Politik | 31.01.2018

Aktionsbündnis Fuchs zu den Fuchsjagden in Rheinland-Pfalz

Organisationen prangern grausame Fuchswochen an

Symbolbild. Foto: adege/pixabay

Region. Im Januar und Februar haben Füchse noch mehr als sonst unter Nachstellungen zu leiden: Ausgerechnet zur Paarungszeit werden sie im Rahmen sogenannter Fuchswochen vielerorts besonders rücksichtslos verfolgt. „Fuchswochen“ sind mehrere Jagdreviere übergreifende Veranstaltungen, bei denen mit allen zur Verfügung stehenden Jagdmethoden Hatz auf Füchse gemacht wird. Am Ende einer solchen Tötungsaktion liegen bisweilen mehrere Dutzend toter Füchse „auf der Strecke“ – viele von ihnen schlimm zugerichtet, mit zerschossenen Kiefern und Läufen oder heraushängenden Eingeweiden. In Rheinland-Pfalz sind die bei Jägern beliebten Fuchsjagden z.B. im Raum Koblenz und Neuwied vom 27. Januar bis zum 4. Februar geplant.

Appell an die Politik

Mehr als vierzig Organisationen aus dem Natur- und Tierschutzbereich haben sich jetzt in der bundesweiten Initiative Aktionsbündnis Fuchs zusammengeschlossen, die von dem bekannten Jagdkritiker Dag Frommhold gegründet wurde - mit dabei sind u.a. Europäischer Tier- und Naturschutz e.V., Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V., Die Tierschutzpartei, TASSO e.V., SOKO Tierschutz e.V. und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland; sie alle fordern, dem Vorbild von Luxemburg zu folgen und die ebenso grausame wie sinnlose Fuchsjagd auch hierzulande zu verbieten, die ihrer Überzeugung nach nur den Freizeitinteressen von rund 360.000 Hobbyjägern dient. So hat das Luxemburgische Umweltministerium bereits 2015 die Fuchsjagd verboten, weil man keinen vernünftigen Grund für die Tötung mehrerer tausend Füchse im Jahr sah.

Auch die Tierversuchsgegner Bundesrepublik Deutschland e.V. mit ihren über 5.000 Mitgliedern sind dieser Initiative angeschlossen. Sie appellieren an die politisch Verantwortlichen, sich nicht länger den Interessen der Jagdlobby zu beugen und die Gesetzgebung der wissenschaftlichen Erkenntnislage anzupassen. Der Vorsitzende Rainer Gaertner sagt dazu: „Die Jagd auf Füchse ist ökologisch, ökonomisch und epidemiologisch vollkommen sinnlos. Wir fordern deshalb die Abschaffung der Fuchsjagd!“

Fuchsjagd: Grausam und sinnlos

Etwa eine halbe Million Rotfüchse werden in Deutschland Jahr für Jahr von Jägern getötet, wobei neben den Treib- bzw. Drückjagden auch besonders grausame und in anderen Ländern bereits verbotene Praktiken wie die „Sprengung“ der Fuchsbauten, die Jagd mit Totschlagfallen oder die Abrichtung von Jagdhunden an lebenden Füchsen zum Einsatz kommen. Anders als vom Deutschen Jagdverband (DJV) und seinen Landesverbänden immer wieder behauptet, kann jedoch von einer

„Notwendigkeit“ der Fuchsjagd keine Rede sein: Wildbiologische Studien zeigen ebenso wie Erfahrungen aus jagdfreien Gebieten unmissverständlich, dass sich Fuchspopulationen ohne menschliches Zutun von selbst regulieren, wie das z.B. im Schweizer Nationalpark der Fall ist - dort ist nämlich die Freizeitjagd schon seit Jahrzehnten untersagt.

Qualvoller Tod ganzer Fuchsfamilien

Die intensive Bejagung des Fuchses erfolgt gerade in einer Zeit, in der Wildtiere eigentlich mit ihrer Energie haushalten müssen. Bei Füchsen spielt darüber hinaus das männliche Tier eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Fähe und Welpen im Frühjahr - wird der Fuchsvater nach erfolgter Paarung getötet, führt dies nicht selten zum qualvollen Tod der gesamten Familie durch Verhungern. Allerdings haben die Jäger auch kein Problem damit, trächtige Fähen zu erschießen. Infolge der Jagd werden vor allen Dingen die stabilen Sozialstrukturen der Wildtiere zerstört. Gerade Füchse haben kaum noch feste Reviere mit beständiger Paarbindung - sie wandern umher und pflanzen sich unkontrolliert fort. Somit fördert die Jägerei de facto einen Anstieg der Geburtenrate. Im Klartext: Die Bejagung des Fuchses ist abgesehen von ihrer Grausamkeit auch noch kontraproduktiv.

