Politik | 22.08.2023, 12:46 Uhr

Diskussion um den Wachtberger Rathausneubau - Parents for Future unterstützt entsprechenden Bürgerantrag

Rathaussanierung und Erweiterung am jetzigen Standort?

Hinter dem gut funktionierenden Rathaus in Berkum ist genügend Fläche, um einen adäquaten Anbau zu errichten. Bei dieser Lösung werden keine neuen Flächen versiegelt und die zentrale Funktion inmitten der gewachsenen Ortsstruktur bleibt erhalten; die optimale Antwort auf den Klimawandel durch Anrechnen der grauen Energie, die schon in dem vorhandenen Bauwerk steckt und nicht durch einen Neubau investiert werden muss. Foto: privat
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Wachtberg. Ein zentrales Rathaus aus dem Ortszentrum auf die grüne Wiese zu verlagern und die vorhandene, gute Bausubstanz dabei Stück für Stück „kaputt zu reden“, hat nicht nur die Wachtberger Parents auf den Plan gerufen. Sie hegen große Bedenken gegen diese von CDU und „Grünen“ favorisierte, Ressourcen vernichtende Lösung. Sie unterstützen deswegen einen Bürgerantrag, der durch ein Gutachten ermitteln soll, wie vor allem die Belange des Klima- und Umweltschutzes in die Entscheidungsfindung des Neubaus einbezogen werden können. Die CDU hatte mit den „Grünen“ ein vorangegangenes Gutachten unterstützt, bei dem das alte Rathaus mitten in der Berkumer Ortslage abgerissen und ein neues Rathaus außerhalb der geschlossenen Ortslage auf der grünen Wiese gebaut werden soll.

Das vorgelegte Gutachten weist deutliche Defizite aus

Das bisher vorgelegte Gutachten beinhaltet zwar ein umfangreiches Zahlenwerk, das aber nur auf rein merkantilen und bilanzdominierten Aspekten beruht. Diese Art Gutachten stammen aus früheren Zeiten, beinhalten aber kein Wort zu Eingriffsbewertung in den Natur- und Landschaftsschutz, keine Klimabilanz möglicher Bauvarianten und keine einzige Aussage zum CO2-Fussabdruck der geplanten Lösungsansätze. Auch das Thema „graue Energie“ wurde in keinem Wort erwähnt. Das ist die bereits in den Gebäuden gebündelte Energie, die für Bau, Herstellung und Transport damals aufgewendet wurde. Dadurch sind bestehende Gebäude mit ca. 50 Prozent Energieeinsparung gegenüber Neubauten anzusetzen.

Dem hingegen wurde das bisherige Rathaus in einer Bürgerversammlung auch durch den Bürgermeister von Satz zu Satz immer „schlechter geredet“ und das Schreckgespenst der Schadstoffbelastung heraufbeschworen.

Wenn dem wirklich so wäre, hätte es im Laufe der Jahre bei den vielen Erweiterungs-, Anbau- und Reparaturarbeiten der letzten Jahre schon längst auffallen müssen. Dem Vernehmen nach war die Luftqualität im Rathaus jedoch niemals zu beanstanden.

Energetische Sanierung und moderater Anbau an alter Stelle

Der Bürgerantrag regt nun an, in einem weiteren Gutachten die fehlende Öko-Bilanz aufzustellen, was die gesamte Klimathematik anbetrifft. Insbesondere ist ein Vergleich der beiden Varianten:

• Sanierung und moderater Anbau an bestehender Stelle und

• der Neubau auf der grünen Wiese einschließlich der zu schaffenden Park- und Zuwegungsflächen, die dann wohl versiegelt werden würden. In die Bilanz einzurechnen ist die im alten Rathaus bereits investierte „graue Energie“, wie sie schon im alten Rathausbau steckt. Im Endergebnis wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Zusammenspiel beider Gutachten die Sanierung des Rathauses an alter Stelle, ergänzt mit einem moderaten Anbau, als die mit Abstand beste Lösung herausstellen.

Auch die nüchterne Logik dürfte bei der erwarteten Lösung eine Rolle spielen: Was bis heute für ca. 80 Verwaltungsmitarbeiter eine unter dem Strich gut funktionierende Betriebsstätte in zentraler, bürgerfreundlicher Lage war, kann ohne Weiteres auf der vorhandenen Grundstücksfläche durch einen adäquaten und angemessenen Anbau entflochten und erweitert werden, ohne, dass auch nur ein einziger Quadratmeter in freier Landschaft neu versiegelt werden muss. Die energetische Sanierung des Altbaus würde dann das Rathaus in „neuem Gewand“ an alter Wirkungsstätte erstrahlen lassen.

Pressemitteilung

Parents for Future, Wachtberg

Hinter dem gut funktionierenden Rathaus in Berkum ist genügend Fläche, um einen adäquaten Anbau zu errichten. Bei dieser Lösung werden keine neuen Flächen versiegelt und die zentrale Funktion inmitten der gewachsenen Ortsstruktur bleibt erhalten; die optimale Antwort auf den Klimawandel durch Anrechnen der grauen Energie, die schon in dem vorhandenen Bauwerk steckt und nicht durch einen Neubau investiert werden muss. Foto: privat

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