Politik | 23.11.2018

CDU-Stadtverband und CDU-Ratsfraktion zu Gast im AWO-Seniorenzentrum

„Pflegkräfte – ein Thema, das unser Land bewegt“

Vorstands- und Ratsmitglieder des CDU-Stadtverbandes Bendorf, darunter Alt-Bürgermeister Hajo Stuhlträger, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Bernhard Wiemer sowie die Beigeordnete Gaby Zils, informierten sich über die Betreuung der Senioreninnen und Senioren sowie die Kinderbetreuung im AWO-Seniorenzentrum auf der Vierwindenhöhe. Privat

Bendorf. „Pflegekräfte – ein Thema bewegt unser Land“: Das war das Thema eines Vortrags, den der Einrichtungsleiter des AWO-Seniorenzentrums auf der Bendorfer Vierwindenhöhe, Andreas, Erdmann, vor Mitgliedern des CDU-Stadtverbands und der christdemokratischen Fraktion des Bendorfer Stadtrates hielt. „Es ist schon mehr als fünf Minuten vor zwölf“, betonte Erdmann mit Blick auf die gegenwärtige Situation. Pflegefachkräfte sind absolute Mangelware sowohl in den Alten- und Pflegeheimen ebenso wie in den Krankenhäusern. „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge fehlen im Jahr 2030 in Deutschland mehr als 300 000 Pflegefachkräfte“, betonte Erdmann. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den unterschiedlichen Einrichtungen sind ständig überlastet und ausgebrannt“, fuhr Erdmann fort. Allein in den Krankenhäusern seien es 80 000 Pflegefachkräfte, die derzeitig fehlen. Das sei schlichtweg ein unhaltbarer Zustand. „Was sind die Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter?“, fragte der Einrichtungsleiter. Und er gab selbst die Antwort darauf: Der AWO-Bezirksverband Rheinland e. V. hat in den letzten Jahren das Gehalt seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich angehoben – derzeit beträgt das Eingangsgehalt 2600 Euro bei einer 38,5-Stunden-Arbeitswoche. Dazu gibt es höchstmögliche Zuschüsse und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ein Arbeitszeitkonto führen; und nicht zuletzt besteht die Möglichkeit über vier Monate lang eine Kinderbetreuung für Kinder im Alter von vier Monaten bis zu drei Jahren in Anspruch zu nehmen.

Eine Prämie für die Arbeitsvermittlung

Um neue Mitarbeiter und Mitarbeiter zu gewinnen wird jede erfolgreiche Arbeitsvermittlung mit einer Prämie in der Höhe von 200 bis 1 000 Euro belohnt. Ferner hat der Bezirksverband der AWO Rheinland e. V. die Rekrutierung pflegerischen Nachwuchses auch auf das außereuropäische Ausland ausgeweitet. So arbeiten beispielsweise seit circa zwei Jahren die AWO-Häuser in Mainz mit philippinischen Mitarbeiterrinnen zusammen.

