Fahrrad fahren in der Region Westerwald
Radeln grenzenlos
Erster Wäller Fahrradkongress am 15. Oktober geplant
Region Westerwald. „Wo fehlen im Landkreis Radwege? Welche Strecke muss besser ausgebaut werden? Wie kann man Radfahren sicherer und attraktiver machen – auch der Umwelt und dem Klima zuliebe? Diese Fragen stehen in Mittelpunkt der Radverkehrsplanungen unserer drei Kreisverwaltungen“, so die drei Westerwälder Landräte Dr. Peter Enders (Kreis Altenkirchen), Achim Hallerbach (Kreis Neuwied) und Achim Schwickert (Westerwaldkreis). In der Region Westerwald ist es so wie in wohl allen anderen ländlich geprägten Teilen von Rheinland-Pfalz: Die Menschen nutzen im Alltagsverkehr vorwiegend den Pkw, um mobil zu sein, doch das Fahrradfahren – egal ob Hobby-Radler oder Alltagsradler- liegt voll im Trend. Weil das Radfahren eine wichtige Rolle bei der angestrebten Verkehrswende spielen wird, stellt die Gemeinschaftsinitiative Wir Westerwälder gemeinsam mit Projektgruppe, die gleichzeitig auch die Initiatoren sind, den ersten Wäller Fahrradkongress (WFK) unter Federführung des VCD am 15. Oktober im Hotel Zugbrücke in Höhr Grenzhausen vor.
Großes Umstiegs-Potential vom Auto aufs Pedelec
Rheinland-Pfalz ist Spitzenreiter aller Bundesländer in Hinblick auf den Pkw-Besitz pro Haushalt. 84 Prozent aller Haushalte sind in Besitz eines oder sogar mehrerer Pkws (und der WW dürfte noch darüber liegen). Gleichzeitig ist auch der Trend zum Pedelec in Rheinland-Pfalz angekommen, sieben Prozent besitzen mindestens ein Pedelec (Bundesdurchschnitt: sechs Prozent). Hier besteht im Westerwald ein großes Umstiegs-Potenzial vom Auto aufs Pedelec, vor allem im Hinblick auf tägliche, überwiegend kurze Fahrten. Denn viele Pkw-Fahrten in ländlichen Regionen sind weniger als zehn Kilometer lang, die durchschnittliche Entfernung der Pkw-Fahrten/Tag unter zehn Kilometern beträgt sogar nur 2,66 km. Die Nutzung des Fahrrades und des Pedelec kann auch im nördlichen Rheinland-Pfalz zu einer Ergänzung oder Alternative zum motorisierten Individualverkehr (MIV) beitragen, z.B. im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Bahn-Halten.
Im Westerwald Bahn- und Radverkehr kombinieren
Hilfreich ist dabei die Schaffung eines intermodalen Systems aus Rad- und Bahnverkehr, also die Kombination der umweltfreundlichen Verkehrsträger für den Weg von A nach B – auch und gerade in der ländlichen Region. Um dem näher zu kommen, müssen im Straßenverkehrsbereich attraktive, sicher zu befahrende, ganzjährig nutzbare lokale Radwegenetze ausgerichtet auf die Bahnhalte auf- und ausgebaut werden. Gleichzeitig müssen die noch vorhandenen Bahnhalte zu guten Mobilitätsstationen entwickelt werden, an denen Standardfahrräder, Pedelecs und auch Lastenräder sicher abgestellt werden können. Natürlich müssen die noch existierenden Bahnstrecken im Zuge eines sich hoffentlich nachhaltig ändernden Mobilitätsverhaltens mit vertretbarem Takt ganztägig befahren werden. Auch die Reaktivierung alter Bahnstrecken muss ein Thema bleiben.
Im Kreis Neuwied gibt es bereits ein 2016 neu aufgestelltes Radverkehrskonzept, das sich mit den Themen-Radwegen wie dem Rhein-Radweg, dem Wied-Radweg, dem Radweg „Puderbacher Land“ oder dem Limes-Radweg beschäftigt, um nur einige Beispiele zu nennen, die kreisweite Planungsgrundlage wird derzeit auf Verbandsgemeindeebene konkretisiert, wobei einige VGs wie Linz schon eigene Konzepte aufgestellt und umgesetzt haben. Die Stadt Neuwied hat kürzlich die Beschilderung nach HBR (Hinweise zur wegweisenden und touristischen Beschilderung für den Radverkehr) abgeschlossen.
Auch der Landkreis Altenkirchen plant die Erstellung eines Radwegekonzepts als Planungsgrundlage zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur für touristisches und Alltagsradfahren. Mit der derzeitigen Einführung des Dienstfahrrad-Leasings in der Kreisverwaltung und einigen Verbandsgemeinden soll die klimaschonende und umweltgerechte Mobilität der Angestellten gefördert werden. Einen großen Meilenstein könnte in den kommenden Jahren mit der Umsetzung des Fördervorhabens Lückenschluss bei Etzbach für den Siegradweg gelingen. Schließlich behandelt es sich hierbei um einen Abschnitt des Radfernwegs Mittellandroute D4.
