Bündnis 90/Die Grünen - Fraktion im Rat der Stadt Remagen
Rheinhochwasser, Starkregen und die Remagener Reaktionen
Remagen. Lange hat der Remagener Stadtrat für Kripp um eine Lösung gegen zukünftige Rhein-Hochwässer gerungen. Viel Zeit und Planungsgeld ist in die am Ende verabschiedete Lösung eingeflossen. Trotzdem, solange nicht alle Häuser an den am Ende beschlossenen Ableitdamm stehen, ist dieser in der Tat nicht funktionsfähig. Leider kann da seitens der Stadt rechtlich nichts getan werden, immerhin aber hat die Politik ihre Verpflichtung in großem Umfang erfüllt.
Anders sieht es in Sachen Starkregen und Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor dadurch bedingten Schadensereignissen aus.
Hierzu sind Gutachten in Auftrag gegeben worden, bei denen zunächst vor allem die Wasserabflüsse in den beiden Ortsteilen erfasst werden sollten. Auf Drängen der Grünen im Stadtrat wurde der Auftrag erweitert um die Forderung nach konkreten Lösungsvorschlägen in den Gutachten. Wie in der Presse berichtet und während der Oedinger Veranstaltung zum Starkregen mit den Bürgermeisterkandidaten mehrfach betont, stehen die Ergebnisse noch aus.
Wenn Dr. Peter Wyborny nun in Leserbriefen behauptet, es werde derzeit ein Starkregen-Konzept für alle Stadtteile von Remagen erarbeitet, so ist dies absolut unrichtig. Dr. Wyborny widerspricht sich aber auch selbst, hat er doch auf der Veranstaltung in Oedingen der Verwaltung erhebliche Versäumnisse im Umgang mit den bisher schon drei Jahrhundert-Regenereignissen innerhalb von nur zehn Jahren vorgeworfen.
Der von den Grünen nominierte parteilose Bürgermeisterkandidat Björn Ingendahl hat also völlig Recht, wenn er wegen der auch in Zukunft wieder zu erwartenden Schäden durch Starkregen davon spricht, dass für Remagen ein Gesamtkonzept her muss. Es reicht nicht aus, die Regenwasserabflüsse für Oedingen und Unkelbach, auch noch getrennt, zu bearbeiten. Vielmehr müssen beide Ortsteile im gleichen Kontext behandelt werden. Was hier passiert, muss dann mit Blick auf den Bandorfer Bach und die Unkelbacher Mühle aufgearbeitet werden. Dann müssen die anderen Ortsteile in die Planungen integriert werden. Dabei muss auch überlegt werden, ob das Wasser aus den Remagener Ortsteilen einfach in den Rhein abgeleitet werden kann und damit das Hochwasser in Mehlem und Bonn weiter verstärkt. Und parallel hierzu müssen natürlich sehr genau an die örtlichen Verhältnisse angepasste Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung und ihr Eigentum ausgearbeitet werden. Da reicht es nicht aus, zu empfehlen, bei Neubaugebieten in Gefahrenzonen ein paar Dezimeter hohe Barrieren vor Kellerfenster und Kellereingänge zu setzen, wie es die Remagener Verwaltung zuletzt im Vorgriff auf die anstehenden Gutachten tut. Alle diese systemischen Fragen sind bisher in keinem Planungsauftrag gestellt.
Pressemitteilung
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