Politik | 30.01.2018

Gedenken an den Holocaust in Koblenz

Rundgang mit Staatsminister Konrad Wolf

V.li. Minister Konrad Wolf und Hans-Peter Kreutz von der Christlich-jüdischen Gesellschaft.HH

Koblenz. Vor der in Koblenz stattgefundenen Sondersitzung des rheinland-pfälzischen Landtages am 27. Januar, machte Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Prof. Dr. Konrad Wolf, einen kleinen Rundgang mit Besichtigung einzelner Stolpersteine. In Begleitung von Vertretern der Christlich-Jüdischen Gesellschaft, dem Förderverein Mahnmal und des Freundeskreises Petah Tikfa startete er seinen Rundgang in der Schlossstraße Nr. 1, wo Dr. Richard Reich, ein jüdischer Arzt, eine Geburtsklinik leitete. Dr. Richard Reich überlebte den Holocaust in einem Versteck in Belgien. Neben dem Stein für Dr. Reich sind unter anderem weitere Steine jüdischer Kinder, die stellvertretend für die vielen Jungen und Mädchen stehen, die aus dieser Klinik in die Konzentrationslager verschickt wurden, verlegt.

Der weitere Weg führte den Minister in die Neustadt Nr. 23, wo am 28. Februar 1933 Richard Christ als KPD-Mitglied durch die Koblenzer Polizei festgenommen wurde. Er wurde in der SS-Kaserne am Schlossplatz misshandelt und im August 1933 nach Esterwegen in den Niederlanden verschleppt. Ihm gelang am 1. April 1934 nach der Entlassung die Flucht nach Frankreich, wo er 1935 an den Folgen seiner Misshandlungen in Toulouse starb.

Hans-Peter Kreutz von der Christlich-jüdischen Gesellschaft und Joachim Hennig vom Förderverein Mahnmal erklärten dem Minister die Bedeutung der Stolpersteine. In Koblenz gibt es zur Zeit 111 Steine, die von dem Künstler Gunter Demling entworfen wurden. „Es ist wichtig, dass wir uns zum einen aus historischen Gründen und zum anderen, um wachsam zu sein, an die Schrecken erinnern“, erklärte der Minister.

Weitere acht Stolpersteine werden im Mai verlegt

Am Dienstag, 8. Mai werden wieder weitere acht Steine in Pfaffendorf und im Markenbildchen Weg im Boden eingelassen.

Die Stolpersteine vor der ehemaligen Geburtsklinik des jüdischen Arztes Dr. Richard Reich.

Die Stolpersteine vor der ehemaligen Geburtsklinik des jüdischen Arztes Dr. Richard Reich.

V.li. Minister Konrad Wolf und Hans-Peter Kreutz von der Christlich-jüdischen Gesellschaft.Fotos: HH

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