Gesprächseinladung der Rheinbacher CDU stieß auf breite Resonanz
Patienten wünschen sich persönliche Beratung Wertschätzung
Die Ärzte wünschen sich mehr Wertschätzung
Rheinbach. Die zukünftigen Herausforderungen, die sich durch die Demografie-Entwicklung ergeben, sind mit der aktuellen Budgetierungsform nicht mehr erfüllbar. In diesem Punkt waren sich am vergangenen Donnerstag alle Referenten und das Publikum einig. Der Grund: Immer weniger junge Ärzte finden es attraktiv, sich selbstständig zu machen. Zugleich empfinden sowohl die Mediziner als auch die Patienten es als unbefriedigend, dass das Beratungsgespräch nicht ausreichend finanziell gewürdigt wird. „Die sozialversicherten Arbeitnehmer zahlen in Nordrhein-Westfalen den gleichen Krankenkassenbeitrag wie beispielsweise in Stuttgart. Es stellt sich daher die Frage, warum die Ärzte dann hier weniger verdienen als ihre Kollegen in Baden-Württemberg“, monierte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Bernd Zimmer.
Vor dem Hintergrund zunehmender Unzufriedenheit sowohl bei den Patienten als auch bei den Medizinern hatte die Rheinbacher CDU zur Informationsveranstaltung „Arzt sein zwischen Pflicht, Verordnungen und Patientenwohl“ in den Ratssaal des Himmeroder Hofes (Glasmuseum Rheinbach) eingeladen. Dabei wurde auch deutlich, dass „die zunehmende Bürokratie in den Praxen“ von vielen Ärzten als belastend empfunden wird: „Für mehr als die Hälfte der Abrechnungstätigkeiten benötigen wir zusätzliche Qualifikationen. Wer beispielsweise in seiner Praxis einen Röntgenapparat unterhält, muss in regelmäßigen Abständen ausführlich schriftlich belegen, dass die Qualität dieser Leistung auch stimmt“, erklärte Dr. Oliver Funken, der den Abend moderierte. Dennoch bemühten sich die meisten Ärzte redlich, ihren Patienten gerecht zu werden. „Nicht umsonst ist das deutsche Gesundheitssystem weltweit hoch angesehen“, so der Direktor des Instituts für Hausarztmedizin an der Universität Bonn und Allgemeinmediziner Prof. Dr. Klaus Weckbecker, in dessen Praxis regelmäßig französische und Schweizer Patienten kommen.
Sowohl von den Medizinern als auch von den Bürgern wurde es insgesamt als „sehr positiv“ empfunden, dass sie „an diesem Abend mal außerhalb der Praxis ins Gespräch gekommen“ seien. Aus diesem Grund kündigte die Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Silke Josten-Schneider auch an, dieser Veranstaltung auf jeden Fall eine weitere folgen zu lassen. Pressemitteilung der
CDU-Rheinbach
