„Sollte innerorts Tempo 30 gelten?“ in BLICK aktuell 31/23
Physikalisch betrachtet macht Tempo 30 Sinn
Ein generelles Tempolimit erhöht natürlich die Sicherheit, denn die Zeit, um auf gefährliche Situationen zu reagieren, erhöht sich und die Gefahr, Menschen schwer zu verletzen, wird gesenkt.
Eine Belastung für Berufstätige sehe ich nicht, denn zu den Hauptverkehrszeiten ist eine Geschwindigkeit mit größer 30km/h kaum erreichbar, es sei denn, man nimmt unnötige Risiken in Kauf.
Die Effizienz von Verbrennungsmotoren ist abhängig von der Drehzahl. Wenn der Motor niedrig dreht, also frühzeitig hochgeschaltet wird, spare ich Kraftstoff. Übrigens eine Empfehlung des ADAC in jeder Spritsparschulung.
Innerorts ist auch eine gleichbleibende Geschwindigkeit nicht realisierbar, da vor Ampeln, Zebrastreifen und sonstigen Ereignissen immer wieder abgebremst und dann wieder beschleunigt werden muss.
Und auch für Verbrenner gilt folgendes physikalisches Gesetz: W=0,5*m*v² (W=Energie; m=Masse und v=Geschwindigkeit) D. h., dass mit Tempo 50 ca. 2,8 mal mehr Energie verbraucht wird als mit Tempo 30. Im Stadtverkehr ist das eine gute Ersparnis, da, wie bereits erwähnt, ständig gebremst und wieder beschleunigt wird. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit sieht das etwas anders aus, da ja nur die Reibung überwunden werden muss.
Vielleicht wäre es für die ADAC-Mitglieder ein interessanter Hinweis, vor der nächsten Befragung diese Zusammenhänge mitzuteilen. Vielleicht gibt es dann eine Mehrheit mehr unter den Befragten für Tempo 30 in Ortschaften.
Also bin ich für ein Tempo 30 innerorts.
Dietrich Sülthaus,
53489 Sinzig
