Politik | 08.06.2020

Bündnis 90 / Die Grünen Bendorf

Sayner Mehrzweckhalle ist nun seit neun Monaten geschlossen

Bendorf. Nachdem sich auf der Rückseite der Halle Risse zeigten, wurde die Halle für die knapp 200 wöchentlichen Nutzer, Mitte August letzten Jahres geschlossen. Dies hat vor allem Kinder und Jugendliche getroffen, welche jetzt von ihren Eltern in andere Bendorfer Hallen, auch spät abends gefahren werden müssen.

Sayn mit seinen mehr als 4000 Einwohnern steht nun im Gegensatz zu quasi jeder anderen Dorfgemeinde ohne Halle für Sport und das Vereinswesen da.

Damit sich dieser Zustand schnell ändert, hat sich kurz nach der Schließung auch der Förderkreis Mehrzweckhalle Sayn unter der Leitung von Sandy Renner gebildet. Doch auch dies hat nichts genutzt. Die Betreiberin der Halle, die Stadtverwaltung Bendorf hat keinerlei Problemlösung bisher getroffen, auch keine relevante zur provisorischen Wiedernutzung der jetzigen Halle. Eine erst im Mai für 1800 Euro durchgeführte Boden-Radarmessung kann nicht als relevant bezeichnet werden, da sie zu keinem eindeutigem Ergebnis führte.

Klar ist nach Meinung aller Fachleute , dass die ca. 60 Jahre alte Halle für das langfristige Weiterbestehen nicht nur wegen der Rissbildung in Millionenhöhe umfassend zu sanieren wäre. Insbesondere die Fenster, das Dach und die gesamte Fassade bietet keinen ausreichenden Wärmeschutz mehr. Auch der hygienische Zustand der Umkleideräume ist grenzwertig.

Nach Meinung der „Grünen“ hätte man zusätzlich zu den Sanierungsmaßnahmen der Risse direkt im Herbst letzten Jahres mit einer Alternativlösung starten müssen. Da die jetzige Halle aus heutiger Sicht zu nah am Saynbach steht, kommt als dauerhafte Lösung für die nächsten 60 Jahre nur ein neuer Standort in Frage. Der neue Standort müsste gerade für Kinder und Jugendliche wieder fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichbar sein und einen Parkplatz für rund 50 PKW bieten. Kein leichtes Unterfangen in Sayn.

Der Vorsitzende der Grünen in Bendorf, Ulrich Starke, nahm ein Parteitreffen Ende Mai wahr, um zu zwei möglichen Standorten für eine neue MZH zu führen.

Der von der Lage sympathischste Ort ist oberhalb des städtisches Parkplatzes gegenüber dem Sayner Biergarten. Hier wäre nicht nur bereits der Parkplatz vorhanden, sondern die Halle befände sich auch wieder zentrumsnah nur 100m von der jetzigen Halle entfernt.

Ein zweiter möglicher Standort ist der zur Zeit mit fremdartigen Pflanzen überwucherte Grenzbereich zwischen dem Sayner Schwimmbad und dem Parkplatz der Sayner Hütte. Dies ist etwas entfernt vom Sayner Zentrum. Aber das ebenerdige Gelände hat in unmittelbarer Nähe zwei Parkplätze und befindet sich bereits im Besitz der Stadt Bendorf.

Die neue Halle mit Mehrzwecknutzung sollte das genormte Maß einer 1-Feldhalle von 15m x 25m plus Umkleide und Nebenräume aufweisen und wäre damit etwas größer als die jetzige Halle.

Der Bau der Halle sollte aus Kosten- und Zeitgründen in Fertigbauweise erfolgen. Wenn die Halle dann noch ein tragendes Holzdach erhielt, könnten die Bendorfer genauso stolz sein wie zuletzt eine Gemeinde im Hunsrück. Ein Teil deren Stämme aus dem eigenen Wald wurde nämlich nicht unter Wert verkauft, sondern zum Bau deren neuen MZH verwendet.

Ein weiterer Aspekt für einen schnellen Neubau ist das ganz neue Corona-Konjunkturpaket. Dort wird zur Stärkung der Kommunen vom Bund für die Jahre 2020 und 2021 u.a. eine Förderung von gesamt 260 Millionen Euro zum Sportstättenbau zur Verfügung gestellt. Es wäre schön, wenn die Stadtverwaltung Bendorf bei der Gewinnung dieser Förderung genauso erfolgreich sein könnte, wie bei der Sayner Hütte.

Die „Grünen“ in Bendorf wissen aus zurückliegender Erfahrung das praktikable Vorschläge leider auch etliche Bedenkenträger hervorrufen.

Dennoch möchten die Grünen mit der eindeutigen Nennung von Alternativvorschlägen für eine schöne neue Sayner MZH das Verfahren beschleunigen.

Pressemitteilung

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