Beutekonkurrenten eliminieren heißt die Devise

Falschinformationen und eine gezielte Propaganda gegen den Fuchs dienen den Grünröcken zur Rechtfertigung seiner gnadenlosen Verfolgung. Dabei wird er zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt, um die Öffentlichkeit von der angeblichen Notwendigkeit seiner Dezimierung zu überzeugen. Füchse stellen entgegen anderslautender Aussagen allerdings keine Gefahr für den Artenschutz dar. Populationen betroffener Wildtierarten wie beispielsweise die des Feldhasen oder Auerhuhns sind in Wahrheit auf den Lebensraumverlust durch die intensive Forst- und Landwirtschaft sowie das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen und nicht auf sogenannte Beutegreifer wie den Fuchs, der sich zu 90 % von Mäusen und Aas ernährt und daher auch eine wichtige Rolle als Gesundheitspolizei von Feld, Wald und Flur spielt. Verschwiegen wird, dass die Jäger selbst jährlich etwa 200.000 der vom Aussterben bedrohten Feldhasen erlegen und für die allmähliche Ausrottung bestimmter Arten wie das Rebhuhn verantwortlich sind. Sie töten den Fuchs, der als „Raubwild“ deklariert wird, vor allem aus Beuteneid, denn sie dulden keine Jagdkonkurrenten in ihrem Revier.

Panikmache in der Bevölkerung

Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist unser Land seit 2008 dank wirkungsvoller Impfköder frei von Tollwut. Jagdverbände schüren und nutzen deshalb die irrationalen Ängste vor dem Fuchsbandwurm. Sie behaupten, die Jagd auf Füchse würde dazu beitragen, die Ausbreitung des Parasiten einzudämmen, obwohl durch die Bejagung des Fuchses in diesem schrecklichen Ausmaß genau das Gegenteil bewirkt wird, wie wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben. Dabei gehört der Fuchsbandwurm laut Professor Klaus Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg ohnehin zu den seltensten parasitären Infektionskrankheiten Europas. Trotzdem wird dem Fuchs das Image eines Krankheitsüberträgers verpasst, weil die jagende Zunft eine plausible Begründung für ihr mit dem Begriff „Jagdschutz“ verbrämtes Massaker braucht.

Aktionsbündnis Fuchs fordert Einstellung der Fuchsjagd

Trotz des zu erwartenden Widerstandes der Jägerschaft muss endlich ein gesetzliches Verbot der Fuchsjagd erlassen werden. Hierzu werden die politischen Entscheidungsträger in einem offenen Brief vom Aktionsbündnis Fuchs aufgefordert, das Jagdgesetz auf Landes- und Bundesebene entsprechend zu ändern. Dabei beruft sich die Initiative auf den aktuellen Stand der Wissenschaft sowie das wachsende Bewusstsein der Menschen für die Belange des Tierschutzes. In der Konsequenz ist die unmittelbare ganzjährige jagdliche Schonung des Fuchses nach luxemburgischen Vorbild anzustreben und gesetzlich umzusetzen.

Pressemitteilung Tierversuchsgegner Bundesrepublik Deutschland e.V.

Symbolbild. Foto: adege/pixabay

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
05.02.201818:01 Uhr
juergen mueller

Sie hätten Politiker werden sollen.Bei denen fängt die Sachlichkeit auch da an,wo ein Nutzen für sie herausspringt indem ihre Lobbyistenhaltung keinen Schaden nimmt.WER beraubt hier WEN seiner FREIHEIT,schränkt seinen Lebensraum immer mehr ein,nimmt für sich alles in Anspruch,schürt gewollte Angst- u.Panikmache,veranstaltet einen Kulturkampf?Egal,ob es der Wolf,Fuchs,Wildschwein,sogar der Habicht ist,alles wird einem sogen.Faktencheck unterzogen,meist zum Nachteil.Die menschlichen Nutzungsinteressen zerstören zunehmend Kulturlandschaften,Ökosysteme u.natürlich gewachsene Nahrungsquellen.Wolf,Fuchs,Wildschwein,alles Kulturfolger, nähern sich zunehmend Wohngebieten,weil dort die Lebensbedingungen für sie oft besser sind,angefangen von der Verfügbarkeit von Nahrung,Abfällen,sogar Anfüttern etc.Was machen wir?Aus allem ein Problem-Wolf,Fuchs,Sau etc.Wie wäre es mit einem Faktencheck MENSCH?Sie leben doch nur für Statistik,Zahlen Zitate.Sachliche Emotionalität = Fehlanzeige.