Im Westerwaldkreis wurden im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes, aber auch im kürzlich beschlossenen Klimaschutzkonzept, die aktuelle und auch zukünftige Bedeutung des Radverkehrs nochmal deutlich. Denn gerade im ländlichen Raum, wo Mobilität nicht selten individuell gedacht wird, kann laut dem Kreishaus in Montabaur der Umstieg auf das Pedelec oder E-Bike eine echte Alternative zu dem PKW darstellen. „Insbesondere mit dem Blick auf die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen im Bereich des Verkehrs erkennen wir die Chancen des Radverkehrs und setzen uns für eine Verbesserung der Infrastruktur ein“, so die hauptamtliche Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland, die auch als Dezernentin für die Bereiche Verkehr und Klima tätig ist. Deswegen hat sich die Kreisverwaltung in enger Zusammenarbeit mit den Gremien schon frühzeitig auf die Fahnen geschrieben, entsprechende Projekte voranzutreiben und die notwendigen Beschlüsse zu fassen. Dabei wird vor allem zwischen der Alltagsradmobilität und der radtouristischen Mobilität und somit in zwei verschiedenen Säulen unterschieden. Für das Alltagsradwegenetz hat der Kreistag im Oktober 2019 einen Beschluss gefasst, ein Radwegekonzept für den Westerwaldkreis in Auftrag zu geben. Ziel des Konzeptes ist es, ein kreisweites Radwegenetz zu entwickeln, welches die Anforderungen und den Bedarf nach alltagstauglichen Radverbindungen erfüllt. Das Konzept soll als wichtige Grundlage für zukünftige Diskussionen und Entscheidungen zum Thema Förderung des Radverkehrs im Kreis dienen. Erst kürzlich konnte das beauftragte Planungsbüro eine Entwurfsfassung vorlegen.
Dies hat das Kreishaus zum Anlass genommen, eine Öffentlichkeitsbeteiligung zu starten. Hier sind die Westerwälderinnen und Westerwälder gefragt, ihre Wünsche, Erfahrungen und Meinungen in den vorliegenden Entwurf mit einfließen zu lassen. Bereits vor dem Konzept konnte der Westerwaldkreis als Baulastträger der Kreisstraßen mit dem Ausbau des „Elkenrother Plateau-Radweg“ und dem Neubau des Fuß-und Radweges zwischen Heiligenroth und Ruppach-Goldhausen als Gemeinschaftsmaßnahme mehr als 200.000 Euro in das vorhandene Netz investieren. Bei der zweiten Säule, der touristischen Radmobilität, steht der Westerwaldkreis im landesweiten Vergleich hervorragend dar. Dies liegt unter anderem daran, dass im Kreisgebiet in den vergangenen Jahren insgesamt circa 1.000 Kilometer Radstrecke neu beschildert werden konnten. Diese Beschilderungen erfolgten im Rahmen des ersten und des zweiten HBR-Förderprojektes, in der Zusammenarbeit mit den Verbandsgemeinden sowie dem Westerwald-Touristik-Service und vor allem mit der Reaktivierung des 211 Kilometer langen Radweg Westerwald 1, welcher nahezu alle Verbandsgemeinden im Kreis durchstreift. Für die Umsetzung der Beschilderungsprojekte investierte der Westerwaldkreis mit den Verbandsgemeinden knapp 800.000 Euro.
Alle Infos rund um die Premierenveranstaltung sind unter http://www.waellerfahrradkongress.de/ erhältlich. Mit Beteiligung der beiden Sponsoren Sparkasse Westerwald-Sieg und Böckling E-Mobility-Center Montabaur wird auch der „Wäller Fahrradpreis“ ausgeschrieben, der jeweils im Rahmen des WFK für besondere Verdienste rund ums Fahrrad verliehen werden soll.
Pressemitteilung
Wir Westerwälder
Kündigen zusammen den Ersten Wäller Radkongress an (v.l.): Dr. Peter Enders (Landrat Kreis Altenkirchen), Thomas Böckling (Sponsor Wäller Radkongress) Uli Schmidt (Initiator des Wäller Radkongresses), Robert Krimphoff (Projektgruppe Wäller Radkongress), Achim Hallerbach (Landrat Kreis Neuwied), Maja Büttner (Geschäftsführerin WW Touristik), Sandra Köster (Wir Westerwälder) und Sebastian Lachermeier (Mediengestaltung Wäller Radkongress), Achim Schwickert (Landrat Westerwaldkreis) war terminlich verhindert Foto: Wir Westerwälder
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