivorsitzenden gefällt werden, diskutiert die SPD in ihrer Mitgliedschaft. Es sei unverständlich, warum dieser demokratische Prozess in den Medien so negativ dargestellt werde. In Bezug auf die Kreis-SPD sagte Martin Diedenhofen: „Wir warten nicht auf den Erneuerungsregen von oben, sondern wir erneuern unsere Partei von unten!“ Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach Volker Mendel berichtete über Erfolgsgeschichten in der Verbandsgemeinde, sei es die Einwohnerentwicklung, sei es die Industrieansiedlung, sei es die ab der zweiten Jahreshälfte beginnende Renovierung der Steinstraße (westlich von Urbach an der A3) oder der inzwischen mögliche Neubau der Kreuzung Mittel- und Hauptstraße in Puderbach. Er bat um Verständnis, dass alle Baumaßnahmen mit Behinderungen verbunden seien. Auch bei dem Thema „Schulhallenbad“ in Puderbach sieht er Fortschritte und hofft, dass Ende des Jahres 2019 das Hallenbad wieder in Betrieb ist. Landrat a.D. Rainer Kaul begann die Debatte um den Mitgliederentscheid zum Koalitionsvertrag. Er äußerte sich auch kritisch zur Personaldebatte in der SPD, wollte jedoch den inhaltlichen Teil des Koalitionsvertrages, und um den geht es im Mitgliedervotum, davon trennen. „Mit der Faust in der Tasche“ werde er dem Vertrag zustimmen. Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Eckart zeigte noch einmal den Verlauf der Regierungsbildung auf. Nach der Wahl war für die SPD klar, dass sie nicht an erster Stelle zur Regierungsbildung aufgefordert ist. Dann hätten CDU und CSU zwei Wochen gebraucht, um sich über ihre parteiinternen Positionen klar zu werden. Danach hätten sich die Jamaika-Sondierer auf dem Balkon aufgeführt, als ob es irgendwelche Übereinstimmungen gäbe. Und schließlich hätte der FDP-Vorsitzende Lindner in einer einsamen Entscheidung die Verhandlungen verlassen. Den Scherbenhaufen mit all seinen Nachteilen für Deutschland musste dann die SPD zusammenkehren.

Statements zum Koalitionsvertrag

Auf Nachfrage aus dem Publikum legte Martin Diedenhofen seine Position zum Koalitionsvertrag dar. Er lehne den Koalitionsvertrag ab, da er keinen großen Wurf darstelle und nach vier Jahren keine Plattform für einen SPD-Sieg biete. Seine Haltung wurde mit Beifall, aber auch mit Murren bedacht. Wolfgang Kunz, ehemaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde, kritisierte Diedenhofens Haltung: „Politik ist in der Realität immer die Verwirklichung kleiner Schritte! Der Koalitionsvertrag zeigt die richtigen Schritte auf.“ Er werde dem Koalitionsvertrag zustimmen; denn was seien die Alternativen? Für Kunz kamen hier nur Neuwahlen in Frage und dort werde die SPD dann die gleichen Ziele angeben, die die Mitglieder im Koalitionsvertrag abgelehnt hatten.

Rege Zustimmung

Unterstützung seiner Position erhielt Kunz auch von den in der Kommunalpolitik Verantwortlichen. So warnte der Fraktionssprecher der SPD im Verbandsgemeinderat Dieter Klein-Ventur vor dem verheerenden Eindruck, den die SPD gäbe, wenn sie – wie der FDP-Chef Lindner – sich der Verantwortung für die politische Gestaltung verweigere. Er fände den Koalitionsvertrag zustimmungswürdig. Auch der ehemalige Ortsbürgermeister von Linkenbach und der Verbandsgemeindebürgermeister Volker Mendel ließen – angesichts der schlechteren Alternativen – eine Zustimmung zum Koalitionsvertrag durchscheinen. Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Eckart begrüßte in seinem Schlusswort die offene Debatte. Aufgabe des Ortsvereins sei es, den Mitgliedern eine Plattform für die Debatte zu bieten und auch aufzuzeigen, wie sich die politisch Verantwortlichen positionieren. Darauf aufbauend können dann die Mitglieder ihre Entscheidung fällen. Zum Abschluss verwies Eckart dann auf die Jahresmitgliederversammlung am Donnerstag, 1. März, wo es neben der Entlastung des Vorstandes, der Diskussion zum Mitgliedervotum auch schon um die Vorbereitung des Kommunalwahlkampfes 2019 geht.

