Neues in der Neuwieder StadtGalerie – ehemalige Menonnitenkirche
Salonabend und Duckomenta
Viel Neues lockt im Neuwieder Kulturprogramm
Neuwied. „An jedem letzten Donnerstag im Monat wird hier eine bunte Palette von Veranstaltungen angeboten“, stellten Petra Neuendorf, Leiterin des Amtes für Stadtmarketing und Benita Roos, Leiterin der StadtGalerie, fest. „Ziel ist es, diese Räume mehr in das kulturelle Angebot der Stadt einzubinden. Dazu passt der ´Salonabend` im Stil eines Wohnzimmerabends ganz hervorragend. Es werden Künstler auftreten, die entweder in Neuwied geboren sind, oder einen engen Bezug zur Deichstadt haben.“ Als Symbol dient ein buntes kleines Sofa. „Es soll den Wohnzimmercharakter der Veranstaltungen unterstreichen“, so Petra Neuendorf. Los geht es am Donnerstag, 25. April mit einer Lesung der 1954 in Neuwied geborenen Schriftstellerin Ute Gernun-Decker alias Lilli di Gernand. Im Jahr 2003 diagnostizierten die Ärzte bei ihr Morbus Parkinson. Di Gernand veröffentlicht in der Folge das Buch „Hokus Fokus Parkinson“. Darin schreibt sie sich, oft in Gedichtform, Angst und Trauer von der Seele. Bei ihren Lesungen nimmt sie die Zuhörer mit auf eine sehr emotionale Reise. Die Historikerin und Fernsehjournalistin Sigrid Faltin spricht einleitende Worte. Die Lesung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist Information und in der StadtGalerie. Der nächste Salonabend ist für den 23. Mai geplant. Dann werden Beatrice Fermor und Fritz Stavenhagen „Von der Liebe“ lesen. Die beiden werden sich dem Thema umfassend nähern, sei es in Philosophie, Literatur oder Poesie. Texte von Bertolt Brecht, Hilde Domin, Erich Kästner, Erich Fried, Rose Ausländer u.a. öffnen einen Raum, in dem dieses große Gefühl zwischen Erfüllung und Schmerz, Flüchtigkeit und Beständigkeit, Menschlichkeit und Göttlichkeit wahrnehmbar wird. Die sensiblen Klavierimprovisationen des Pianisten und Komponisten Josef Marschall, der auf das Gelesene unmittelbar im Augenblick reagiert, bringen die seelischen Bewegungen in ihren Höhen und Tiefen auf berührende Weise auch musikalisch zum Schwingen.
Ausstellungen in der StadGalerie
Zurzeit wird in den Räumen der StadtGalerie die Ausstellung „Das hatte ich auch mal“ – altes Spielzeug – gezeigt. Diese Ausstellung erfreut sich einer so großen Resonanz, dass sie bis zum 5. Mai verlängert wurde. Spielsachen aus dem letzten Jahrhundert wecken bei den Besuchern so manche Erinnerung an die eigene Kindheit, und die Jüngeren bringen sie zum Staunen, mit was ihre Eltern und Großeltern so spielten.
Das Thema der nächsten Ausstellung wird „Das Meer“ sein. Die „Gruppe 93-Neuwieder Künstler“ wird unterschiedliche Arbeiten zum Thema zeigen. Das Meer hat immer einen großen Einfluss auf das Leben und die Natur, in der Religion, der Malerei und der Musik. „All dies wollen wir zum Ausdruck bringen, jeder Künstler setzt sich auf seine Weise mit den Facetten des Themas auseinander“, so Ulrich Christian, Mitglied er Künstlergruppe. Die Jahresausstellung wird am Donnerstag, den 16. Mai um 19 Uhr in der StadtGalerie Neuwied mit einer Vernissage eröffnet. Gezeigt wird sie vom 17. Bis 21. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten. Am 26. Mai wird zusätzlich ein „Tag der Künstler“ stattfinden. „An diesem Sonntag können die Besucher ab 11 Uhr den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen.Duckomenta
Und noch etwas neues gibt es in diesem Jahr: In der zweiten Jahreshälfte, ab Mitte August, wird die „Duckomenta“ – eine ebenso bemerkenswerte Wanderausstellung – in Neuwied Station machen, und das, wie könnte es anders sein, in der StadtGalerie – ehemalige Menonnitenkirche.
Adresse und Öffnungszeiten
Schlossstraße 2, Neuwied (für Navis: Deichstraße 1), Infos und Anmeldungen unter 02631/20687, Öffnungszeiten der Galerie: Mittwoch 12 bis 17 Uhr, Donnerstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag/Feiertag 11 bis 17 Uhr, Gruppen nach Vereinbarung.
Fritz Stavenhagen wird zusammen mit Beatrice Fermor beim zweiten Salonabend im Mai „Von der Liebe“ lesen. Fotos: He
