Aktuelle Informationen der Stadtwerke Sinzig zur Desinfektion des Trinkwassers
Schritt für Schritt zum Ziel
Die Desinfektion muss noch fortgesetzt werden
Sinzig. Seit dem 12. August wird das Trinkwasser von Sinzig und der Verbandsgemeinde Bad Breisig durch die Zugabe von Chlor desinfiziert. Der Grund lag im Nachweis einer geringen Anzahl von coliformen Keimen, welche im Bereich der Trinkwasseraufbereitungsanlage vorgefunden wurden. Im Falle einer solchen Verunreinigung bestehen Leilinien des Umweltministeriums und des Bundesumweltamts, welche die Bearbeitung vorgeben. Darauf basierend wurden folgende Maßnahmen eingeleitet: Desinfektion des Gesamtnetzes als Schutzchlorung; Ursachenforschung; Reinigung der potenziell betroffenen Anlagen; Kontrolle = laufende Beobachtung und Analyse des Trinkwassers. Ziel aller Maßnahmen ist es, eine Gesundheitsgefährdung für die Kunden auszuschließen und im Anschluss daran wieder in den „Normalzustand“ = in eine Trinkwasserversorgung ohne Chlorung zu kommen.
Wie weit sind die Maßnahmen vorangeschritten?
Die Desinfektion wirkt nun bereits einige Wochen, was sich für die Kunden durch den Chlorgeschmack und -geruch bemerkbar macht. Diese Maßnahme dient zum Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und muss so lange fortgesetzt werden, bis alle anderen Maßnahmen abgeschlossen sind. Bei der Ursachenforschung wurden zunächst sämtliche Anlagen auf potentielle Unzulänglichkeiten untersucht. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Bereich der Trinkwasserbrunnen gelegt. Es kann jedoch mittlerweile nach intensiven Untersuchungen gesichert davon ausgegangen werden, dass die Verunreinigung nicht aus dem Umfeld der Brunnen stammt. Damit ist auch ein Zusammenhang mit der Düngung von landwirtschaftlichen Flächen ausgeschlossen.
Im Anschluss daran hat man sich verstärkt den übrigen Anlagen zugewendet. Es hat sich dabei herausgestellt, dass der Ausgangsort im Bereich der zentralen Trinkwasseraufbereitungsanlage liegen dürfte. Demzufolge wurde und wird die gesamte Anlage auch mithilfe von externen Fachfirmen auf Schwachstellen inspiziert. Bis heute liegt jedoch bisher trotz intensiver Untersuchungen kein gesicherter Nachweis vor, wie die Keime in das System gelangt sein könnten. Gleichzeitig wurde aber damit begonnen, die Anlage mehrfach intensiv zu reinigen und zu desinfizieren. Alle Trinkwasseranlagen sind redundant aufgebaut. Das bedeutet, dass immer zwei baugleiche Teile vorhanden sind (zum Beispiel Wasserkammern), damit beim Ausfall eines Teiles der andere Teil weiter betrieben und die Trinkwasserversorgung aufrecht erhalten werden kann. Begonnen wurde mit den sogenannten „Riesler-Türmen“, welche dazu dienen, die natürliche Kohlensäure aus dem Wasser abzubauen. Derzeit wird noch der Erste der beiden Riesler-Türme gereinigt. Im Anschluss daran sind Laborproben zu entnehmen, um die Tauglichkeit des Anlagenteils für den Einsatz nachzuweisen. Sollte dies positiv verlaufen, so folgt dann der zweite Riesler-Turm mit dem gleichen Prozedere. Sobald dieser Teil abgearbeitet ist, sind noch die beiden darunter liegenden Wasserkammern nach dem gleichen Prinzip zu reinigen und zu kontrollieren. Dies alles wird sicher noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Bereits seit dem 19. August wurde bei den vielfachen Kontrollen in keiner der Proben ein Keim nachgewiesen. Dies bestätigt die Wirksamkeit der Schutzchlorung.
Wie geht es weiter?
Wie erwähnt, stehen die Stadtwerke mitten in der schrittweisen Reinigung und Untersuchung der vielen Anlagenteile. Da all dies unter laufendem Betrieb geschehen muss, sind täglich neue Abstimmungen mit allen Betroffenen nötig. Die Reinigungsfirmen sind anzufordern; jedoch sind diese natürlich auch andernorts tätig und so muss jeweils ein möglichst kurzfristiger Termin gefunden werden. Im Anschluss daran sind wiederum bei ebenfalls externen Labors die Analysen zu beauftragen und deren Ergebnisse abzuwarten, bevor der nächste Verfahrensschritt eingeleitet werden kann. Jeder einzelne Schritt dauert einige Tage und daher kann derzeit nicht von einem kurzfristigen Ende ausgegangen werden. Wir sind jedoch auf dem richtigen Weg. Nach der Reinigung aller Anlagenteile ) kann über eine Beendigung der Schutzchlorung entschieden werden.
Zum Thema „Gülle / Gärsubstrat“
Ein Zusammenhang zwischen dem Ausbringen der Gülle oder Ähnlichem und der Verunreinigung des Sinziger Trinkwassers kann ausgeschlossen werden. Wir möchten jedoch trotzdem noch einmal gesondert hierauf eingehen: Da diese Düngung landwirtschaftlicher Flächen entlang des Rheins und der Ahr erfolgte, stellt sich die Frage, ob die in einiger Entfernung liegenden Trinkwasserbrunnen hiervon beeinflusst werden können. Im Wasserschutzgebiet und damit im Einzugsbereich der Trinkwasserbrunnen wurde nicht gedüngt. Dies wurde ständig kontrolliert. Daher war auch eine Gefährdung des Trinkwassers fachtechnisch ausgeschlossen. Belegt wird dies durch die damaligen Wasserproben, die gesondert aus diesem Anlass entnommen und untersucht wurden. Auf die seinerzeitigen Informationen in der Presse wird verwiesen. Die aktuellen Untersuchungen bestätigen dies wiederum: Gäbe es einen Zusammenhang zwischen dem Störfall und der Düngung der oben erwähnten landwirtschaftlichen Flächen, so wären coliforme Keime auch bereits am Angang der Kette, nämlich in den Brunnen, nachgewiesen worden. Tatsächlich wurden sie aber erst später im System (an der Aufbereitungsanlage) vorgefunden. Fazit: Die Düngung ist zwar hinsichtlich des Geruchs unangenehm, jedoch kann ein Einfluss auf die Trinkwasserversorgung ausgeschlossen werden. Insoweit besteht auch weder eine Veranlassung noch eine rechtliche Ermächtigung für das städtische Wasserwerk, hiergegen vorzugehen.
Pressemitteilung
Stadtwerke Sinzig
Die zentrale Aufbereitungsanlage wird derzeit umfassend inspiziert.
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