02.02.201810:38 Uhr
Uwe Klasen

Es ist einer sachgerechten Diskussion nicht Förderlich diese auf eine emotionale Ebene zu transferieren. Stattdessen sollten das Für und Wider sorgfältig abgewogen werden, hier nur die Stimme pro Tierschutz zu erheben lässt leider möglich Betroffene außen vor bzw. negiert deren, durchaus berechtigte, Anliegen. Gerade im Osten Deutschlands gibt es bereits Probleme mit der wachsenden Wolfspopulation, auch wenn Berichte darüber nur in den dortigen regionalen Zeitungen zu finden sind. Dazu ein Zitat aus der "Magdeburger Volksstimme": „Es kann nicht sein, dass der Wolf uns unserer Freiheit beraubt. Wir fordern, den Wolf in Reservaten oder Tierparks zu halten, sodass er eine Daseinsberechtigung hat.“ Ebenso wenig Hilfreich sind die immer wieder vorgebrachten "Rotkäppchen-Vergleiche" in denen Leidtragende wie Schäfer, Landwirte oder sonstige Tierhalter ihre Sorge um den einziehenden Wolf äußerten. Hierzu noch ein Zitat einer Pferdezu¨chterin mit einem durch Wölfe verletzten Fohlen, die dazu schreibt: „Die da oben sollen sich mal an den Fuchs erinnern. Der macht zwar keinen Schaden, aber das ehemals scheue Tier wird mit jeder neuen Generation dreister. Die besorgen sich mittlerweile ihr Fressen schon regelmäßig in den Ortschaften und Städten. Warum soll das mit den Wölfen anders laufen? Meine Nachbarin musste neulich hupen und hupen, bis ein Wolf endlich die Straße frei gemacht hat.“

01.02.201819:27 Uhr
juergen mueller

Hammer! Die Bundestagsfraktion der FDP, unterstützt von AfD u. LINKE, will am Freitag, 02.02.2018 Antrag einbringen, in dem die Regierung aufgefordert wird, WÖLFE als "jagdbare Tierart" in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen ist. BEGRÜNDUNG: "Konfliktpotenziale zwischen Mensch u. Tier". Natur u. Artenschutz soll hier mal wieder die Grenzen aufgezeigt werden. Bekannt ist ja, dass diese sogen. Volksvertreter u.a. ihre sehr gut bezahlte Zeit in extra hierfür berufenen, unübersichtlichen Ausschüssen damit verbringen, darauf zu achten, dass ohne ihren gewählten, politischen Willen, auch was Umwelt, Natur- u. Artenvielfalt angeht, nichts mehr geht. Diese permanente, politische Einflussnahme auf einen natürlichen Lauf der Dinge in Umwelt u. Natur hat bereits zu einer Wandlung in unserer Gesellschaft geführt u. damit zu einem negativen Umgang mit tierischem Lebewesen. Diese von Land-, Forst- u. Privatwirtschaft auch noch geforderte politische Fürsorgepflicht macht nichts besser.

31.01.201819:19 Uhr
juergen mueller

Da wird sich solange nichts tun, solange wachsendes Bewusstsein für den Tierschutz nicht bei der Politik angekommen ist u. sogenannte Politgrößen selbst ihrem Hobby, der Freizeitjagd nachgehen (z.B. Ministerpräsident Bouffier). Eine Änderung des Jagd- wie des Tierschutzgesetzes so, dass es vor allem den Tieren gerecht wird, sind Wunschträume. Die Freizeitjagdlobby lacht sich über solche Forderungen tot (wäre auch eine Möglichkeit). Analog hierzu wären wir dann auch wieder bei der aktuellen Debatte um Abgasversuche an Affen bzw. überhaupt an Tierversuchen zu Forschungszwecken. Was in anderen Ländern seit langem Vorbildfunktion hat, findet bei uns nur wenig Anklang, geschweige denn auch nur die Bereitschaft es zu wollen.

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2281

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Oster-Anzeige
Osterangebot
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft
First Friday Anzeige März
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Angebotsanzeige (April)
PR-Anzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeige Lange Samstage
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in