Polizei nimmt Tatverdächtige fest
Schneller Fahndungserfolg nach Leichenfund am Rodder Maar
Niederdürenbach. Es war eine schockierende Nachricht für die gesamte Region: Am Morgen des Sonntags, 20. Oktober, wurden in Niederdürenbach am Rodder Maar zwei Tote gefunden. Darüber informierte das Polizeipräsidium Koblenz am frühen Abend die Öffentlichkeit. Nähere Angaben zu Geschlecht und Alter der Toten wurden zunächst nicht gemacht. Nach der Obduktion der Leichen am Montag gab die Staatsanwaltschaft Koblenz weitere Einzelheiten bekannt. Nach dem Ergebnis der durchgeführten Obduktion der Leichen musste von einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden. Die Toten wiesen schwerste Verletzungen auf, insbesondere im Schädel- und Halsbereich. Dies lässt auf massive Gewalteinwirkung schließen. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen erschien es bereits zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich, dass der Auffindeort nicht zugleich der Tatort war, sondern die Leichen in einem Behälter zum Auffindeort transportiert und dort angezündet wurden.
„Betroffenheit und Fassungslosigkeit“
Sebastian Schmitt ist seit 2019 Ortsbürgermeister von Niederdürenbach, einer kleinen Eifelgemeinde im Brohltal. „Es herrscht große Betroffenheit und Fassungslosigkeit“, sagt Schmitt am Dienstag nach der Tat zu BLICK aktuell. „Vor allem, wenn man das Ausmaß der Tat sieht.“ Dennoch habe er Vertrauen in die Ermittlungsbehörden - Polizei und Staatsanwaltschaft. Viele Menschen seien aber verunsichert, auch über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus.
Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, Johannes Bell, äußert sich zum Fund der beiden Leichen im Bereich des Rodder Maars bei Niederdürenbach. „Die schockierende Nachricht von den Leichenfunden am Rodder Maar hat uns alle tief erschüttert. In unserer Verbandsgemeinde herrscht große Betroffenheit und Trauer über dieses mutmaßliche Gewaltverbrechen“, so Bell gegenüber BLICK aktuell. „Ein solch grausamer Vorfall ist für uns alle nur schwer zu begreifen und hat viele Menschen verunsichert. Die Polizei und die Ermittlungsbehörden arbeiten aktuell mit Hochdruck an der Aufklärung dieses schrecklichen Verbrechens“, so Bell weiter.
Beschuldigte werden verhaftet
Tatsächlich haben die Behörden sehr schnell gearbeitet. Nach intensiven Ermittlungen und umfangreichen Fahndungsmaßnahmen konnten am späten Mittwochabend, 23. Oktober, zwei dringend Tatverdächtige von der Polizei festgenommen werden. Es handelt sich um eine 51-jährige deutsche Frau aus dem Kreis Ahrweiler und einen 40-jährigen Mann mit deutsch-polnischer Staatsangehörigkeit, der ebenfalls im Kreis Ahrweiler wohnhaft ist.
Sie sind dringend verdächtig, die Männer, deren Leichen am Rodder Maar aufgefunden wurden, gemeinschaftlich durch massive Gewalteinwirkung vorsätzlich getötet und die Leichen anschließend zur Verdeckung der Tat zum Rodder Maar gebracht und dort angezündet zu haben. Das Amtsgericht Koblenz hatte am Mittwoch Haftbefehl gegen die beiden Beschuldigten wegen des dringenden Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags erlassen. Die Beschuldigten waren zuletzt mit dem Auto eines der Opfer geflüchtet. Durch intensive und zielgerichtete Fahndungsmaßnahmen der Kriminalpolizei Koblenz mit Unterstützung des Landeskriminalamtes konnten die Beschuldigten am Mittwochabend in einer Wohnung in Neuwied lokalisiert und schließlich unter Beteiligung von Spezialkräften festgenommen werden. Bei den Opfern handelt es sich um einen 61-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Rockenhausen und einen 28-jährigen Mann aus dem Kreis Altenkirchen. Die Opfer kannten die Beschuldigten offenbar persönlich. Über mögliche Tatmotive ist derzeit noch nichts bekannt. Mutmaßlicher Tatort dürfte nach derzeitiger Spurenlage die Wohnung der weiblichen Beschuldigten gewesen sein.
Erleichterung nach Verhaftung
Bürgermeister Johannes Bell war erleichtert über den schnellen Fahndungserfolg „Stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Brohltal danke ich der Kriminalpolizei Koblenz, dem Landeskriminalamt und allen beteiligten Einsatzkräften herzlich für den äußerst schnellen Fahndungserfolg. Ich spreche meinen Respekt und meine Anerkennung für die gute, engagierte und sehr professionelle Arbeit aus. Wir können stolz auf unsere Polizeibeamtinnen und -beamten sein! Durch das rasche Ergebnis tritt hoffentlich wieder Ruhe und Erleichterung in unserer Region ein, die durch den tragischen und erschütternden Fall in den letzten Tagen doch schockiert, verunsichert und sehr aufgewühlt war. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Familien und Angehörigen der beiden Mordopfer. Abschließend vertrauen wir mit ihnen darauf, dass die Justiz den Fall vollständig aufklären wird sowie die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und ihrer gerechten Strafe zugeführt werden“, so Bell.
ROB
