Stadtrat Andernach tagte
Parkdeck wird über Römerfunde gebaut
Andernach. Um die bedeutenden Römerfunde auf dem Schumachergelände nicht zu gefährden, soll das geplante Parkdeck nun in veränderter Bauweise errichtet werden. So hat es der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.
Darüber, dass das Parkdeck gebaut wird, war man sich im Stadtrat einig. Dennoch soll auch den historischen Ausgrabungen auf dem Schumachergelände Rechnung getragen werden. So soll das Gebäude im Rahmen der Höhenbegrenzung des Bebauungsplanes gegenüber der genehmigten Planung um 1,49 Meter angehoben werden. Durch weitere konstruktive Maßnahmen, wie den Ersatz des Stahlbetonträgerrostes durch eine geschlossene Stahlbetonplatte in Höhe der Bohrpfahlköpfe lasse sich weitere Höhe gewinnen. Mit der Kombination der Maßnahmen sei der Wunsch der Landesarchäologie nach Erhalt der Römerfunde weitgehend erfüllt. Bei der ursprünglichen Planung hätten die Funde großflächig entfernt werden müssen. Durch die neuen Pläne erhöhen sich die Baukosten um etwa 350 000 Euro.
„Die Veränderung der Bauweise der Hochgarage, insbesondere der Fundamente ist aus unserer Sicht vertretbar“, so Hans-Georg Hansen (CDU). So könne der derzeitige Engpass an Parkplätzen in der Altstadt abgebaut werden und gleichzeitig die Überreste der römischen Siedlung für künftige Generationen im Boden gesichert werden. „Wir hätten uns ohnehin nicht damit begnügen können, die Reste der römischen Bauten einfach freizulegen und sie unverändert und ungeschützt liegen zu lassen“, verweist Hansen auf die Ausgrabungen auf dem Weisheimergelände, wo die ausgegrabenen Mauern mittlerweile mit Büschen und Gestrüpp zugewachsen seien. Für den Bau der Hochgarage schlug Hansen vor, mit Kunst am Bau einen Bezug zu den Funden herzustellen. Diesem Vorschlag schloss sich auch FWG-Fraktionschef Hartmut Dressel an, der auch die veränderte Bauweise begrüßt.
„Damit ist sowohl den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger als auch der Archäologie Rechnung getragen“, so Dressel.
„Die Ausgrabungen haben uns alle überrascht“, sagt Jens Groh (SPD). „Auch wir wollen den veränderten Bebauungsplan einhalten. Wenn das Gelände am „Runden Turm“ frei werden soll, brauchen wir als Alternative das Parkdeck. Wir müssen auch den Interessen der Menschen gerecht werden, die heute in der Stadt leben“, betont Groh, der davon überzeugt ist, auch am Parkplatz „Runder Turm“ auf Römerfunde zu stoßen.
Den Wunsch nach einer entsprechenden Umplanung des Parkdecks, der es ermögliche die Funde zu erhalten, hatte Grabungsleiter Dr. Peter Henrich von der Außenstelle Koblenz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz bei der letzten Sitzung des Haupt-und Finanzausschusses des Stadtrates vorgetragen.
Im Mai 2017 sollen die Bauarbeiten für das Parkdeck beginnen. Bis dahin haben die Archäologen noch Zeit für ihre Grabungen.
„Sollten dabei weitere bedeutende Funde zu Tage treten, muss erneut verhandelt werden“, so Oberbürgermeister Achim Hütten.
