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Leserbrief zur Rheinbacher Gesamtschule

Primäres Ziel der Eltern erreicht

22.03.2018 - 17:00

Rheinbach. Nach vier Wochen der Ungewissheit, Aufregung, des Protests, aber auch der Verzweiflung bei vielen Eltern und Kindern können die meisten der zuerst von der Rheinbacher Gesamtschule abgelehnten Kinder nun durchatmen.

Am 16. Februar erhielten insgesamt 54 Kinder eine Absage der Gesamtschule Rheinbach für die Anmeldung zur fünften Klasse zum Schuljahr 2018/2019. Von den 54 abgelehnten Kindern kamen alleine 30 aus Rheinbach, die damit keinen Platz an einer weiterführenden Schule in ihrem Wohnort Rheinbach erhalten konnten.

Die Eltern der betroffenen Kinder wollten sich aber mit dieser Situation nicht abfinden, da schon seit Jahren absehbar war, dass die Schulplätze an der Gesamtschule für diesen geburtenstarken Jahrgang nicht ausreichen werden.

Ein Großteil der betroffenen Eltern hat sich sehr schnell zusammengefunden, um gemeinsam zu erreichen, dass jedes abgelehnte Rheinbacher Kind einen Schulplatz in Rheinbach erhält.

Zur Erreichung dieses Ziels haben die Eltern in den letzten vier Wochen viele Aktionen durchgeführt, wie zum Beispiel Gespräche mit der Presse, Flugzettelaktionen in Rheinbach, Teilnahme an Ratssitzungen, Gespräche mit Politikern, Einrichtung eines Internetblogs, Aktivitäten auf Facebook und Ähnliches.

Diese Aktivitäten führten unter anderem zu einem großen öffentlichen Druck auf die Lokalpolitik und zu einer nie da gewesenen Teilnehmerquote der Bürgerinnen und Bürger an der Schulausschusssitzung.


Sechster Zug an der Gesamtschule Rheinbach


Im Rahmen der Ratssitzung am 5. März wurde dann die Einrichtung eines sechsten Zugs für das Schuljahr 2018/2019 beschlossen. Aufgrund einer Beschwerde der Gemeinde Swisttal gegen die Einrichtung des sechsten Zugs wurde die Genehmigung durch die Bezirksregierung aber zurückgestellt. Die zusätzliche Klasse sollte nur dann genehmigt werden, wenn an der Sekundarschule in Swisttal mindestens 60 Anmeldungen vorlägen.

Am 13. März gab es dann aber auch endlich das OK der Bezirksregierung für den sechsten Zug.

Zusätzlich wurde die Klassenstärke von 27 auf 29 Kinder erhöht. Diese Entscheidung wird aber durchaus kritisch betrachtet, da schon in Klassen mit 27 Kindern, teilweise mit Förderbedarf, ein geregelter Unterricht schwierig ist. Mit 29 Kindern ist das dann für die Lehrkräfte schon eine Herausforderung. Hier muss sichergestellt werden, dass trotz der höheren Klassenstärke die Qualität des Unterrichts gewährleistet ist. Das werden die betroffenen Eltern sicher genau beobachten und dafür kämpfen, dass hier ausreichend Personal zur Verfügung steht, um auch die sozialen Aspekte nicht unberücksichtigt zu lassen.

Leider konnte der neue sechste Zug nicht ausschließlich mit Kindern aus Rheinbach besetzt werden, sondern es musste wieder ein Losverfahren durchgeführt werden, bei dem Kinder aus den Nachbarkommunen gleichberechtigt mit Kindern aus Rheinbach berücksichtigt wurden. Das heißt, von den 39 zusätzlichen Plätzen konnten nur 25 direkt mit Rheinbacher Kindern besetzt werden.

Am Freitag, 16. März erhielten dann alle Eltern, deren Kinder zuvor an der Gesamtschule abgelehnt wurden, nochmals ein Schreiben der Gesamtschule. Für 25 abgelehnte Rheinbacher Kinder konnte im Nachrückverfahren ein Platz an der Gesamtschule zur Verfügung gestellt werden.

Für die übrig gebliebenen fünf Kinder konnte Anfang dieser Woche ebenfalls eine Lösung gefunden werden.


Emotionale Belastung


Mit der Zusage endete für die meisten betroffenen Eltern, aber insbesondere für die Kinder, eine wochenlange Zeit der Ungewissheit und starker emotionaler Belastung. Den Kindern musste auch deutlich gemacht werden, dass die ursprüngliche Ablehnung nichts mit ihnen persönlich zu tun hat. Viele Kinder hatten das auf sich selbst bezogen.

Die Anspannung war auch deshalb so hoch, weil am 16. März die Frist für die Anmeldung an einer weiterführenden Schule endete. Kinder, die dann nicht an einer weiterführenden Schule angemeldet waren, sollten von der Bezirksregierung an Schulen mit freien Kapazitäten weiterverwiesen werden, die theoretisch bis zu 90 Minuten einfache Fahrtstrecke entfernt liegen können.


Kosten der Schulplätze


Die Rheinbacher Bürgerinnen und Bürger kommen letztendlich mit ihrer Grundsteuer für die Räumlichkeiten der Schule auf, was die Finanzen der Stadt Rheinbach mit erheblichen Kosten belastet. Obwohl viele Swisttaler Kinder die Rheinbacher Schulen besuchen, findet kein finanzieller Ausgleich zwischen den Kommunen statt.

