Politik | 13.12.2018

KAB Engers-Mülhofen fordert den Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs

Politisches Abendgebet

Engers. Auf Einladung der KAB Engers-Mülhofen hatte sich eine Gruppe von interessierten und engagierten Menschen in der Kapelle des Heinrich-Hauses Engers zum „Politischen Abendgebet“ mit dem Thema „Die Schöpfung bewahren“, eingefunden. Nach einer Einführung durch den Ortsverbands-Vorsitzenden Günther Salz zur Problematik des ungebrochenen wirtschaftlichen Wachstums trotz aller Klimakonferenzen, brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst ausgesuchte Texte und eigene Erfahrungen und Vorschläge zur Bewahrung der Schöpfung sowie Kritiken an ihrer Zerstörung ein. Dabei spannte sich der Bogen von biblischen Texten, wie der Sintflut-Geschichte und ähnlich bedrohlichen Situationen für heute lebende Menschen, zum Beispiel auf den Marshall-Inseln, über Aussagen von Karl Marx und Friedrich Engels über die zerstörerischen Folgen kapitalistischer Produktion und Technik für Natur und Menschen, bis hin zur Rede von Häuptling Seattle und seiner Kritik an der Verkäuflichkeit von allem und jedem, und weiter zur heutigen Handy-Manie und ihren wahren Kosten, aber auch zu persönlichen Naturerfahrungen in der Gartenarbeit. Am Ende der Zusammenkunft wurde noch einmal kompakt ausgeführt, was eine mögliche neue Heißzeit für die Menschen und die Natur bedeuten würde - wenn wir so weitermachen, wie bisher. Überdeutlich wurde nicht nur die Dringlichkeit, den menschengemachten Klimawandel zu begrenzen, sondern auch die Grundlagen von Produktion, Verteilung und Konsum zu verändern.

KAB-Vortand greift Forderungen aus ihrem Abendgebet auf

Denn hinter dem ungebremsten Wachstum steht der Drang des Kapitals, sich maßlos und rücksichtslos zu vermehren. Die globale Profitmacherei ist auf dem Wege, sich die ganze Erde, Gottes gute Schöpfung, einschließlich des Weltalls und aller Menschen zu unterwerfen. Dazu gehört die Privatisierung von Gemeingütern, der Raub und die käufliche Aneignung von Land, die Vertreibung indigener Bevölkerungsgruppen, die Zerstörung von Urwäldern als unverzichtbare Senken, die die Klimafolgen abmildern können und ein wahnwitziger Druck auf die abhängig Beschäftigten, noch mehr zu leisten und länger zu arbeiten. Ein Weg, der mit Karl Marx gesprochen, die Erde und den Arbeiter/die Arbeiterin ruiniert.

Um dies zu vermeiden, greift der KAB-Vorstand die Anregungen und Kritiken aus dem Politischen Abendgebet auf, erweitert diese und fordert kurzfristig: ein Tempolimit von 120 km/h auf allen Autobahnen in Deutschland; eine Kerosinsteuer auf alle In- und Auslandsflüge; ein Fahrverbot für SUVs in allen Städten Deutschlands und eine Umweltsteuer auf solche Autos; den Ausstieg aus dem Braunkohleabbau; den Einkauf von Produkten des fairen Handels bei allen christlichen Gemeindefesten und generell die Erhaltung aller kirchlichen Feiertage und des freien Sonntags.

Mittel- und längerfristig fordert der KAB-Vorstand: den Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs; den Ausbau regenerativer Energiegewinnung; eine kollektive Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden wöchentlich mit vollem Lohnausgleich; die Begrenzung der Differenz zwischen unteren Lohn- und Gehaltsgruppen gegenüber den Einkünften von Managern/CEOs in allen Privatbetrieben und der öffentlichen Verwaltung auf das zehnfache der unteren Einkommensgruppen; die Einführung einer Vermögens-, Erbschafts- und Reichensteuer; die Re-Kommunalisierung von Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie die Verhinderung der Privatisierung von Gemeingütern; eine Reökologisierung der industriellen Landwirtschaft unter anderem mittels bäuerlicher Landwirtschaft; ein Verbot aller Spekulationen mit Lebensmitteln; ein Verbot von Waffenproduktion und Waffenexport; den Aufbau von genossenschaftlicher Betrieben und Produzenten-Verbrauchergemeinschaften; die öffentliche und demokratische Planung und Effizienzkontrolle der Produktion; die Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln insbesondere bei Betrieben der Grundversorgung; die Abschaffung von Luxusproduktion und überflüssigem Schund; stattdessen Herstellung von reparaturfreundlichen, nützlichen Gütern; die Produktion von Gebrauchsgütern nach menschlichem Bedarf statt Waren zum Zweck der Geldvermehrung; die Überwindung der Waren- und Vermehrungslogik des Kapitals; die Überwindung der abhängigen Lohnarbeit und des Kapitalverhältnisses; die Befreiung der menschlichen Arbeitskraft von ihrer Verzweckung als Mittel zur Kapital- und Geldvermehrung und schlussendlich; die Einrichtung einer Gesellschaft freier Menschen, die die Ziele und Inhalte ihrer Produktionen selbst und nach menschlichem Maß bestimmen und Reichtum in Form von freier, selbst bestimmter Zeit/Muße schaffen kann. Das beinhaltet die Aufhebung der Ausbeutung von Mensch und Natur sowie die Überwindung aller personalen und abstrakten Herrschaft von Menschen und Systemen über Menschen: alle Menschen sollen frei sein und ein Leben in Solidarität, Würde und Kooperation im Frieden mit der Natur führen können.

Pressemitteilung der

KAB Engers-Mülhofen

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