Pressemitteilung des

SPD-Ortsvereins der

Verbandsgemeinde Puderbach

Michael Mahlert stellt seine Arbeit als erster Beigeordneter vor. V.re.: Volker Mendel, Bürgermeister der VG Puderbach; Jürgen Trenck, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereines, Thomas Eckart, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, Michael Mahlert und Martin Diedenhofen, SPD-Bundestagskandidat 2017. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
  • K. Schmidt: Das "Sicherheitskonzept" überzeugt. Ein Polizeieinsatz, "geringe Anzahl" Rettungsdienst, keine Feuerwehr nötig. Im Haushaltsplan 2025 hatte Boppard 10.000 Euro für ein Sicherheitskonzept vorgesehen, in...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Tank leer?
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Titelanzeige
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Maifest in Dedenbach
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
29

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

22

„Saubere Flüsse bieten Schutz vor Hochwasser“ lautete die Überschrift eines Berichts in der Ausgabe 14/2026 des BLICK aktuell. Darin hieß es u.a.: „Während die Verbandsgemeinde Bad Breisig die öffentlich-rechtliche Verpflichtung zur Gewässerunterhaltung wahrnimmt, obliegt den Grundstückeigentümern die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht für Uferbereiche und Bewuchs.“

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Hochwasserschutzinitiative Rodderfeld hat gemeinsam mit der von der EU und dem Land NRW geförderten LEADER-Kooperationsstelle „Wasserrückhalt im Wald“ sowie der Stadt Rheinbach eine zweite Dammbauaktion im südwestlich gelegenen Stadtwald erfolgreich umgesetzt. Fotos: Stadt Rheinbach
11

Zweite Dammbauaktion stärkt Hochwasserschutz im Rheinbacher Stadtwald

Bürgerengagement und Fachplanung greifen beim Wasserrückhalt ineinander

Rheinbach. Die Hochwasserschutzinitiative Rodderfeld hat gemeinsam mit der von der EU und dem Land NRW geförderten LEADER-Kooperationsstelle „Wasserrückhalt im Wald“ sowie der Stadt Rheinbach eine zweite Dammbauaktion im südwestlich gelegenen Stadtwald erfolgreich umgesetzt. Nach der ersten Aktion im Mai 2025 knüpft die diesjährige Maßnahme an die gewonnenen Erfahrungen an und entwickelt den Ansatz konsequent weiter.

Weiterlesen

Symbolbild.
95

Astrologische Vorschau für die KW 19: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 4. bis 10. Mai 2026

Die zweite Maiwoche bringt spürbar mehr Licht, mildere Abende und eine zunehmende Dynamik im Alltag. Mit dem Übergang in die wärmere Jahreszeit verschieben sich Prioritäten: Außenaktivitäten gewinnen an Bedeutung, Beziehungen werden intensiver beleuchtet und berufliche Entwicklungen nehmen Fahrt auf. Gleichzeitig zeigen sich bei einigen Sternzeichen auch Spannungen zwischen Aufbruchsstimmung und innerer Unruhe.

Weiterlesen

Ralf Schweiss
Dienstleistungen
Titelanzeige
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Save the Dates
Erzieher
Biker Segnung
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Gesundheit im Blick
SB Wahlen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
Gegengeschäft
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr