Politik | 12.04.2019

Im Rahmen der Stadtentwicklung Bendorfer Innenstadt wurden zwei Projekte geschaffen

Schaffung von qualitativem Wohnraum und neuer Gastronomie gelungen

Investor, Architekt sowie Vertreter der Stadt und des WFG bei der Besichtigung der Bendorfer Stadtentwicklung. Fotos: GM

Bendorf. Das Leben in Bendorf wird vielseitiger. Im Zuge des demografischen Wandels und dem Zuzug von Menschen verändert die Gesamtstadt ihr Gesicht zunehmend, dies stellt eine Herausforderung für Politik, Verwaltung und Bürgerschaft dar. Stadtentwicklungs- und Infrastrukturprojekte mit gesamtstädtischer Bedeutung stehen daher gegenwärtig im Fokus der Aufmerksamkeit.

Ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Bendorfer Innenstadt ist die Schaffung von qualitativem Wohnraum. Mit Schließung der langjährigen Baulücke und der Fertigstellung des Wohnprojekts von Investor Nikolaus Schär in der Bachstraße/Römerstraße im vergangenen Jahr ist dahingehend ein wegweisender Schritt gelungen. Bei einem Pressetermin mit Bürgermeister Michael Kessler und Landrat Dr. Alexander Saftig stellte Nikolaus Schär den neu entstandenen Komplex mit modernen und barrierefreien Wohnungen näher vor. An dem Termin nahmen auch neben Architekt Thomas Steinhardt die Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH (WFG) Henning Schröder und Rita Emden sowie Werner Prümm und Jürgen Berhausen vom Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Kultur der Stadt Bendorf teil.

Bürgermeister Kessler: „Wir sind Herrn Schär sehr dankbar, dass er Geld in die Hand genommen und investiert hat damit wir unsere Innenstadt aufgehübscht bekommen über verbesserte Wohnqualität. Wir wollen vermeiden, dass sich hier, wie das in vielen Innenstädten der Fall ist, an bestimmten Ecken eine bestimmte Bevölkerungs- und Wohnstruktur zusammenballt, das wollen wir an diesem Ort aufbrechen. Wir wollen niemanden vertreiben, aber wir wollen einen Mix hinbekommen, dass eine Stadtentwicklung über Menschen unterschiedlicher Einkommensstruktur tatsächlich stattfinden kann. Das ist für uns dort ein wirklich erster Schritt in diese Richtung.“

Barrierefreies und attraktives Wohnen in der Innenstadt

Auch dem Bauherrn und dem ausführenden Architekten Steinhardt war es bei der Planung wichtig, durch Qualität eine andere Zielgruppe anzusprechen, damit dadurch eine soziale Mischung an diesem Ort entsteht. Der Architekt hob den positiven Prozess bei Planung und Genehmigung durch Stadt und Kreis besonders hervor.

Nach Auskunft des Investors Nikolaus Schär und des Architekten Thomas Steinhardt weist das Objekt eine Gesamtwohnfläche von rund 2.300 Quadratmetern auf, mit Nutzflächen sind das über 2.600 Quadratmeter Fläche. Die Bruttogrundfläche beträgt 4.300 Quadratmeter und fast 13.000 Kubikmeter brutto Rauminhalt. Die Baukosten belaufen sich auf rund 7 Mio. Euro.

In dem Gebäude befinden sich 29 Wohneinheiten mit einem Flächenmix von 30 bis 140 qm Größe für ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Das Gebäude wurde über einer ehemals städtischen Tiefgarage errichtet, die im Zuge der Bauarbeiten weiter ausgebaut worden ist, dadurch konnten sogar mehr als die erforderlichen Stellplätze ausgewiesen werden.

Werner Prümm: „Wir sind insgesamt mit dem Ergebnis sehr zufrieden, weil es eine gute Lösung ist für die Bachstraße, die ja vorher kein unschwieriger Bereich war. Das stützt die Entwicklung in der Innenstadt. Wir haben heute auf dem Immobilienmarkt einen positiven Trend, Bendorf ist wieder gefragt, auch die Innenstadt ist wieder sehr gefragt. Ohne den Anreiz durch die WFG und den Landkreis wäre das nicht zustande gekommen, dafür nochmals ausdrücklich unseren Dank für diesen Impuls, der auch dazu geführt hat, heute so ein großartiges Ergebnis hier zu haben. Wir hoffen natürlich, dass es noch weitere private Investitionen in Bendorf geben wird.“

