Anfeindungen in den sozialen Medien „für meine Familie unerträglich“
Otmar Soukup tritt zurück
Meckenheim. Otmar Soukup, bisher Altendorfer Ortsvorsteher, hat sein Ratsmandat niedergelegt und ist von allen Ämtern zurückgetreten. Dies nimmt die CDU Meckenheim mit großem Bedauern zur Kenntnis.
„Der Ortsteil verliert damit einen überaus engagierten Fürsprecher, der sich für alle relevanten Themen – von der Verkehrsberuhigung über den Hochwasserschutz bis zum Dorfplatz und zur Kita-Erweiterung – mit Fachkenntnis und viel Herzblut eingesetzt hat“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Kühlwetter. „Er genießt auch in der gesamten Fraktion sehr hohes Ansehen.“
Hintergrund des Rücktritts ist die Debatte um die Verlegung eines Ballspielkorbs vom Schulhof auf den örtlichen Spielplatz, nachdem sich Anwohner über Lärm beschwert hatten. „Über viele Monate wurde mir in den Medien, vor allem den sogenannten sozialen Medien, unterstellt, ich hätte mein Amt missbraucht, um persönliche Interessen durchzusetzen. Das hat mich sehr getroffen“, sagt Otmar Soukup. „Weder meine Darstellung des Sachverhalts noch die von Bürgermeister Holger Jung und dem SC Altendorf-Ersdorf gefundene sehr gute Lösung wurden von den Betreibern der Kampagne akzeptiert.“ Der Druck auf seine Familie und ihn persönlich sei unerträglich geworden und habe auch zu gesundheitlichen Problemen geführt.
Er habe es zudem als unfair empfunden, dass SPD und BfM das Thema politisch in ihrem „Offenen Brief“ instrumentalisiert hätten, obwohl er den Sachverhalt per E-Mail erklärt und Gesprächsangebote gemacht habe. Dankbar ist Soukup für den Zuspruch, den er persönlich im Ort bekam, zuletzt auch durch eine Mut machende Zeitungsanzeige. Dagegen hätten ihn die Kritiker niemals persönlich angesprochen.
CDU-Vorsitzender Rainer Friedrich äußert sich bestürzt über den Umgang mit Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren. „Es ist ohnehin schon für alle Parteien schwierig, Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen: Eskalationen wie in diesem Fall tragen nur zur Politikverdrossenheit der Allgemeinheit bei.“ Hier zeige sich, wie einfach es heute sei, gute Leute in den sozialen Medien niederzumachen. „Ehrenamt sollte Spaß machen und anerkannt werden, sachliche Kritik und ein faires Miteinander gehören dazu.“ In diesem Fall sei eine Grenze überschritten worden.
Wer wird Soukups Nachfolge als Ortsvorsteher antreten? Hierzu wird die CDU, die bei der Kommunalwahl 2020 die meisten Stimmen in Altendorf bekommen hatte, nun Gespräche führen.
Wie berichtet, sieht die von Bürgermeister und Sportverein gefundene Lösung so aus: Der vorhandene Basketballkorb am Sportplatz wird versetzt, damit er besser zugänglich ist und eine gut bespielbare Spielfläche erhält, der rote Ballspielkorb bleibt auf dem Spielplatz und wird mit einer (schallschluckenden) Spielfläche versehen, und für den Schulhof wird eine Slackline zum Balancieren beschafft. Für die Slackline wurden im Ort Spenden gesammelt.Pressemitteilung
CDU Meckenheim
