Politik | 02.12.2019

Beller Gemeinderat verabschiedete Forstwirtschaftsplan 2020

Revierförster Stefan Braun erläuterte Vorteile von Fichte als Brennholz

Revierförster Stefan Braun (r.) erläuterte den Forstwirtschaftsplan für das Haushaltsjahr 2020. Foto: FRE

Bell. Durch die Frühjahrsstürme in diesem Jahr wurde im Beller Wald doppelt so viel Windbruch wie im Vorjahr verzeichnet. Mit ca. 65 Euro pro Festmeter konnte ein sehr guter Holzpreis erzielt werden, was wiederum dazu führte, dass der für 2019 veranschlagte Fehlbetrag von 5.290 Euro auf 3.200 Euro gesenkt werden konnte. „Im kommenden Jahr sieht die Prognose jedoch mit einem Fehlbetrag von 10.880 Euro wesentlich schlechter aus, da mit einer weiteren Ausbreitung des Borkenkäfers zu rechnen ist“, so Revierförster Stefan Braun, der im Rahmen der Beller Gemeinderatssitzung den Forstwirtschaftsplan für den Haushalt 2020 erläuterte.

Der hohe Fehlbetrag für 2020 kommt wegen folgender Veränderungen zustande: a) Mindererträge beim Holzverkauf, b) Mehraufwendungen bei den sonstigen Verbrauchsmitteln für die Forstwirtschaft und der Umlage an den Forstzweckverband sowie c) Minderaufwendungen bei den Betriebskostenbeiträgen und der Lohnerstattung Forstwirtschaft. Stefan Braun wies im Anschluss an seine Ausführungen noch darauf hin, dass das Nadelholz (Fichte) im Allgemeinen aufgrund seiner höheren Anteile an Lignin und Harz einen höheren Heizwert hat als Laubholz. Außerdem unterstrich er: „Wer Fichtenbrennholz aus Käferaufarbeitung nutzt, fördert die CO2 Bilanz, da das dafür stehen gebliebene gesunde Laubholz im kommenden Jahr wieder CO2 binden kann. Zudem werden längere Transportwege für Fichtenindustrieholz (Brennholz) eingespart.“ Der Gemeinderat beschloss den Forstwirtschaftsplan 2020 einstimmig.

Seniorengerechtes Wohnen mit Einbindung einer Arztpraxis

Anschließend beriet der Rat über einen Antrag der CDU-Fraktion, den im Gemeinderat bereits vorgestellten Planungsentwurf „Seniorengerechtes Wohnen mit Einbindung einer Arztpraxis“ weiter zu entwickeln. Während Carsten Daub - SPD- sich kategorisch dagegen aussprach („Wir bleiben dabei, der Standort ist ungeeignet!“), schlug Christa Schäfer von der Freien Wählergruppe Zepp eine Bedarfsermittlung vor. Mit Stimmenmehrheit (bei fünf Gegenstimmen der CDU) beschloss der Rat, das Thema zwecks Bedarfsermittlung an den Bauausschuss zu verweisen.

Die - ebenfalls von der CDU-Fraktion beantragte - Errichtung einer Toilettenanlage auf dem Dorfplatz neben der Alten Schmiede wurde einstimmig - bei einer Enthaltung - ad acta gelegt. Hier folgte der Rat einer Empfehlung des Bauausschusses.

Antrag auf Verleihung der Ehrenbürgerschaft

Der dritte von der CDU-Fraktion gestellte Antrag auf Verleihung der Ehrenbürgerschaft für den 40 Jahre amtierenden und inzwischen ausgeschiedenen Ortsbürgermeister Bernd Merkler, wurde äußerst kontrovers diskutiert und letztlich vertagt. Während man sich einig darüber war, dass Bernd Merkler diese hohe Auszeichnung absolut verdient habe, forderte der Fraktionsvorsitzende der FWG Zepp, Günther Menzel, zunächst einen geeigneten Rahmen zu schaffen und dann über die Personalie zu sprechen. Man könne nicht den zweiten vor dem ersten Schritt tun, so Menzel. Ortsbürgermeister Zepp gab zu bedenken, dass es in Bell zwar zwei mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Bürger gebe, die Ehrenbürgerwürde jedoch noch nie verliehen worden sei. „Selbstverständlich hat Bernd Merkler diese Auszeichnung verdient, aber dennoch müssen wir erst eine grundsätzliche Regelung schaffen“, so Zepp. Die CDU-Fraktion reagierte darauf äußerst verärgert. Bernd Merklers 40 Jahre lang währendes Engagement als Ortsbürgermeister sei einmalig und dürfte wohl von niemandem getoppt werden, gab Erich Schlich von der CDU zu bedenken. Der Gemeinderat beschloss - bei fünf Gegenstimmen der CDU- den Antrag zu vertagen, beziehungsweise an den Haupt- und Finanzausschuss zu verweisen, der sich mit einer entsprechenden Regelung befassen müsse.

Einstimmig votierte der Rat für einen Antrag der FWG Zepp auf Vergabe von Pflege-Patenschaften für Flächen/Einrichtungen/Plätze innerhalb des Ortsgebietes an einzelne Bürger. Ortsbürgermeister Zepp sagte dazu, es hätten sich bereits zwei interessierte Bürger bei ihm gemeldet.

Ebenfalls einstimmig votierten die Ratsmitglieder für den Antrag der FWG Zepp auf Bereitstellung eines Raumes durch die Ortsgemeinde für die Errichtung und Ausstattung eines Dorfarchives. Franz Daub, CDU, sagte dazu, dass es dem Dorfchronisten Karl Schneider wohl in erster Linie darum gehe, einen Nachfolger zu finden.

Weiterhin fasste der Rat den einstimmigen Beschluss, dass die öffentlichen Bekanntmachungen der Ortsgemeinde Bell in der Zeitung „Blick aktuell“, Ausgabe Mendig erfolgen soll.

Bauleitplanung „Auf dem Tanzberg“

In Sachen Bauleitplanung „Auf dem Tanzberg“ beschloss der Gemeinderat a) das Verfahren durchzuführen und fasste den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Auf dem Tanzberg“. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Aufstellungsbeschluss ortsüblich bekannt zu machen; b) dass ein Verfahren gem. § 3 Absatz 1 BauGB (frühzeitige Unterrichtung) zu gegebener Zeit eingeleitet wird (die Verwaltung wurde mit der Durchführung beauftragt) und c) das Büro Karst, Nörtershausen mit der Durchführung der Planung gemäß Angebot vom 23. Juli 2018 zum Preis von 13.925,86 Euro zu beauftragen. Weiterhin beauftragte der Gemeinderat das Büro Dr. Kübler, Rengsdorf, gemäß Angebot vom 25. September 2019 zum Preis von 2.206,26 Euro mit der Erstellung einer artenschutzrechtlichen Untersuchung / Potenzialabschätzung.

Anschließend beschloss der Rat einstimmig, an einem Wettbewerb der Telekom zur Verbesserung der LTE-Mobilfunkversorgung und Beseitigung von Funklöchern teilzunehmen. Da die Gemeinde einen Standort zur Verfügung stellen muss, an dem die Funkstation errichtet und betrieben werden kann, einigte der Rat sich auf die Gemeindehalle. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Antrag für die Teilnahme an dem Wettbewerb zu stellen. FRE

Revierförster Stefan Braun (r.) erläuterte den Forstwirtschaftsplan für das Haushaltsjahr 2020. Foto: FRE

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