Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Meckenheim
Politik beschäftigt sich mit „bio innovation park Rheinland“
Prof. Brigitte Scholz referiert über Energie aus nachwachsenden Rohstoffen
Meckenheim. Eine interessante Tagesordnung hatte der Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Meckenheim in dieser Woche. Nach der Verpflichtung von Olaf Brackmann als neuem Sachkundigen Bürger für die UWG referierte Prof. Brigitte Scholz von der Alanus-Hochschule in Alfter über die aktuelle Entwicklung im „bio innovation park Rheinland“ am Campus Klein-Altendorf.
Insgesamt beschäftigt man sich dort mit vier wichtigen Kompetenzfeldern: den Bereichen food, fibre, energy und health. Im Bereich „food“ geht es um die nachhaltige Produktion und Verarbeitung gesunder Nahrungsmittel aus der Region für die Region, Ressourceneffizienz, Transparenz und Nachverfolgbarkeit sowie um Konsumentenwünsche. Im Bereich „fibre“ geht es darum, neue Materialien auf der Basis nachwachsender Rohstoffe zu erproben. Hier werden innovative Verwendungsmöglichkeiten im Bereich Verpackung, Substrate, Baustoffe und mehr gesucht und auch gefunden. Im Bereich „health“ geht es um den Erhalt der Leistungsfähigkeit und der Gesundheit des Menschen durch gesunde Ernährung und die Produktion hochwertiger Medizinalpflanzen. Dies alles wird ergänzt um die Arbeitsfelder „high tech“ und „management“.
Schwerpunkt der Ausführungen von Prof. Scholz war diesmal jedoch der Bereich „energy“. Dabei will man neue Biomasse-Potentiale erschließen und weitere regenerative Energieformen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Region.
Damit dies gelingen kann, muss in einem ersten Arbeitsschritt erst einmal das Biomassenpotential erfasst werden und dann der Anbau und die Verwertung von mehrjährigen Energiepflanzen gesteigert werden. Dies alles in Kombination mit einem Ressourcensparenden Flächenmanagement und einer vernünftigen Kommunikationsstrategie. Alleine der Schritt des Feststellens des Biomassenpotentials war überaus komplex. Dabei bietet sich die Region Rheinbach/Meckenheim hierzu gerade an. Denn so konnte man sich an diversen Stellen bedienen. Dazu gehören die Obstanbaubetriebe, die Baumschulen, der Wald, der Bereich des Straßenverkehrsgrüns und weitere Gehölzflächen. Damit daraus ein Kreislauf wird, wäre es von Interesse, diese Biomasse, die bisher ungenutzt verrottet und viel CO2 speichert, für die Energiegewinnung zu gewinnen und damit in der Region die Kühlhäuser der Obstbauern zu betreiben.
Dabei gilt es natürlich, ein kostengünstiges Angebot zu erstellen und so stellen sich viele grundsätzliche Fragen. Unter anderem, wer führt die Rodungsarbeiten durch, wer übernimmt die Energieerzeugung und wer will dann auch die Energie kaufen. In einem Pilotprojekt mit dem Namen „Obst-Kälte“ soll dies nun realisiert werden. So kommen die Rohstoffe aus dem Obstanbau und werden zu Holzhackschnitzel verarbeitet. Diese wandern in einen Ofen und über einen Wandler wird Adsorptionskälte für die Kühlhäuser bereitgestellt. Das Ganze funktioniert auch als Biogasanlage über Blockheizkraftwerke und die daraus resultierende Kompressionskälte geht dann auch wieder an die Kühlhäuser.
Grundsätzlich zeigten sich die anwesenden Kommunalpolitiker begeistert und mit viel Zustimmung, und es wurde darauf hingewiesen, dass hier auch eine Kooperation mit der Oberstufe des Konrad-Adenauer-Gymnasiums sinnvoll sei. Der Kommunikation soll auch die Einrichtung von Wissenschaftscafés dienen, wie Prof. Scholz zum Abschluss ihrer Ausführungen erläuterte.
Der Technische Beigeordnete der Stadt Meckenheim, Heinz-Peter Witt, erläuterte in einem weiteren Tagesordnungspunkt das Pflanz- und Beleuchtungsverfahren für das neue Rathaus und die Jungholzhalle. Offen blieb dabei die Frage, wie zukünftig der Innenhof des Rathauses gestaltet werden soll – ob mit einer Dauerbepflanzung oder mit rollbaren Kübeln. Klar war für den Beigeordneten allerdings, dass die Mitarbeiter auf jeden Fall dort auf „Grün“ schauen sollten. Da der Ausschuss sich diese Fläche aber auch für kleinere Veranstaltungen vorstellen kann, will die Verwaltung hier noch mehrere Optionen prüfen.
In einer ausführlichen Stellungnahme ging die Verwaltung auch auf das Thema „Barrierefreiheit städtischer Liegenschaften“ ein, das Thema war von der BfM-Fraktion eingebracht worden. Hier hatte die Verwaltung eine umfangreiche Liste erstellt, aus der die Barrierefreiheit der einzelnen Objekte hervorgeht. Heinz-Peter Witt ging insbesondere auf das Thema „Bestandsschutz“ ein und erläuterte, warum ältere Objekte hier noch nicht umgerüstet seien, während Neubauten wie das Rathaus selbstverständlich barrierefrei erreichbar seien und dies auch für die darin untergebrachten WCs gelte.
An Begrifflichkeiten entzündete sich ein Streit zwischen Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer und der SPD-Fraktion. Diese hatte ein Wirtschaftsförderungskonzept angemahnt und Dirk Schwindenhammer erläuterte, dass er dies doch dem Rat einmal jährlich vorlegen würde. Diesen Bericht sah die SPD aber nicht als Konzept an und man will jetzt gemeinsam das Thema der Begrifflichkeiten noch einmal klären, zumal in der Sache selber keine Differenzen erkennbar waren.
STF
