Grundschule Bad Neuenahr
Sanierung oder Neubau, das ist die Frage
Die Stadt wird Lehrer, Schüler und Eltern und Bürger in die Entscheidung einbinden
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat befasste sich mit dem Thema „Neubau oder Sanierung der Grundschule Bad Neuenahr“ und beschloss die weiteren Verfahrensschritte, also wie über diese Frage entschieden werden soll. Ausgangspunkt für die Diskussion ist die Tatsache, dass die heutige Grundschule, die im Jahr 1964 errichtet wurde, mit Blick auf die Gebäudesubstanz und technische Ausstattung grundsanierungsbedürftig ist. Die aktuelle Schüler-Statistik zeigt, dass die Schule im laufenden Schuljahr 2016/17 mit 15 Klassen geführt wird und nur noch eine Klassenstufe dreizügig ist. Aber bereits im kommenden Schuljahr wird die Grundschule Bad Neuenahr durchgehend vierzügig sein. Dies wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren so bleiben. Dadurch entsteht in der Schule ein Raumproblem. Für das Schuljahr 2020/2021 ist in der Eingangsstufe sogar erstmals mit einer Fünfzügigkeit zu rechnen. Diese Zunahme der Schülerzahlen, die in allen Grundschulen der Stadt zu beobachten ist, basiert zu einem wesentlichen Teil auf Zuwanderung. Die Verwaltung geht aufgrund der vorliegenden Statistiken davon aus, dass die Grundschule Bad Neuenahr langfristig betrachtet als „vier-einhalb-zügige Schule“ mit 18 Klassen geführt werden muss. Durch die absehbare Zunahme der Schülerzahlen und die Förderungsbedingungen des Landes Rheinland-Pfalz muss die Stadt nun klären, ob sie einen Schulneubau realisieren möchte, oder ob sie einer Sanierung der bestehenden Grundschule und einen damit verbundenen Erweiterungsbau den Vorzug gibt. So werden nun vergleichende Untersuchungen zur Variante 1 „Grundsanierung mit möglicher Erweiterung“ und der der Variante 2 „Schulneubau“ angestellt. Der beauftragte Architekt soll zu diesem Zweck Modelle erstellen und die Realisierungsmöglichkeiten am bisherigen Standort der Grundschule an der Weststraße aufzeigen sowie die Kosten der beiden Varianten ermitteln. Um eine höchstmögliche Transparenz der Planungsschritte sicherzustellen, sollen die Entwürfe mit dem Lehrerkollegium, den Schülern und den Elternvertretern abgestimmt werden. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Untersuchungen zu den beiden Planvarianten und den Erkenntnissen aus der Beteiligung der Schule wird dann der Rat der Stadt verbindlich entscheiden, welche Variante realisiert wird. Vor der Entscheidung des Rates soll zudem eine öffentliche Beteiligung in der Form eines Bürger- und Kinderforums stattfinden. Nachdem alle Entscheidungsgrundlagen vorliegen, ist dann ein europaweites Architektenauswahlverfahren vorgesehen. Diese Verfahrensschritte wurden vom Stadtrat nun einstimmig beschlossen. Für die CDU-Fraktion begrüßte Dr. Anette Gies die umfassende Beteiligung von Lehrerkollegium, Eltern und Kindern, die so die Gelegenheit zum Mitdenken und zur Mitsprache erhalten. So könne man die Planungen so besser an den Erfordernissen des Schulalltags ausrichten. Sie betonte zudem: „Der jetzige Standort der Grundschule muss erhalten bleiben“. Dr. Anette Gies begründete dies damit, dass der Standort im Herzen von Bad Neuenahr dazu beitrage, dass die Schule als Lernort die Aufgabe einer Schnittstelle für Integration und soziales Interagieren erfüllen könne. Der Standort unterstütze somit auch das herausragende Engagement der Schulleitung und des Kollegiums, Kinder aus 50 Nationen im gemeinsamen Lernen zu fördern.