Im Anschluss stellte Investor Schär sein zweites Objekt vor, das sanierte Eckhaus am Kirchplatz. Dort ist nach Abriss alter Bausubstanz und aufwendiger Entsorgung von Altlasten mittlerweile ein Neubau entstanden, der durch seine ochsenblutrote Fassade weithin auffällt. Im Erdgeschoss beherbergt der Bau einen Gastronomiebetrieb und in den darüberliegenden Geschossen vier Wohnungen. Ursprünglich hatte Immobilienbesitzer Schär als Gastronomiebetrieb die Installation eines Cafés geplant und auch einen Interessenten mit einem vielversprechenden Konzept gefunden, der aber dann einen Rückzieher machte.

Neues Lifestylerestaurant bringt frischen gastronomischen Wind

So hat jetzt mit dem Ableger der etablierten Koblenzer Erfolgsgastronomie „Chicago“ seit dem 14. Februar 2019 ein Lifestylerestaurant geöffnet, dessen Spezialitäten unter anderem Steaks, Burger und Craft-Bier sind. Geschäftsführer Clemens Cajan zu Blick aktuell: „Wir können seit Februar messen, dass unser Restaurant von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird. Wir haben neben Bendorf natürlich auch ein tolles Umland wie den vorderen Westerwald mit Ransbach-Baumbach und Hör-Grenzhausen, daneben besuchen uns viele Gäste von den Rheindörfern, die uns schnell über die Autobahnbrücke erreichen können. Wir legen großen Wert auf die Verarbeitung regionaler Produkte.“ Investor Schär: „Mir gefällt vor allem die gelungene Mischung des Publikums von Jung bis Alt, hier fühlt sich der 18-jährige genauso wohl wie der 68-jährige.“

Im Inneren des Lokals herrscht viel Transparenz, neben der großen, von einer Bruchsteinmauer unterbrochenen Glasfläche kann der Gast von allen etwa 70 Sitzplätzen durch ein Sichtfenster die moderne Küche einsehen und dort die Arbeitsabläufe beobachten. Als besonderes Highlight befindet sich im Untergeschoss ein bestuhlter Gewölbekeller, der auch für Feierlichkeiten genutzt werden kann. Bei der Besichtigung überraschte Bürgermeister Kessler den Geschäftsführer Cajan, indem er ihm die extra mitgebrachte Schankerlaubnis für diesen Keller überreichte.

Im Anschluss zeichnete Landrat Dr. Alexander Saftig die Lokalität mit dem Prädikat „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“ aus. Dieses Qualitätssiegel ist das einzig bundesweit verbreitete und geprüfte Zertifikat für wanderfreundliche Gastgeber in Deutschland und wird vom Deutschen Wanderverband für wanderfreundliche Unterkunfts- und Gastronomiebetriebe vergeben. Das Bendorfer ‚Chicago‘ erfüllt alle geforderten Kriterien, entspricht damit den verlangten Qualitätsstandards und ist im Landkreis Koblenz jetzt einer von 5 Qualitätsgastgebern im Bereich Gastronomie.

Im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung in Bendorf erhielt dann noch Investor Nikolaus Schär für sein Engagement eine Auszeichnung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH., Geschäftsführer Henning Schröder überreichte ihm eine finanzielle Zuwendung in Form eines Bewilligungs- und Auszahlungsbescheides.

Nach so vielen offiziellen Reden und Verleihungen ging die Versammlung dann gerne zum gemütlichen Teil in den Schankräumen des ‚Chicago‘ über.

Landrat Dr. Alexander Saftig, Investor Nikolaus Schär, Geschäftsführer der WFG Henning Schröder und Rita Emde (WFG) bei der Preisverleihung.

Landrat Dr. Alexander Saftig, Investor Nikolaus Schär, Geschäftsführer der WFG Henning Schröder und Rita Emde (WFG) bei der Preisverleihung.

Der Geschäftsführer des „Chicago“ Clemens Cajan vor seinem grade mit dem Qualitätssiegel „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichneten Restaurants..

Der Geschäftsführer des „Chicago“ Clemens Cajan vor seinem grade mit dem Qualitätssiegel „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichneten Restaurants..

Investor, Architekt sowie Vertreter der Stadt und des WFG bei der Besichtigung der Bendorfer Stadtentwicklung. Fotos: GM

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