Politik | 27.02.2020, 19:00 Uhr

Leserbrief zur Mahnwache in Sinzig am 21. Februar

Opfer spielten zum Teil keine Rolle

Manche Redner instrumentalisierten den Anschlag in Hanau

Auch ich nahm an dieser Mahnwache teil, als Zeichen gegen Rassismus und Hass und um meine Anteilnahme für die Opfer zu zeigen. Mein großer Dank gilt den Initiatoren, die diese Versammlung organisiert haben.

Nach den Begrüßungsworten, so wurden zum Beispiel alle Opfer beim Namen genannt und zum Teil ein wenig über sie gesagt, wurde zu (spontanen) Wortbeiträgen oder auch gemeinsamem Schweigen aufgefordert.

Es gab Wortmeldungen und es wurde Einiges gesagt, was gut und richtig ist. Das erste leise Unbehagen entstand bei mir, als sich ein Redner vorstellte und direkt seine Parteizugehörigkeit erwähnte. Natürlich kann eine solche Veranstaltung nicht unpolitisch sein, aber meiner Ansicht nach steht ein solcher Anlass über der Parteipolitik.

Dann ging ein Redner als Mikrofon, der sich sofort als Mitglied von Ditib zu erkennen gab. (Der Verband Ditib untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches früher dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert war und heute dem Präsidenten direkt unterstellt ist/Quelle: Wikipedia.)

Was mir als Erstes auffiel, war, dass die Opfer von Hanau bei diesem Redner praktisch keine Rolle spielten. Von Beginn der Rede an, die für mich so klang, als würde sie nicht zum ersten Mal gehalten, wurde polemisiert und aktiv für den Ditib geworben, dabei beispielsweise die Existenz islamistischen Terrors abgestritten, und so für mich der Sinn und Zweck der Mahnwache unterlaufen.

Nachdem ich mir dies kurze Zeit angehört habe, bin ich nach Hause gegangen. Ich habe versucht, meine Wut und meinen Frust über das zuletzt Gehörte zu verdrängen und habe das getan, weshalb ich auf den Kirchplatz gekommen war, nämlich an die Opfer des Anschlages von Hanau und alle Opfer des rechten Terrors zu denken und für sie zu beten.

Karin Lepke-Regel, Sinzig

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Anzeige Stadtwerke Andernach lt. Absprache mit Frau Jahnen-Kurtic
Titelanzeige
Weitere Artikel
Eddie und Arvid
507

Junge Kater gemeinsam vermitteln

Verspielte Kater Eddie und Arvid suchen Zuhause

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zwei junge Kater suchen gemeinsam ein liebevolles Zuhause. Eddie und Arvid, zwei etwa fünf Monate alte Brüder, suchen gemeinsam ein liebevolles Zuhause. Die beiden Kater sind verspielt, neugierig und verschmust. Sie verstehen sich gut mit anderen Katzen und Menschen und genießen jede Streicheleinheit. Am liebsten möchten sie zusammen in ein Zuhause ziehen, in dem sie nach Herzenslust spielen, toben und kuscheln können.

Von Thomas Trösser aus Bad Hönningen

Weiterlesen

Der illuminierte Mariendom bot den wunderbaren Rahmen für die Aufführung der „Sunrise Mass“ durch Cantunnacum und ein Streichorchester der Rheinischen Philharmonie.
373

Cantunnacum begeistert im Mariendom

„Vom Himmel zur Erde“

Andernach. „Wunderbar“ schwärmte ein Besucher schon während des Konzertes im Mariendom. Der Andernacher Kammerchor Cantunnacum begeisterte im Zusammenspiel mit einem Streichorchester der Rheinischen Staatsphilharmonie das Publikum. So groß war der Andrang, dass das Konzert mit einigen Minuten Verspätung begann, da noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten. Mucksmäuschenstill war es, als ein Glockenläuten des Mariendoms den musikalischen Auftakt machte.

Von Heribert Heil aus Andernach

Weiterlesen