Politik | 26.04.2016

Leserbrief zum Thema „Pferde im Maifelder Straßenverkehr“

Reiter wollen nicht provozieren, sondern lassen Vorsicht walten

Entgegen der häufig verbreiteten Ansicht gehören Reiter nicht auf den Rad- oder Fußwege, sondern müssen gem. § 28 der Straßenverkehrsordnung auf der rechten Straßenseite reiten.privat

Immer wieder begegnen wir im Maifelder Straßenverkehr Reitern mit ihren Pferden. Dies betrifft besonders die Gemeinden Lonnig und Rüber, da es hier das Sonderbaugebiet „Wohnen mit Pferden“ gibt.

In der Vergangenheit ist es vermehrt zu Unstimmigkeiten und gefährlichen Situationen zwischen Pkw-Fahrern und Pferden gekommen. Entgegen der häufig verbreiteten Ansicht gehören Reiter nicht auf den Rad- oder Fußwege, sondern müssen gem. § 28 der Straßenverkehrsordnung auf der rechten Straßenseite reiten. Es ergeben sich immer wieder Straßenabschnitte, in denen das Vorbeifahren an einem Pferd-Reiter-Gespann zwar möglich, aber auch sehr eng und gefährlich ist.

Pferde sind Fluchttiere. Dies bedeutet, dass sie aufgrund von fremden Bewegungen, Geräuschen oder neuen Situationen in Panik geraten. Das äußert sich manchmal in Sekundenschnelle durch Steigen, Durchgehen, Bocken oder zur Seite springen. Manchmal reicht ein Steinchen im Pkw-Reifen oder ein auf der Straße liegender, überfahrener Ast, den der Pkw Fahrer nicht bemerkt und das Pferd scheut oder springt in Richtung Pkw. Gerade junge und unerfahrene Pferde müssen diese Umwelteinflüsse noch lernen und reagieren oft mit Angst. In diesem Fall sollte es vermieden werden, in Engstellen Pkws vorbeifahren zu lassen.

So halten sich Reiter in diesen Situationen oft mittig der Straße auf und gehen, sobald eine Einfahrt, Haltebucht etc. sichtbar ist, auf Seite und lassen den Verkehr vorbei. Das mittig auf der Straße Reiten geschieht nicht, um Pkw-Fahrer zu ärgern, oder wie in diesem Jahr von einem Pkw-Fahrer in einer Polizeianzeige behauptet „Arrogant die Straße zu blockieren, weil man glaubt etwas Besseres zu sein“, sondern ausschließlich als Vorsichtsmaßnahme für Mensch und Tier.

Leider wird das „nicht-direkt-bei-Seite-gehen“ oft missverstanden und so kommt es dazu, dass Pkw-Fahrer sich provoziert fühlen und dies durch dichtes Auffahren, Hupen oder sogar Streifen der Pferde mit dem Pkw kundtun.

Im März sorgte diese Situation für eine Anzeige im Sonderwohngebiet „Wohnen mit Pferden“, da eine Reiterin mit erhobener Hand bedroht und beschimpft wurde, ohne Chance auf Erklärung. Der Pkw-Fahrer hatte in der Vergangenheit bereits mehrmals hinter unterschiedlichen Pferden warten müssen und den angestauten Ärger an einer Reiterin ausgelassen. Diese Missverständnisse gilt es, durch diesen Leserbrief aufzuklären, und wir rufen dazu auf, sich mit den Reitern im offenen Gespräch sachlich zu unterhalten und außergewöhnliche Verhaltensweisen zu hinterfragen.

Jasmin Lange. Lonnig

Entgegen der häufig verbreiteten Ansicht gehören Reiter nicht auf den Rad- oder Fußwege, sondern müssen gem. § 28 der Straßenverkehrsordnung auf der rechten Straßenseite reiten.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
27.04.201620:01 Uhr
Axel Henrich

"Verhalten bei Tieren im Strassenverkehr" lernte man früher in der Fahrschule, das sollte dringend wieder eingeführt werden!

Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Minijob
Media-Auftrag 2026/27
Grünpflegedienst
Titelanzeige
First Friday Anzeige Mai
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
56

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
209

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
45

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Dachdecker (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Maikirmes Franken
Aktionstage 5.-7. Mai
Outdoormöbel
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Door To Door Anzeige
10 Jahre Nowi
Innovatives rund um Andernach
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titel
10 Jahre Nowi
Anzeige KW 18