Politik | 22.02.2016

Anwohnerprotest „Auf Stürmerisch“

Raser ignorieren nach wie vor den verkehrsberuhigten Bereich

Stadtbürgermeister Ammel sieht nach eingehender Prüfung jedoch keinen Anlass mehr, in dieser Sache weiter aktiv zu werden und betont: „Beschwerden haben sich nicht bestätigt“

Ulrich Feldmeier -links- und Dr. Franz Josef Esch vertreten die Interessen der Anwohner der verkehrsberuhigten Straße Auf Stürmerisch. FRE

Mendig. Seit 2001 beschweren sich die Anwohner der Mendiger Straße Auf Stürmerisch bei der Stadt Mendig darüber, dass viele Autofahrer in ihrer als „verkehrsberuhigter Bereich“ ausgewiesenen Straße zu schnell fahren.

Ulrich Feldmeier, der sich ebenso wie Dr. Franz Josef Esch und weitere Anwohner nicht damit abfinden will, wandte sich an „Blick aktuell“ und klagte: „Wenn die Autofahrer an unserem Haus vorbei fahren, scheppert das Geschirr in den Schränken!“ Nachdem die Verkehrssituation sich nach der ersten Beschwerde bei der Stadt ein wenig beruhigt habe, sei es in den vergangenen Jahren, insbesondere während der Bauarbeiten in der Heidenstockstraße, wieder schlimmer geworden, so Feldmeier, der hinzufügte: „Während dieser Zeit nutzten die Autofahrer „Auf Stürmerisch“ als Ausweichroute und obwohl die Straße längst fertig gestellt ist, fahren viele Leute immer noch durch die verkehrsberuhigte Straße.

Ganz extrem ist die Situation, wenn auf dem Fußballplatz in der Brauerstraße ein Spiel ausgetragen wird. Die Tatsache, dass die Durchfahrt ursprünglich nur für Anlieger frei ist, scheint nach den Worten der verärgerten Anwohner niemanden weiter zu stören.

Unzählige Gespräche und Briefwechsel zwischen den Anwohnern und der Stadtspitze sowie Geschwindigkeitsmessungen und nicht zuletzt eine Unterschriftenaktion im Jahre 2014, mit der alle Anwohner für ein verantwortungsvolles Befahren der verkehrsberuhigten Zone „Auf Stürmerisch“ plädieren, haben laut Ulrich Feldmeier nichts gebracht. Das Ziel der Anwohner, die von Familie Feldmeier und Familie Esch federführend vertreten werden, ist, dass das Verkehrsschild: „Anlieger frei“ am Ende der Straße Richtung Brauerstraße entfernt- und stattdessen mit dem Schild „Durchfahrt verboten“ zur Sackgasse erklärt wird. „Wer zur Firma Hanstein in der Brauerstraße fahren möchte, die als einziger Anlieger infrage kommt, kann inzwischen ohne Probleme den Weg über die Heidenstockstraße wählen“, so Ulrich Feldmeier.

Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel vertritt in dieser Sache jedoch eine andere Meinung. Auf Anfrage von „Blick aktuell“ sagte er, es gebe in Mendig viele Straßen und Wohnbereiche, deren Anwohner sich glücklich schätzen würden, wenn sie in einer so bevorzugten Lage wie „Auf Stürmerisch“ wohnten. „Nachdem Ordnungsamt und Polizei die Angelegenheit mehrfach geprüft haben und die von Anwohnern erhobenen Beschwerden nicht bestätigen konnten, sehe auch ich keinen Anlass mehr, in dieser Sache weiter aktiv zu werden, zumal die Stadt bekanntlich mit aktuellen Problemen mehr als ausgelastet ist. Da dieses Thema in Mendig inzwischen mehrfach in den Medien kommuniziert wurde, werde ich immer wieder von Mendiger Bürgern angesprochen, die ihr Unverständnis über die ihrer Meinung nach überzogenen Ansprüche geäußert haben.“

Otmar Schüller, Chef der Ordnungsbehörde der VG Mendig, sagte auf Anfrage: „Die Polizei wird zwar nach wie vor die Straße kontrollieren, ansonsten sehen wir, die Polizei und die Stadt Mendig, derzeit keine Notwendigkeit, in dieser Sache weiter aktiv zu werden.

Mit diesem Schild appellierten die Anwohner vor einigen Jahren an die Autofahrer, mit Rücksicht auf spielende Kinder Schritttempo zu fahren.

Mit diesem Schild appellierten die Anwohner vor einigen Jahren an die Autofahrer, mit Rücksicht auf spielende Kinder Schritttempo zu fahren.

Ulrich Feldmeier -links- und Dr. Franz Josef Esch vertreten die Interessen der Anwohner der verkehrsberuhigten Straße Auf Stürmerisch. Fotos: FRE

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