Politik | 13.05.2015

Veranstaltung des Gemeindesportverband Swisttal

Podiumsdiskussion mit Bürgermeister- kandidatinnen Hein und Kalkbrenner

Swisttaler-Bürgermeisterkandidatinnen Gisela Hein und Petra Kalkbrenner (2. und 3. von links) standen Rede und Antwort. privat

Swisttal. Der heutige und künftige Stellenwert des Themas Sport in der Gemeinde Swisttal war Gegenstand einer Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidatinnen Gisela Hein (für die SPD) und Petra Kalkbrenner (für die CDU) in Odendorf. Eingeladen hatte der im Februar gegründete Gemeindesportverband Swisttal 2015 e.V., moderiert wurde die mit 80 Teilnehmern gut besuchte Veranstaltung von Professor Hermann Schlagheck aus Heimerzheim.

Rund anderthalb Stunden diskutierten Klaus Jansen (Vorsitzender des GSV), Klaus Müller (Präsident des Kreissportbundes) und die beiden Kandidatinnen mit den Vertretern von Swisttaler Sportvereinen, Ratsmitgliedern und Bürgern über Probleme und Herausforderungen, die auf die im September zu wählende Bürgermeisterin zukommen. Der GSV hatte sogenannte „Wahlprüfsteine“ formuliert, in denen Fragen der Swisttaler Sportvereine zusammengefasst wurden und mit denen man mehr über Projekte und Pläne der künftigen Verwaltungsspitze erfahren wollte.

Der GSV-Vorsitzende Jansen wies in seiner Begrüßung auf den erfolgreichen Start des erst vor drei Monaten in Rekordzeit gegründeten Verbandes hin, der bereits jetzt mit seinen 16 Mitgliedern über 3.000 Sportlerinnen und Sportler der insgesamt 29 Sportvereine in Swisttal vertrete. „In der Gemeinde tut sich etwas in Sachen Sport und wir werden uns in der Zukunft gemeinsam mit den Vereinen damit deutlich mehr Gehör verschaffen können als bisher,“ so Jansen. Der Präsident des in Siegburg residierenden Kreissportbundes Wolfgang Müller freute sich darüber, dass mit Swisttal nun 14 der insgesamt 19 Kommunen des Kreises über eigenen Sportverband verfügen. Müller wörtlich: „Der Sport hat es verdient, dass er nun auch in Swisttal stärker wahrgenommen wird“.

Sport muss an Wert gewinnen

In vielen Dingen waren sich die beiden Bewerberinnen um die Nachfolge von Bürgermeister Maack einig. Der Sport in der Gemeinde müsse „an Wert gewinnen“ - und zwar gleichermaßen für Junge und Alte, es müsse mehr in den Erhalt der Sportanlagen investiert werden und in den politischen Gremien müsse das Thema Sport sichtbarer werden. Außerdem wolle man intensiv mit dem GSV kooperieren, beispielsweise in der Organisation der jährlich stattfindenden Sportlerehrung. Beide sprachen sich dafür aus, dass der zuständige Ausschuss JSKS (Jugend-, Senioren-, Kultur- und Sozialausschuss) künftig den Namen Sport im Titel führen solle.

Einigkeit bestand bei den Kandidatinnen auch hinsichtlich der Bedeutung der Themen Inklusion und Flüchtlinge. Über den Sport könnten Menschen mit und ohne Behinderung zusammengeführt werden, für die Flüchtlinge biete der Vereinssport optimale Möglichkeit, besser in die Gesellschaft integriert zu werden.

Unverständnis über Verwendung der Sportpauschale

Kontroverser wurde die Diskussion erst, als Moderator Schlagheck die Themen Sportstättenbedarfsplan und Sportpauschale ansprach. Kalkbrenner verteidigte den aktuellen Plan, der auf die „Außenanlagen“ ausgerichtet gewesen sei, und bezeichnete ihn als einen ersten Schritt. „Wir werden die übrigen Sportstätten wie beispielsweise die Hallen nun gezielt angehen“ so Kalkbrenner weiter. Für die stark renovierungsbedürftige Halle in Heimerzheim kündigte sie ein eigenes Konzept an.

Heftige Kritik am Sportstättenbedarfsplan übte Konkurrentin Hein: „Da ist viel Geld für wenig Output ausgegeben worden, das Wort Plan hat das Werk nicht verdient“. Sie forderte eine Weiterentwicklung des aktuellen Plans, bei dem es alle Sportstätten vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der künftigen Nachfrage zu berücksichtigen gelte. Ein Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum forderte, dass sich ein solcher Plan nicht ausschließlich „mit Fußball und dem Kunstrasenplatz Buschhoven“ beschäftigen dürfe, sondern den Sport in ganz Swisttal im Blick haben müsse.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurde von Mitgliedsvereinen viel Unmut über die Verwendung der Sportpauschale geäußert, der zufolge der Gemeinde jährlich fast 50.000 Euro aus Landesmitteln zustehen. Erwartet wird eine Gleichbehandlung aller Vereine und mehr Transparenz hinsichtlich der Mittelverwendung. Hintergrund ist die Entscheidung der Verwaltung, diese aus den letzten Jahren „angesparten“ Mittel vollständig den Fußballvereinen auszuzahlen. Laut Kandidatin Kalkbrenner, die gleichzeitig 1. Beigeordnete von Swisttal ist, stammen 180.000 Euro aus der Vergangenheit und 150.000 Euro aus den letzten drei Jahren einschließlich 2015 - insgesamt also 330.000 Euro -, die für Kunstrasenplätze verwendet werden sollen. „Ab 2016 steht die Sportpauschale“, so Kalkbrenner wörtlich, „den Vereinen wieder zur Verfügung.“

Ihr Unverständnis über die Verwendung der Sportpauschale äußerste auch Kandidatin Hein: „Niemand hat etwas gegen die Fußballvereine, aber in diesem Falle sind die übrigen Vereine, die ebenfalls einen Investitionsbedarf haben, massiv benachteiligt worden.“ GSV-Vorsitzender Jansen wollte wissen, warum andere Vereine nichts von den 180.000 Euro bekommen haben und kündigte an, dass „der GSV künftig ein Auge darauf werfen wird, dass es bei der Verteilung der Mittel aus der Sportpauschale fair und transparent für alle Vereine zugeht.“

Erster Swisttaler Sporttag am 9. August in Heimerzheim

Klaus Jansen wies in seinem Schlusswort auf den 1. Swisttaler Sporttag hin, der am 9. August in der Sporthalle in Heimerzheim stattfinden wird und auf dem sich alle Mitgliedsvereine des GSV der Swisttaler Bevölkerung präsentieren können. Geplant ist, an diesem Tag in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung die diesjährige Sportlerehrung durchzuführen. Professor Schlagheck bedankte sich in seinem Schlusswort für die engagierte Diskussion und wünschte dem neuen Gemeindesportverband viel Erfolg bei seinen Bemühungen, „dem Thema Sport und den Sportvereinen mehr Gehör in der Gemeinde zu verleihen.“

Pressemeldung des

Gemeindesportverbandes

Swisttal

Swisttaler-Bürgermeisterkandidatinnen Gisela Hein und Petra Kalkbrenner (2. und 3. von links) standen Rede und Antwort. Foto: privat

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