Monte Mare beschäftige den Stadtrat
Pachtverpflichtungen werden erfüllt und neue Konzepte aufgelegt
Die bevorstehende Eröffnung der Badewelt Euskirchen macht den Rheinbacher Kommunalpolitikern Sorgen
Rheinbach. Das Hallen- und Freizeitbad Monte Mare beschäftigte den Rheinbacher Stadtrat auch vor seiner jüngsten Sitzung. In der vorgeschalteten Fragestunde hatte der Erste Beigeordnete Dr. Raffael Knauber zwei Anfragen zu beantworten, die sich mit der wirtschaftlichen Situation des Bades auseinandersetzten. So bereitet die bevorstehende Eröffnung der Badewelt Euskirchen, die voraussichtlich kurz vor Weihnachten ihren Betrieb aufnehmen wird, nicht nur der UWG Sorgen. „Das wird nicht ohne Einfluss auf die Besucherzahlen des Monte Mare Rheinbach bleiben“, vermutete Fraktionsvorsitzender Dieter Huth in seiner Anfrage.
Doch die bisherigen Vorstellungen der Geschäftsführung für die weitere Entwicklung des Rheinbacher Bades seien angesichts der Konkurrenzsituation unzureichend. Auch wenn die Stadt keinen unmittelbaren Einfluss auf die Geschäftsführung habe, könne es doch der Politik nicht gleichgültig bleiben, wie sich das Bad weiterentwickle - schon allein wegen der finanziellen Auswirkungen auf den Rheinbacher Haushalt. Deshalb fragte er die Stadtverwaltung, welche Konzepte zur Vermeidung von Besucherrückgängen die Monte Mare Geschäftsführung entwickelt habe.
Neubau zwar nicht verhindert, aber immerhin verzögert
Raffael Knauber wies in seiner Antwort darauf hin, dass die Monte Mare Geschäftsführung bereits weit im Vorfeld des Neubaus der Badewelt Euskirchen Einfluss genommen habe, indem sie bei der EU-Kommission ein beihilferechtliches Verfahren angestrengt hatte, "das den Neubau zwar nicht verhindern konnte, aber verzögert hat.“ Leider sei in dem Verfahren nur geprüft worden, ob es eine Beeinträchtigung von Bädern im EU-Ausland gebe, bedauerte Raffael Knauber.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Sport- und Erlebnisbades seien in langen und sehr schwierigen Verhandlungen angepasst worden, unter anderem aufgrund eines Gutachtens der con pro GmbH aus dem Jahr 2011 zu den Entwicklungsperspektiven und Optimierungspotenzialen. Ein von der UWG befürchteter Rückgang der Besucherzahlen in Rheinbach um zehn Prozent bezeichnete Raffael Knauber als „rein hypothetisch“. Rückgänge seien nach seiner Ansicht weder bei Familien mit Kindern, noch bei den Frühschwimmern oder den Freibadbesuchern zu befürchten.
Mitgliedschaft führt zu Bindung der Stammgäste
Seit Kurzem gebe es die „monte mare & friends“ Mitgliedschaft, mit der Kunden die Möglichkeit hätten, das gesamte Sauna- und Wellness-Resort einschließlich des Sport- und Freizeitbades zu einem festen monatlichen Pauschalpreis zu nutzen. „Dieses System führt zu einer Bindung der Stammgäste im wirtschaftlich relevanten Bereich des Bades und verhindert deren Abwanderung“, gab sich Raffael Knauber überzeugt. Davon machten in Rheinbach bereits mehr als 250 Personen Gebrauch. Die Tendenz sei steigend und die Langzeitprognose ausgesprochen günstig. Dieses System erhöhe die Grundauslastung des Sport- und Erlebnisbades und werde die Bad-Branche verändern.
Darüber hinaus sei die monte mare-Geschäftsführung bemüht, das Image des Bades zu verbessern, etwa indem das Freibad in den Sommermonaten durchgehend geöffnet sei, bei gleichzeitig vergünstigten Preisen. Die Kundenbindung im Sauna- und Wellness-Resort verfolge das gleiche Ziel. Zum Schluss konnte sich Raffael Knauber eine Bemerkung nicht verkneifen: „Sollte es aus Ihren Reihen Erkenntnisse darüber geben, dass es auf dem Markt einen anderen Betreiber gibt, der besser geeignet und vielleicht auch bereit ist, eine höhere Pacht zu zahlen, bitte ich um einen Hinweis.“ Wie zu erwarten, herrschte daraufhin belustigtes Schweigen im Saal.
281.818 Euro in Instandhaltung und Wartung investiert
Doch auch die SPD hatte noch Informationsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Pachtsituation. „Hat Monte Mare seine vertraglichen Verpflichtungen im Jahr 2015 nach Auffassung des Bürgermeisters vollumfänglich erfüllt?“, wollten die Sozialdemokraten wissen. Schließlich hatte der Stadtrat 2013 beschlossen, die Pachtzahlung von 480.000 auf 60.000 Euro zu verringern, um das Bad vor einer möglichen Schließung zu bewahren. Raffael Knaubers Antwort: „Monte Mare hat seine vertraglichen Pachtverpflichtungen im Jahr 2015 nicht nur nach Auffassung des Bürgermeisters, sondern tatsächlich vollumfänglich erfüllt.“
Er zählte auch die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten auf, die in jüngster Zeit durchgeführt worden seien. Von November 2014 bis September 2015 habe Monte Mare demnach insgesamt 281.818 Euro für die Instandhaltung, Instandsetzung, Wartung, Pflege und Erneuerung des Gebäudes investiert. Davon entfielen auf Dach und Fach sowie Außenanlagen rund zwei Drittel mit 185.710 Euro und auf Maßnahmen im Inneren des Pachtobjektes das restliche Drittel von 96.108 Euro. Von 2016 bis 2019 stünden jährlich für Instandhaltung, Instandsetzung, Wartung, Pflege und Erneuerung des Gebäudes 275.000 Euro zur Verfügung.