Diese Mitarbeiterinnen sind als Krankenschwestern mit deutscher Anerkennung ausgebildet. Außerdem haben sie an einem 18-monatigen Deutschkurs in Manila erfolgreich teilgenommen und haben eine Arbeitserlaubnis durch die Zentrale für Auslands- du Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Im kommenden Jahr ist die Übernahme von sechs philippinischen Mitarbeiterinnen geplant; deren Entlohnung erfolgt im bestehenden AWO-Tarifvertrag. Wie Einrichtungsleiter Andreas Erdmann weiter betonte, hat sich die Einrichtung einer eigenen Kinderbetreuung ganz außerordentlich gelohnt. Oftmals scheitern bekanntlich die Einstellung oder Wiedereintritt in den Beruf am Mangel einer Kinderbetreuungsmöglichkeit. Mit der Unterstützung des Jugendamts der Kreisverwaltung Mayen Koblenz konnte dankenswerterweise eine maßgeschneiderte Konzeption für die Kinderbetreuung erstellt werden. Die Kosten für den Konzeptverschlag und die Mittelbeantragung für das wegweisende Pilotprojekt betrugen allein circa 30.000 Euro eine Investition, die sich laut Andreas Erdmann außerordentlich gelohnt hat. Die erforderliche Planung wurde im Rahmen eines öffentlichen Bewerberverfahrens durch die Bauabteilung des Trägers durchgeführt, die Einstellung von zwei Tagesmüttern war die Sache des Hauses. Weitere Informationen erfolgten durch die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Derzeit nehmen fünf Mütter mit Kleinkindern die Möglichkeit der Kinderbetreuung in Anspruch. Umfangreiche Kampagnen wurden in den unterschiedlichsten Medien und auf Facebook gestartet – Printmedien natürlich nicht ausgeschlossen. Auch wurden mehrere Jugendämter zwecks Informationen besucht. Derzeit besuchen drei Kinder die Kinderbetreuung, zwei weitere Zugänge werden in den kommenden Monaten November und Dezember – darunter sind vier Kinder von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern. Angesichts des guten Beispiels und des durchschlagenden Erfolgs werden zwei weitere AWO-Einrichtungen die Idee übernehmen. Im Anschluss des hochinteressanten Vortrags erfolgte eine ausführliche Diskussion zwischen dem vortragenden Einrichtungsleiter und den Damen und Herren des Bendorfer CDU-Stadtverbands und der christdemokratischen Bendorfer Standratsfraktion. Schlussendlich bedankte sich der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, Bernhard Wiemer, für die ausführlichen und interessanten Informationen durch Andreas Erdmann. „Dieser Vortrag hat uns die Augen geöffnet über den derzeitigen Zustand in der Pflegefachkräfte-Problematik“, sagte Wiemer. „Wir wollen versuchen, das in praktische Politik umzusetzen“.

Vorstands- und Ratsmitglieder des CDU-Stadtverbandes Bendorf, darunter Alt-Bürgermeister Hajo Stuhlträger, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Bernhard Wiemer sowie die Beigeordnete Gaby Zils, informierten sich über die Betreuung der Senioreninnen und Senioren sowie die Kinderbetreuung im AWO-Seniorenzentrum auf der Vierwindenhöhe. Foto: Privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Heimat aktiv erleben - Anzeige Biergarten
Werksverkauf
Verkäufer(in)
Empfohlene Artikel
Die Straße „Am Gartenschwimmbad“ wird für 2,1 Millionen Euro fit für den Verkehr zum Are-Gymnasium und zum neuen Hallen- und Freizeitbad gemacht.  Foto: GS
253

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Rat der Kreisstadt hat die Vorplanung zur flutbedingten Wiederherstellung der Straße „Am Gartenschwimmbad“ freigegeben und die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) mit der weiteren Umsetzung beauftragt. Bestandteil der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Verkehrsanlagen einschließlich einzelner Entwässerungseinrichtungen.

Weiterlesen

: Blick auf den trockengelegten Mühlenteich mit dem Mühlrad am Herderweg.  Foto: GS
69

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kein Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne das Thema Wiederaufbau. So wurde in der jüngsten Sitzung am Montagabend erneut die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) einstimmig mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt. Ein Blick in die Details.

Weiterlesen

Noch ist der Ahrradweg in Sinzig ein Provisorium – temporär eben.  Foto:GS
188

Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
776

Am heutigen Vormittag war es zu Stromausfällen in den Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim gekommen

27.06.: Nach Stromausfall in Koblenz: Energieversorgung in allen betroffenen Stadtteilen wiederhergestellt

Koblenz. Nachdem am heutigen Vormittag der Strom in den Koblenzer Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim ausgefallen war, konnte die Energieversorgung nach Angaben der Feuerwehr Koblenz zwischenzeitlich in allen Gebieten durch den zuständigen Energieversorger wiederhergestellt werden. Eine Ursache für den Stromausfall ist bislang nicht bekannt. BA

Weiterlesen

Foto: Kaikoro – Adobe Stock
812

Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren

A3: Rechter Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt

Dierdorf/Wittgert. Auf der A3 in Richtung Köln ist zurzeit der rechte Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Dies meldet der ADAC. Die Sperrung befindet sich zwischen Dierdorf und dem Rastplatz Welschehahn. Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren. BA

Weiterlesen