Ein häufig genannter Grund für den Schulbesuch in Rheinbach ist die schlechte Busanbindung an die Swisttaler Sekundarschule. Die Rheinbacher Schulen sind zum Beispiel per Zug aus Odendorf deutlich besser zu erreichen.


Situationen für die nachfolgenden Jahrgänge


Aufgrund des Raumkonzepts an der Rheinbacher Gesamtschule wird es zukünftig nicht mehr möglich sein, sechszügige Jahrgänge zu starten. Da für das nächste Jahr ähnlich hohe Anmeldezahlen wie in diesem Jahr prognostiziert werden, muss sich dringend etwas ändern, damit zukünftig nicht wieder viele Kinder abgelehnt werden.

Diese Kinder werden dann keine Chance auf eine Mehrklasse und somit auf einen Schulplatz an einer weiterführenden Schule in Rheinbach erhalten.

Es gibt auch seitens der Politik schon Initiativen und Vorschläge zur Verbesserung der Situation, wie zum Beispiel die Eröffnung des Standortes Alfter (gegen den Swisttal bereits bei der Bezirksregierung Protest eingelegt hat) oder eine Kooperation mit Swisttal (die von dort in der Vergangenheit immer abgeblockt wurde) oder Gesetzesänderungen.

Ein großer Teil der Eltern, die jetzt für die Kinder des Jahrgangs 2018/2019 gekämpft haben, wird im Rahmen einer Eltern-/Bürgerinitiative weiter machen. Viele Eltern der Folgejahrgänge haben schon angekündigt, sich dieser Initiative anzuschließen. Aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht direkt betroffen sind, haben ihre Unterstützung angekündigt, da sie es für nicht akzeptabel halten, dass in der Schulstadt Rheinbach nicht jedes Rheinbacher Kind einen Schulplatz an einer weiterführenden Schule erhält.


Dankeschön und Bitte um Verständnis


Die betroffenen Eltern möchten sich bei all den Rheinbacher Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die die Eltern, obwohl sie nicht persönlich betroffen waren, unterstützt haben.

Zusätzlich möchten wir aber auch einen Appell an diejenigen richten, die die Aktionen als übertrieben abgetan haben. Wer nicht selbst von einer solchen Situation betroffen ist und insbesondere auch die Enttäuschung der Kinder miterleben muss, wird das nicht unbedingt nachvollziehen können. In Rheinbach haben wir leider nicht mehr die Situation, dass jedes Rheinbacher Kind einen Platz an einer weiterführenden Schule bekommen kann. Daher kann es jeden in den nächsten Jahren treffen, der für sein Kind einen Schulplatz benötigt.

Wir Eltern kämpfen dafür, dass sich das wieder ändert und jedes Rheinbacher Kind auch einen Schulplatz in seiner Stadt und seinem sozialen Umfeld bekommen kann. Über die Aktionen und weitere Entwicklung informieren wir über unseren Blog: www.schulplatz-in-rheinbach.de.

Markus Tondorf (stellvertretend

für die betroffenen Eltern),

Rheinbach

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Kommentare

Frühlingsfest

Am Samstag, 18. Mai

Helmut:
Das Fest war bestimmt ein tolles Erlebnis für jung und alt.
Uwe Klasen:
Zitat: „Die teure, symbolträchtige Energiepolitik gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland“ ----- Da hat Herr Tack vollkommen Recht! Konsequent wäre es, wenn denn CO² wirklich zu einer Erwärmung des Weltklimas führen würde, auf eine CO² freie Stromerzeugung aus Kernkraft zu setzen! Und während in Deutschland die Politdarsteller und NGO's hyperventilieren und die angebliche Klimakatastrophe beschwören, ja herbei beten (!), schafft China Tatsachen und plant / baut Weltweit 300 Kohlekraftwerke! Deutschland und dadurch auch die EU werden dadurch, Global gesehen, abgehängt und rangieren unter „ferner liefen“!
Stefanie Stavenhagen:
Die CDU zeigt sich irritiert, dass die SPD das Thema Straßenausbau zum Stausee mittels Unterschriftenaktion noch mal auf die Tagesordnung holt. Der Vorstoß wird mit Verweis auf die finanzielle Problematik der Projektrealisierung als reines Wahlkampfmanöver abgetan. Gleichzeitig wird auch die jahrelange Untätigkeit kritisiert. Interessant ist allerdings, dass die CDU Oberbieber Herrn Löhmar (FWG) als Ortsvorsteherkandidaten unterstützt, der Monate nach der Initiative der Oberbieberer SPD ebenfalls für die gleiche Sache Unterschriften sammelt. Hierzu gab es von CDU-Seite keinerlei Anmerkungen. Vielleicht gab es auch temporäre Gedächtnisverluste, denn 2009 wurde der Straßenausbau in den Investitionsstock des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen. 2011 gab es eine Stellungnahme der Verwaltung zur Aufnahme in die Prioritätenliste. 2018 wurden Gelder für den Investitionshaushalt beantragt. Da hat die Beschäftigung mit dem Thema vielleicht doch nicht die ausreichende Intensität gehabt?!
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